EVG macht Drohung wahr

BOB und Meridian streiken noch bis 9 Uhr

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Der Streik begann am frühen Dienstagmorgen.

Holzkirchen - BOB und Meridian streiken am Dienstag - noch bis 9 Uhr rollen keine Züge. Vor allem die Pendler müssen daran glaube. Ein paar Frühzüge fahren aber trotzdem.

Zwischen zwei und neun Uhr werden BOB und Meridian heute bestreikt. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat die 130 Lokführer sowie Zugbegleiter und Werkstatt-Mitarbeiter zum Ausstand aufgerufen. Auch die Mitarbeiter in den Kundenzentren sollen beim Warnstreik mitmachen.

Grund des Streiks ist ein Streit um die Anrechnung von internen Dienstfahrten während der Arbeitszeit. Die EVG will, dass es zu 100 Prozent als Arbeitszeit gilt, wenn ein Lokführer während seines Dienstes zu einem anderen Einsatzort fahren muss, um dort zum Beispiel einen Zug zu übernehmen. Die Geschäftsführung der BOB bietet das auch an – pocht aber auf eine Übergangsregelung, so dass die 100-Prozent-Forderung erst nach 17 Monaten erfüllt wäre.

Das reicht dem EVG-Verhandlungsführer Isidoro Peronace nicht: „Wir kommen am Verhandlungstisch einfach nicht weiter.“ Er will eine Übernahme im jetzigen neuen Tarifvertrag, wie es zum Beispiel für die ebenfalls zum Transdev-Konzern gehörende NordWestBahn ausgehandelt wurde. „Was in Norddeutschland geht, muss auch in Südbayern möglich sein.“

Wegen Streik: Ausfälle und Verspätungen im Morgenverkehr

Fahrgäste des Meridian und der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) müssen Dienstagmorgen mit massiven Einschränkungen rechnen. Im Tarifstreit mit der Gewerkschaft EVG wird am Dienstag zwischen 2 Uhr nachts und 9 Uhr morgens auf allen Linien gestreikt. „Dies wird zu erheblichen Beeinträchtigungen auf den Strecken der BOB im Oberland wie auch bei den Meridian-Zügen führen“, so Isidoro Peronace von der EVG. 

Die Bayerische Oberlandbahn, die auch den Meridian betreibt, hat bereits angekündigt, Busse einzusetzen. Je nach Streikbeteiligung könnten alle Strecken von Salzburg, Kufstein, Bayrischzell, Tegernsee und Lenggries nach München lahmgelegt werden.

Am Montagabend teilte die Bayerische Oberlandbahn mit, dass die Pendler gebeten werden, auf folgende Verbindungen auszuweichen:

  • Zwischen Freilassing und München sowie zwischen Rosenheim und München kann die Südostbayernbahn (SOB) über Mühldorf genutzt werden.
  •  Von Salzburg und Kufstein nach München fahren Fernverkehrszüge. Es gelten die Tarifbestimmungen des Fernverkehrs.
  •  Auf den Strecken Holzkirchen – München, Grafing Bahnhof – München, Kreuzstraße – München und Donnersbergerbrücke – Solln/München können Reisende die S-Bahnen nutzen.

Weiter heißt es in einer Pressemitteilung:

"In den meisten Verbindungen werden die Fahrkarten des Meridian beziehungsweise der BOB anerkannt. Ausnahmen sind das Guten Tag Ticket und das 50/50-Ticket, die von der SOB nicht anerkannt werden. Die Tickets gelten aber ohnehin erst ab 9 Uhr."

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