Prostituierte zu Boden geschubst

Bordellaufpasser zu Bewährungsstrafe verurteilt

Schweinfurt - Erstes Urteil in Prozessen um Schweinfurter Bordell: Ein Aufpasser des Etablissements ist zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. 

In den Prozessen um Gewalt und Menschenhandel in einem Schweinfurter Bordell ist das erste Urteil verkündet worden. Das Landgericht verurteilte einen Aufpasser des Etablissements am Donnerstag wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten.

Der geständige 33-Jährige, laut Staatsanwalt das „kleinste Licht“ des Betriebs, hatte eine Prostituierte aus dem Bordell gedrängt und zu Boden geschubst, nachdem sie andere Frauen zum Gehen bewegen wollte. Außerdem hatte er einen Mann verprügelt und mit Pfefferspray angegriffen.

Hauptverfahren gegen Bordellchef wegen schweren Menschenhandels

Der ursprüngliche Vorwurf des versuchten schweren Menschenhandels gegen ihn war widerlegt worden. Der Vorsitzende Richter Erik Ohlenschlager sagte, der Mann habe die Taten unter dem Einfluss des Bordellbetreibers begangen, der ihn ebenfalls malträtiert hatte. Staatsanwalt und Angeklagter nahmen das Urteil an.

Das Hauptverfahren gegen den Bordellchef wegen schweren Menschenhandels läuft noch. Der 38-Jährige und ein weiterer Aufpasser sollen Frauen mit Gewalt und Drohungen zur Prostitution gezwungen haben. Er hatte Gewalt und Strafzahlungen eingeräumt, aber betont, die Prostituierten hätten jederzeit gehen können.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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