"Geklaut, sorry"

Brief mit Geld am Tatort: Dieb zeigt Reue

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Filialleiterin Daniela Raith zeigt den Brief des reumütigen Diebs, der „geklaut“ gern mal mit d schreibt

Straubing - Ein Dieb zeigt Reue: In Straubing hat einen Unbekannten dermaßen sein schlechtes Gewissen geplagt, dass er ein paar Tage nach der Tat einen Brief am Tatort deponierte.

"Den rechten Weg wirst nie vermissen, handle nur nach Gefühl und Gewissen." Diese großen Worte schrieb einst Goethe höchstpersönlich. Ob die Hauptfigur unserer folgenden Geschichte diesen Ausspruch kennt, darf zwar bezweifelt werden – aber immerhin ließ auch er sich wieder auf den rechten Weg bringen. In Straubing nämlich plagte einen Ladendieb dermaßen sein schlechtes Gewissen, dass er ein paar Tage nach der Tat einen Brief am Tatort deponierte. Mit einer Entschuldigung – und dem Geld, das er schuldig war.

Aber der Reihe nach: Unser Unbekannter schlug vor ein paar Tagen zu. Abgesehen hatte es der Langfinger auf ein derzeit besonders angesagtes Konsolenspiel: Assassin’s Creed. Ladenpreis: knapp 70 Euro. Und er hatte Erfolg. Das Personal entdeckte am Abend nur die abgerissene Plastikfolie mit dem Etikett – der Täter war da mit seiner Beute längst über alle Berge.

Doch dann kam die Wende: Zwei Tage später entdeckte eine Müller-Mitarbeiterin an einem Mitarbeiter-Computer einen Briefumschlag, adressiert an die Filialleitung. Und als Daniela Raith das Kuvert öffnete, staunte sie nicht schlecht: Darin waren 70 Euro in bar sowie eine handgeschriebene Mitteilung: „Für Assassins Creed xbox one. Hatte es am Mittwoch geklaut. Sorry!“ Die Verkäuferin war baff: „So was habe ich noch nie erlebt“, sagte sie dem Straubinger Wochenblatt .

Da es in dem Spiel (freigegeben ab 16) um einen Killer geht, der böse Menschen um die Ecke bringen muss, wird der Dieb wohl eher männlich (und eventuell sehr jung?) sein. Wie auch immer, er darf jetzt wieder mit reinem Gewissen schlafen. Der Drogeriemarkt sieht den Diebstahl nämlich mit dem Schreiben als erledigt an. „Das war einfach eine tolle Geste“, so die Filialleitung. Ehrlich währt halt doch am längsten …

tz

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