Verzweifelter Rettungsversuch

Drama im Reihenhaus: Leonie (8) starb im giftigen Qualm

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Die achtjährige Leonie (ein älteres Foto von einem Ausflug) starb in den Flammen .

Nabburg - Dramatische Szenen haben sich bei einem Brand in Nabburg abgespielt. In einem Haus lodern die Flammen. In dem Gebäude: zwei kleine Kinder.

Es sieht aus wie eine Idylle, in der Kinder glücklich aufwachsen können. Schaukel, Rutsche und Kaninchenstall stehen in dem kleinen Garten des Reihenhauses. Aber an der Fassade sind Rauchspuren zu sehen. Hier hat sich ein Drama abgespielt: Die achtjährige Leonie starb in den Flammen.

Am Dienstagmittag um 13.30 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert: Es brennt in einem Reihenhaus in Nabburg (Kreis Schwandorf). In der Siedlung am Stadtrand spielen sich dramatische Szenen ab. Verzweifelt rennt die 38-jährige Mutter zu einem Nachbarn – er solle die Feuerwehr alarmieren. Sie komme nicht mehr in ihr brennendes Haus. Die Haustür sei ins Schloss gefallen, sie sei ausgesperrt. Und drinnen seien noch der sechsjährige Sohn und ihre Tochter Leonie. Der 64-Jährige nimmt eine Spitzhacke und versucht verzweifelt, die schwere Eingangstür aufzubrechen. Welche Panik muss die Mutter in diesen schier endlosen Sekunden gehabt haben?

Schließlich kann der Nachbar die Tür öffnen. Gleich dahinter, im Flur, stößt er auf den sechsjährigen Buben. Er schnappt ihn sich, bringt ihn nach draußen und übergibt ihn einer weiteren Nachbarin, wie Der Neue Tag berichtet. Inzwischen sind die Retter eingetroffen.

Feuerwehrler mit schwerem Atemschutz dringen sofort ins Innere des Hauses vor. Fieberhaft suchen sie nach Leonie. Im Erdgeschoss finden sie die leblose Zweitklässlerin. Gerade als der an seiner Arbeitsstelle alarmierte Vater (37) kurz vor 14 Uhr an seinem Haus eintrifft, tragen die Retter seine Tochter durch die Terrassentür in den Garten. Seine „kleine Prinzessin“, wie er sie gerne nennt. Das Notarztteam versucht verzweifelt, das Kind wiederzubeleben. Vergeblich. Leonie ist tot.

Der sechsjährige Bub und seine 38-jährige Mutter werden mit Rauchvergiftungen mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Regensburg geflogen. Der 64-jährige Nachbar muss ebenfalls im Krankenhaus behandelt werden. Die Feuerwehrleute blasen den Qualm aus dem Haus.

Noch kann die Polizei keine Angaben zur Ursache des Brandes machen. Ebensoweinig kann der genaue Ablauf des Dramas bestätigt werden. „Nur die Mutter weiß, wie es sich zugetragen hat“, sagt ein Sprecher zur tz. Die Frau sei aber noch nicht vernommen worden.

Derweil untersuchen Brandfahnder von der Kriminalpolizei Amberg und vom Landeskriminalamt das Haus. Bis Ergebnisse vorliegen, können aber noch einige Tage vergehen.

Auf seinem Facebook-Profil hat der Vater im Sommer ein Foto eingestellt, das ihn auf dem Gipfel des Großen Arber zeigt. „Voll auf der Spitze“, hat er dazu geschrieben. Jetzt ist er im tiefsten Tal der Trauer.

VP

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