Reparaturtrupps schneiden präventiv Autobahnen auf 

Blow-Ups: Große Gefahr auf A92 und A94 bei München

München - Mit den Temperaturen steigt die Gefahr von Blow Ups auf Autobahnen. Insbesondere Betonfahrbahnen sind gefährdet. Dazu zählt etwa die A92 zum Flughafen.

Bei den heißen Temperaturen, wie sie gerade herrschen, steigt auf den Autobahnen die Gefahr von sogenannten Blow-Ups. Wegen der Hitze brechen die Asphaltdecken auf. Für Autofahrer und insbesondere für Motorradfahrer ist das extrem gefährlich. Schließlich kann sich der Asphalt an entsprechenden Stellen aus heiterem Himmel aufwölben. Das Problem besteht ausschließlich bei bestimmten Betonfahrbahnen, wenn sich aneinander liegende Platten ausdehnen.  Mögliche Ursache ist zu dünner Beton, der in älteren Autobahnabschnitten verbaut ist. Blow-Ups stellen sich schlagartig auf, erklärt Andreas Hölzel vom ADAC. "Für Motorradfahrer ist es nahezu unmöglich, rechtzeitig auszuweichen."

In Bayern gilt ab einer Temperatur von 28 Grad eine spezielle Warnstufe. Dann werden Autofahrer über das Radio informiert, mit erhöhter Vorsicht zu fahren. Motorradfahrer sollten die betroffenen Strecken komplett meiden. Ab 30 Grad wird auf den Warnstrecken in Bayern Tempo 80 angeordnet. Grundsätzlich rät der ADAC zu mehr Abstand und umsichtiger Fahrweise.

Die Autobahndirektion Südbayern hat etwa die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der A92 zwischen Dreieck Feldmoching und Dingolfing-Ost auf 80 Kilometer pro Stunde beschränkt. Der Abschnitt rund um den Flughafen scheint besonders gefährdet zu sein. Gleiches Tempolimit gilt auf der A3 zwischen Nittendorf und Sinzing in beiden Richtungen und der A94 zwischen Kreuz München-Ost und Forstinning. Demnach müsse hier aufgrund der hohen Temperaturen mit hitzebedingten Fahrbahnschäden gerechnet werden. Motorradfahrern wird dringend empfohlen, die Strecke zu meiden. Doch was hilft wirklich gegen die Blow-Ups?

Der Verkehrsminister will Autobahnen verstärkt überwachen lassen

Bereits vor zwei Jahren haben sich Autobahnen an einigen Stellen während einer langen Hitzeperiode aufgetan. Auf der A93 bei Abensberg starb ein Motorradfahrer, weil er über eine Aufwölbung gefahren war und anschließend gegen die Leitplanke krachte. Nun, da eine länger anhaltende Hitzewelle in Bayern bevorsteht, schrillen auch bei CSU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt die Alarmglocken. Er hat angekündigt, die Autobahnen verstärkt überwachen zu lassen. "Wir verstärken die Kontrollen mit dem Beginn der Hitzeperiode", sagte Dobrindt der Passauer Neuen Presse. Spezielle Messfahrzeuge würden jetzt untersuchen, wo die Gefahr von Blow-ups der Fahrbahn am höchsten sei. Alle Schäden würden "umgehend repariert".

Diese Reparaturtrupps nehmen derzeit gefährdete Betonabschnitte genau unter die Lupe. Besteht die Gefahr eines Blow-Ups, wird der Beton an dieser Stelle aufgeschnitten. Die Lücken werden mit Asphalt überfüllt. Dadurch soll sich der Asphalt geregelter ausdehnen. Insbesondere die A92 beim Flughafen scheint gefährdet zu sein. Hier wird an mehreren hundert Stellen der Beton präventiv aufgeschnitten.

Sehen Sie hier eine Karte mit den gefährlichsten Stellen.

rat/AFP/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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