Hinterläufe durchschossen

Brutale Tierquälerei: Wild im Wald sterben lassen

Oberau - Unfassbar: Jemand hat einem Wild die Hinterläufe durchschossen, ohne sich weiter darum zu kümmern. Tagelang robbte es durch den Wald. Nun soll der Täter überführt werden.

Tessy Lödermann hat schon viel Schlimmes gesehen. Aber diese Bilder lassen die Tierschützerin nicht mehr los. "So was hab’ ich selten gesehen.“ Das Tier wird sie nie mehr vergessen.

Gefunden hatte es letzte Woche ein Landwirt am Heuberg bei Oberau. Das Tier robbte auf den Vorderläufen durchs Gebüsch, völlig abgemagert und am Ende seiner Kräfte. Jemand hatte seine Hinterläufe durchschossen. Ein Bein war völlig abgetrennt, das andere hing nur noch an einer Sehne. „Der Anblick der geschundenen Kreatur trieb mir die Tränen in die Augen“, sagt Lödermann. So stark verletzt und blutend quälte sich das Wild tagelang durch den Wald.

Besonders tragisch: Das Rotwild hat ein Kitz, ihr Gesäuge war voll Milch. Was aus dem Jungtier geworden ist, weiß niemand. Vermutlich ist es schon verhungert.

„Das sind keine Menschen, die sowas machen“, sagt Willi Fleischhacker. Der Revierjäger ist auch immer noch völlig geschockt von dem Anblick. Ihn hatte der Landwirt sofort gerufen, er erlöste das Tier mit einem Gnadenschuss. Der Experte erkannte an den Wunden sofort, dass sie bereits mehrere Tage alt waren.

Verstehen kann er nicht, warum jemand das Tier so leiden ließ. „Das gibt’s eigentlich nicht. Ein Jäger hat so ein Tier normalerweise in zehn Minuten erlegt.“ Spätestens bei der so genannten Nachsuche finden Hunde ein verletztes Wild, wenn es nicht durch den Schuss getötet wurde. Mit einem Hund kann der Verantwortliche aber nicht nochmal das Jagdgebiet abgegangen sein, um sicherzugehen, dass sich kein Tier verletzt quält. „Ganz sicher nicht“, unterstreicht Fleischhacker. Er hätte es finden müssen. Die Nachsuche schreibt das Jagdgesetz aber vor.

Darum erstattete Fleischhacker Anzeige bei der Polizei. Auch Lödermann will unbedingt verhindern, dass der Täter ungestraft davonkommt. Der Tierschutzverein, dem sie vorsteht, hat 500 Euro Belohung ausgesetzt, wenn der Täter ermittelt werden kann. Für Lödermann steht fest: „Jemand, der so etwas tut, darf nicht mit der Waffe im Wald unterwegs sein.“ Damit nicht noch mehr schreckliche Bilder in ihrem Kopf dazukommen.

Wer etwas zur Klärung des Fall beitragen kann, soll sich im Tierheim (0 88 21/5 59 67) oder bei der Polizei (0 88 21/91 70) melden.

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