1. tz
  2. Bayern

Bienen stechen Imker tot

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Bienen sind unter den Schutzanzug des Imkers geflogen und haben ihn totgestochen. © dpa

Wumrsham - Seine Liebe zu Insekten ist einem Hobby-Imker am Samstagabend zum tödlichen Verhängnis geworden. Lesen Sie alles zu dem tragischen Vorfall:

Als er ein Bienenvolk sicher in sein Imkerhäuschen in Wurmsham (Landkreis Landshut) bringen wollte, gerieten die kleinen Insekten in Panik und stachen den 46-jährigen Imker – mit fatalen Folgen! Der Mann erlitt einen extremen Al­lergie-Schock und starb an den Stichen!

Es ist Samstagabend, als der 46-Jährige zum Haus seiner Eltern im Ortsteil Burm fährt, um sich dort um seine Bienen zu kümmern. Im Garten hört er plötzlich ein lautes Summen. Ein Bienenschwarm hängt im Obstbaum! Eigentlich ein Glücksgriff für Imker. Das Volk mit rund 10 000 bis 15 000 Tieren kann er in sein Bienenhaus bringen. Schnell streift sich der Mann seinen Schutzanzug an und steigt auf eine Leiter. Doch dann das Unglück: Als er den Schwarm gerade in einen Behälter stecken will, geraten einige Tiere unter den Schutzanzug. In Panik stechen sie drauf los. Das Todesurteil für den 46-Jährigen! Die vielen Stiche lösen bei ihm einen allergischen Schock aus. Völlig entkräftet schleppt er sich zum Haus, bricht dort bewusstlos zusammen. Seine Mutter findet ihn und ruft den Notarzt. Doch jede Hilfe kommt zu spät: Der Hobby-Imker stirbt.

Doch warum musste der 46-Jährige sterben? Wusste er nichts von seiner Allergie? Bienen-Experte Peter Lemke vom Landesverband bayerischer Imker weiß: „Viele Menschen leiden an einer Allergie und wissen es nicht.“ Denn oft löse ein Stich noch keinen Allergie-Schock aus. „Doch so viele Stiche innerhalb kurzer Zeit können fatal sein.“

Experte: „Normalerweise sind Bienen sehr sanftmütig“

Laut Lemke handelt es sich im Fall von Wurmsham um einen schrecklichen Unfall. „Normalerweise sind Bienen sehr sanftmütig.“ Er selbst arbeitet sogar schon jahrelang ohne Schutzkleidung. Passiert ist nie etwas. Bienen stechen seiner Meinung nach wirklich nur im Notfall. Und selbst dann: „Vor ein paar Jahren wurde ein Mann in Österreich von über 1000 Bienen gestochen und überlebte.“

Derzeit trennen sich die Bienenvölker und suchen ein neues Zuhause – wie im Fall von Wurmsham. Deswegen rät Peter Lemke Menschen, die sich zu wenig mit Bienen auskennen und ein Volk entdecken, immer erfahrene Imker anzurufen, um solche Unfälle zu vermeiden.

Antonia Wille

Auch interessant

Kommentare