Die schlimmsten Fälle

Blitzmarathon-Sünder: Mit Tempo 192 auf der Landstraße

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Vorsicht Laser-Messung: Polizeihauptmeisterin Christina Nitsch beim Blitzmarathon am Donnerstag in München.

München - Vier Stunden lang wurde in Bayern geblitzt - Allein in Oberbayern registrierte die Polizei 2229 Tempo-Sünden. Den traurigen Rekord stellte ein Motorradfahrer auf.

Obwohl der 24-stündige Blitzmarathon in Bayern im Vorfeld groß angekündigt wurde, hat die bayerische Polizei auch diesmal wieder tausende Raser erwischt. Rund 320 000 Fahrzeuge wurden kontrolliert. Insgesamt 9244 Geschwindigkeitssünder sind den rund 1800 Polizisten und der kommunalen Verkehrsüberwachung dabei ins Netz gegangen – 2229 davon in Oberbayern. „Das Gros der Autofahrer war angesichts der groß angekündigten Messstellen langsamer unterwegs“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). „Trotzdem gibt es offenbar immer noch viel zu viele Unbelehrbare.“ Beispiele? Bitteschön:

  • Im Zuständigkeitsbereich der Münchner Polizei fiel ein Motorradfahrer mit der deutlichsten Geschwindigkeitsüberschreitung auf. Er war auf der Heinrich-Wieland-Straße im Münchner Osten unterwegs. Doch statt der zulässigen 50 Stundenkilometer hatte er bei der Messung Tempo 105 auf dem Tacho. Ihn erwarten ein Bußgeld in Höhe von satten 560 Euro, zwei Punkte in Flensburg und zwei Monate Fahrverbot.
  • Negativer Spitzenreiter im südlichen Oberbayern war ein Autofahrer im Gemeindegebiet von Mittenwald (Landkreis Garmisch-Partenkirchen). Er wurde mit Tempo 131 geblitzt – erlaubt waren nur 80 Stundenkilometer. Auch für ihn gibt es zwei Punkte, dazu eine Geldbuße von 240 Euro und ein einmonatiges Fahrverbot.
  • Den traurigen Rekord in Oberbayern stellte jedoch ein Motorradfahrer im Landkreis Landsberg auf. Er raste an der B 17 bei Epfach durch die Kontrollstelle. Erlaubt war Tempo 100, der Biker war jedoch mit 163 Stundenkilometern unterwegs.
  • Der bayernweite Rekordwert wurde jedoch in Oberfranken auf der B 22 bei Speichersdorf (Landkreis Bayreuth) gemessen. 192 Stundenkilometer statt der erlaubten 100 – das wird teuer für den 39-jährigen Motorradfahrer. Ihm drohen eine Geldbuße von 1200 Euro, zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot.
  • Und dann war da noch dieser besonders unbelehrbare Autofahrer bei Karlstadt in Unterfranken. Er wurde innerhalb von vier Minuten zweimal mit etwa 30 Stundenkilometern zu viel erwischt – einmal in die eine, einmal in die andere Fahrtrichtung. Er wird nun gleich zweimal angezeigt.

Innenminister Herrmann hat für so ein Fahrverhalten kein Verständnis: „Auf diese Weise sein Leben und vor allem das der anderen aufs Spiel zu setzen, ist völlig skrupellos und hirnrissig. Diesen Verkehrsrowdys schadet es nicht, sich mehrere Monate als Fußgänger Gedanken über ihre unverantwortliche Fahrweise zu machen.“ 177 Menschen starben im vergangenen Jahr auf Bayerns Straßen bei Unfällen, deren Ursache überhöhte Geschwindigkeit war. Herrmann setzt deshalb weiter auf Kontrolle: Bereits im Juli soll es neben den üblichen Geschwindigkeitskontrollen weitere bayernweite Schwerpunktkontrollen geben.

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