Beute: Ein paar hundert Euro

Bewaffneter Überfall auf Aral-Peiting: Täter gefasst

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Ruhe nach dem Sturm: Die Kunden vom Sonntag ahnen nichts von dem nächtlichen Raubüberfall.

Peiting - Der Schock steckt der Mitarbeiterin (17) der Peitinger Aral-Tankstelle noch in den Knochen. Ein bewaffneter Räuber hatte sie in der Samstagnacht überfallen.

Es ist beinahe wie in einem Western: Um 21.50 Uhr stürmt ein bewaffneter Mann die Peitinger Aral-Tankstelle. Er trägt eine dunkle Daunenjacke, dunkle Haare. Über sein Gesicht hat er eine orangefarbene Maske gestülpt. Mit einer silbernen Pistole fuchtelt er vor der jungen Mitarbeiterin hinter dem Tresen herum. Er will Geld. Alles. Ohne zu zögern öffnet die 17-Jährige die Kasse, streckt dem Räuber ein paar hundert Euro hin.

Mit seiner Beute hetzt der Täter aus der Tankstelle. Ihm entgegen kommt ein Stammkunde. Der wundert sich noch, weshalb der Mann sich eine Maske vom Kopf reißt. Doch schnell ist ihm klar: Hier ist ein Überfall passiert. Ohne zu zögern springt er in sein Auto und rast dem Mann hinterher. Um die Ecke wartet ein Komplize mit dem Fluchtwagen. Bis dahin kann der Kunde ihn verfolgen, erhascht auf den letzten Metern einen Blick auf das Kennzeichen. Zivilcourage vom Feinsten.

Schnell ist die Polizei verständigt. Die macht sich in einer groß angelegten Fahndung auf die Suche nach dem Räuber und seinem Fluchtfahrer - und kann zwei Verdächtige dingfest machen. Ob es die Täter sind, eventuell dieselben wie bei dem Überfall der Weilheimer Pinoil-Tankstelle am Sonntag vor einer Woche, wird sich noch herausstellen.

"Die Hemmschwelle der Kriminellen wird immer geringer“

Am Sonntag herrscht gedrückte Stimmung in der Peitinger Tankstelle. Pächterin Elisabeth Kehrer ist für die jungen Kollegin eingesprungen. Sie kann nicht arbeiten. „Es ist schon komisch, heute im Laden zu stehen“, sagt Kehrer. Noch vor der Polizei waren sie und ihre Familie vor Ort, um der Kollegin beizustehen. Es ist ein Déjà-vu. Schon 2009 wurden die Tankstellen-Pächter Opfer eines Raubüberfalls. „Damals hatten wir noch keine Kamera.“ Die ist jetzt installiert. Und in der Kasse befindet sich weniger Bargeld. Der Schock sitzt aber genauso tief. „Ich hoffe, dass sie die Diebe geschnappt haben. Die Hemmschwelle der Kriminellen wird immer geringer“, sagt Kehrer. Zwar hätte der junge Mann keine große Beute gemacht, „uns tut aber jeder Betrag weh“. Ganz zu schweigen von dem flauen Gefühl im Magen.

Mittlerweile hat die Kriminalpolizei Weilheim die Ermittlungen aufgenommen. Zeugen, werden gebeten, sich mit der KPI Weilheim, Telefon 0881/6400, in Verbindung zu setzen.

Sabine Krolitzki

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