Das Bahn-Notkonzept

BOB: Alte Gammelzüge fahren nach Salzburg

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Schön schaut er schon aus, der neue Flirt

München - Die Bahnkunden an den Strecken von München nach Salzburg und München-Kufstein sowie der Mangfalltalbahn München-Holzkirchen-Rosenheim müssen sich ab dem  15. Dezember auf einen Notfahrplan und Ersatzzüge einstellen

 Also doch! Die Bahnkunden an den Strecken von München nach Salzburg und München-Kufstein sowie der Mangfalltalbahn München-Holzkirchen-Rosenheim müssen sich ab dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember auf einen Notfahrplan und Ersatzzüge einstellen. Der französische Veolia-Konzern, der ab dann die Strecken mit seiner Bayerischen Oberlandbahn von DB Regio übernimmt, bestätigte gestern bei der Vorstellung des ersten neuen Flirt-Triebwagens in Rosenheim den tz-Exklusivbericht vom Juli: Die neuen Züge werden nicht fertig und wahrscheinlich auch nicht rechtzeitig zugelassen.

Noch vor vier Wochen ließ der ehemalige BOB-Geschäftsführer Volker Sondermann gegenüber der tz erklären, dass die Übernahme von der DB  reibungslos funktionieren wird und mit den neuen 35 Triebwagen unter dem Markennamen Meridian ab Dezember ein deutlich verbessertes Fahrplankonzept gefahren wird. Dass es Probleme mit der Fahrzugzulassung und der Auslieferung der Züge gibt, dementierte er.

Wie ernst die Situation tatsächlich ist, machte gestern Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer deutlich, der seit Monaten hinter den Kulissen versucht, das Projekt zu retten. Weil bei der Genehmigungsbehörde Eisenbahnbundesamt (EBA) drei Monate vor Inbetriebnahme (die Mindestfrist sind vier Monate) noch immer keine Zulassungsunterlagen eingereicht worden sind, intervenierte er dort erfolgreich: Das EBA stellt extra Personal ab, um die Unterlagen schneller als sonst prüfen zu können. Ob das reicht, ist fraglich.

Probleme erwarten Experten unter anderem bei Fahrten von zwei oder drei gekuppelten Triebwagen. Die Genehmigung für die so genannte „Mehrfachtraktion“ dürfte erst nach Betriebsbeginn eintreffen. Ein weiteres Problem: Wie berichtet, schafft es Fahrzeughersteller Stadler Pankow (wie auch bei anderen Projekten) nicht die 28 Sechs-Teiler (je 333 Sitzplätze und Sieben-Dreiteiler (je 158 Sitzplätze) bis Dezember fertigzustellen. Stadler-Chef Michael Daum räumte ein: „Wir werden nur 20 Sechsteiler auf die Schiene bringen“.

Die Veolia-Chefs Dirk Bartels und Kai Müller-Eberstein haben deshalb ein Notkonzept entwickelt. Müller-Eberstein zum Notfahrplan: „Wir wollen mindestens das bisherige Angebot aufrecht erhalten und einen Teil, der vorgesehenen Zusatzleistungen fahren“. Sollten die 20-Meridian-Triebwagen die Zulassung erhalten sollen sie als Einzelzüge zwischen München und Kufstein sowie zwischen München-Rosenheim pendeln.

Auf der Hauptstrecke nach Salzburg sollen vor allem die vorgesehenen Ersatzzüge fahren. Die BOB-Chefs konnten gestern nicht sagen, ob das Unternehmen zwischen München und Rosenheim in den Hauptverkehrszeiten (6-9 Uhr, 16 bis 19 Uhr jeweils in Lastrichtung) je 6000 Sitzplätze, wie bisher von der DB, oder 7000, wie vom Freistaat bei der BOB bestellt, anbieten wird. Lichtblick: Wie berichtet erkennt die BOB alle DB-Tickets an.

Karl-Heinz Dix

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