Nach riesigem Brand über Osterhofen

Dieses Feuer kostet einen Bauern 500.000 Euro

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Gut eine halbe Million Euro muss ein Bauer (36) aus Bayrischzell (Kreis Miesbach) für einen riesigen Brand zahlen, den er im November 20011 über Osterhofen mit einem Daxenfeuer verursacht haben soll.

Bayrischzell - Nicht billig! Gut eine halbe Million Euro muss ein Bauer (36) aus Bayrischzell (Kreis Miesbach) für einen riesigen Brand zahlen, den er im November 20011 über Osterhofen mit einem Daxenfeuer verursacht haben soll.

Die Rauchschwaden waren kilometerweit zu sehen, die Flammen schlugen meterhoch: Es war im November 2011, als ein riesiger Brand am Seeberg über Osterhofen gut zwei Hektar Staatsforst in Asche legte. Jetzt wurde ein 36-jähriger Bauer aus Bayrischzell deswegen zu einer Geldstrafe verurteilt. Wie viel? Gut 500.000 Euro soll der Mann zahlen!

Bei dieser Summe wird jeder Raucher das nächste Mal zweimal darüber nachdenken, ob er bei Trockenheit eine Zigarette im Wald wegwirft. Der Landwirt soll den Brand aber nicht mit einem Glimmstängel verursacht haben, sondern mit einem Daxenfeuer, welches er ganz in der Nähe entzündet hatte. Das Gericht glaubt, dass der Föhnwind dieses – nachdem es der Bauer gelöscht hatte – wieder entfachte und so Funken das trockene Holz ringsum in Brand setzten. Der Hang am Seeberg brannte dann tagelang, sogar Hubschrauber waren im Einsatz, um die Flammen einzudämmen.

Der Mann aus Bayrischzell sieht den Fall hingegen ganz anders: „Ich habe mehrmals überprüft, ob die Feuer komplett erloschen sind“, betonte der Familienvater immer wieder. Tatsache ist: Der Gutachter Hans Schmuderer erklärte die Möglichkeit des Funkenflugs über mehrere hundert Meter. Merkwürdig nur: Auch mit unzähligen Fotos des Geländes und Luftaufnahmen waren sich die Zeugen nicht einig, wo sie die ersten Feuer genau gesehen haben. Zudem habe die Polizei „grottenschlecht ermittelt“, schimpfte die Verteidigerin des Angeklagten. Sie hätte überhaupt keine stichhaltigen Fakten und Beweise gesammelt.

Der Richter sah den 36-Jährigen letztlich eindeutig in der Verantwortung. „Sie haben ein saftiges Feuer entzündet und es eindeutig nicht unter Kontrolle bekommen.“

Wie sich die satte Summe von 500 000 Euro nun zusammensetzt? Über 341 000 Euro muss der Landwirt jetzt an die Bayerischen Staatsforsten leisten, hinzu kommen 80 Tagessätze à 30 Euro sowie alle Verfahrenskosten und sonstigen Auslagen. Und das ist nicht alles: Auch die Rechnung von über 120 000 Euro für den Feuerwehreinsatz muss bezahlt werden. Macht zusammen rund 500.000 Euro. Der Bayrischzeller Bauer hat inzwischen Berufung gegen dieses Urteil eingelegt.

tz

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