Bischof Mixa: Umzug nach Fünfstetten

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Die neue Heimat von Walter Mixa heißt Fünfstetten.

Fünfstetten - Vom Bischofspalais ins Frauenkloster: Altbischof Walter Mixa siedelt nach Fünfstetten um. Die Nonnen im Franziskanerinnenkloster Maria Stern sind besorgt.

Noch ist der Umzugstermin geheim, Koffer und Kisten sind aber schon gepackt, Walter Mixa (69) ist reisefertig. Nach dem monatelangen Wirbel um Prügelvorwürfe und finanzielle Unregelmäßigkeiten muss der ehemalige Oberhirte nach seinem Rücktritt Augsburg verlassen: Er zieht nach Fünfstetten. Das liegt zwar nur 58 Kilometer entfernt – doch dort wartet auf Mixa eine ganz andere Welt. Statt im prachtvollen Bischofspalais wird er künftig in einem Zwei-Zimmer-Apartment (50 qm) wohnen – im Franziskanerinnenkloster Maria Stern.

13 Nonnen leben dort derzeit. Keine von ihnen ist jünger als 75. Dementsprechend besorgt ist Oberin Agnes Löfflad. Platz habe man genug, erklärte sie gegenüber der neuen sonntagspresse, aber es sei halt nicht ganz einfach, einen Bischof zu beherbergen – „unsere Köchin ist immerhin schon 83 Jahre alt“. Noch deutlicher äußerte sich ihre Provinzvikarin, Schwester Beda Rauch: „Wir haben ihn nicht eingeladen.“ Man sei gebeten worden, den Bischof aufzunehmen. Vielleicht bringt Mixa ja eine Haushälterin mit. Leisten könnte er es sich. 5400 Euro (brutto) Ruhestandsgeld erhält er – plus ein Zubrot für seine Zeit als Militärbischof.

Ganz anders als die Franziskannerinnen sieht Wolfgang Woppmann (39) der Pfarrer von Fünf-stetten, die Ankunft des Altbischofs. Er ist sich sicher, dass Mixa in der Gegend gut aufgenommen werde. „Die meisten mögen ihn“, sagte er dem Evangelischen Pressedienst. Mixa hätte sich vor Ort bereits umgesehen. Er gehe davon aus, dass sich der „Vollblutseelsorger“ an der Gemeindearbeit beteilige. „Jetzt werde ich halt ihr Kaplan“, habe der Altbischof bei einem Gespräch gemeint. Woppmann kann Verstärkung gebrauchen. Bisher wurde er von einem polnischen Kaplan unterstützt, doch der wechselte vor Kurzem in eine andere Pfarrei. Dass Mixa ausgerechnet in Woppmanns Gemeinde kommt, entbehrt übrigens nicht ein gewissen Ironie. Auf dem Höhepunkt der Krise war verbreitet worden, der Geistliche sei der Sohn des Bischofs. Woppmann nahm’s zunächst gelassen, doch dann sah er sich genötigt, das böse Gerücht von der Kanzel herunter zu dementieren: „Meine Mutter hat Walter Mixa bis zu meiner Diakonieweihe nicht gesehen.“

Der Pfarrer hofft übrigens, dass sich das neue Gemeindemitglied in Zukunft nicht mehr so viel mit der Presse unterhält. Er will Mixa „schützen und coachen“. Das könnte klappen: Vor Jahren hat der Pfarrer eine Ausbildung zum Bodyguard gemacht!

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