EVG fordert mehr Lohn 

Schock für tausende Pendler: Streik bei BOB und Meridian droht

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Ein Bild vom Streik 2016. Auch diesmal könnte die Gewerkschaft EVG wieder zu einer Arbeitsniederlegung aufrufen. 

Kommen nun harte Zeiten auf Zugpendler zu? Die Gewerkschaft EVG zeigt sich enttäuscht über die bisherigen Verhandlungen mit der Bayerischen Oberlandbahn und droht mit Arbeitsniederlegungen. 

Holzkirchen - Kommen auf die Pendler massive Verkehrsbehinderungen zu? In einer Pressemeldung droht die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft jetzt Streiks an. 

Hintergrund der Androhung: Die Bayerische Oberlandbahn habe auch in der zweiten Verhandlungsrunde ein „unzureichendes Angebot“ unterbreitet. Laut EVG bot der Arbeitgeber eine Einmalzahlung für den Zeitraum Juni bis Dezember 2017 sowie eine Lohnerhöhung ab dem 1. Januar 2018 von 2,5 Prozent an. 

Aus Sicht der Gewerkschaft ist das zu wenig, zumal die Bayerische Oberlandbahn, die auch den Meridian betreibt, auf die Umstellung zu einer Jahresarbeitszeit besteht. Damit hätte das Unternehmen die Möglichkeit, die tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit in Zeiten mit starker saisonaler Auslastung zu erhöhen - und sie in ruhigeren Zeiten zu senken. 

Die EVG fordert dagegen 4,5 Prozent mehr Lohn und eine Wahloption für die Mitarbeiter, ob sie zusätzlich entweder 2,6 Prozent mehr Geld obendrauf wollen, sechs Tage mehr Urlaub oder eine Stunde Arbeitszeitverkürzung. 

Die Verhandlungen mit der Bayerischen Oberlandbahn wurden nun unterbrochen. Die EVG verlangt ein „grundlegend verbessertes Angebot“ für eine Fortführung. Am Ende der Pressemeldung kündigt die Gewerkschaft an: „Streiks sind jetzt nicht mehr ausgeschlossen.“

Streik an einem kalten Januarmorgen

Den letzten Streik bei Meridian und BOB gab es im 19. Januar 2016 bei Minusgraden. Die Stimmung am Miesbacher Bahnsteig war dementsprechend auf dem Tiefpunkt, wie damals der Miesbacher Merkur berichtete. Der Streik traf vor allem die Pendler, für Schüler standen Busse bereit. Rund 130 Lokführer sowie Zugbegleiter und Werkstatt-Mitarbeiter traten ihren Dienst nicht an. 

Nach einem Warnstreiktag kam es Ende Januar zu einer Einigung zwischen BOB und der Gewerkschaft: Zwei Entgeltanhebungen und ein Kompromiss zur Bruttoarbeitszeit wurden gefunden. Unter anderem einigte man sich darauf, dass Fahrten zu einem anderen Einsatzort während der Dienstzeit von 50% auf 75% als Arbeitszeit angerechnet wurden. 

Der Tarifvertrag galt rückwirkend vom 1. April 2015 bis zum 31. Mai 2017. Nun ist er also schon wieder lange ausgelaufen. 

Auch im August kam es reihenweise zu Zugausfällen bei der Bayerischen Oberlandbahn. Ein Engpass entstand durch die Urlaubszeit und mehrere Krankheitsfälle. 

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