Wirbel um Geburtstagswunsch

Bürgermeister bittet 600 Gäste um Geldgeschenke

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Otto Probst sorgt mit seinem Wunsch für Wirbel

Langdorf - Otto Probst (CSU), Bürgermeister von Langdorf, hat mit 600 Gästen seinen 60. Geburtstag gefeiert. Dass er sich Geldgeschenke gewünscht hat, sorgt für Irritationen.

Es war die größte Sause des Jahres. Bis nach 4 Uhr in der Früh drängten sich zum 60. Geburtstag des Bürgermeisters Otto Probst (CSU) 600 Gäste in der Festhalle Langdorf (Kreis Regen). Aufgetischt wurden Leberkäs und Kartoffelsalat zuhauf, es gab Freibier bis zum Abwinken. Man wusste sogar hernach zu berichten: „Es gibt ja nicht wenige, die den energischen Gemeinde-Regenten liebevoll zu König Otto I. küren.“ Es wäre alles also super gewesen, doch da war noch dieser Geschenkewunsch. Den empfinden einige – auch wegen der Verwandtenaffäre – als einen Wunsch mit fehlendem Fingerspitzengefühl …

Ortskönig Otto hatte jedenfalls gerufen und alle kamen, vom Generalmajor bis hin zum CSU-Bundestagsabgeordneten Ernst Hinsken, selbst SPD-Landrat Michael Adam war geladen, nebst Vereinschefs, Gemeinderat, Freunde und Bekannte. Eigentlich alle Bürger aus Langdorf, die länger aufbleiben durften. Und diese gaben, was sich der Jubilar gewünscht hatte: Bargeld. „Bitte keine Sachgeschenke, lieber eine bescheidene Spende für eine Geburtstagsreise mit Loni“, hatte Probst auf die Einladung geschrieben. Loni ist seine Ehefrau. Mal 20, mal um die 50 Euro pro Person sollen es gewesen sein. Das Geld hat jedenfalls locker für die Reise nach Mallorca ausgereicht, zu der Probst dann aufbrach.

Seit Montag ist er wieder im Dienst – und etwas wortkarg. Wieviel Geld insgesamt zusammenkam, will er nicht verraten. Er habe halt befürchtet, „dass jeder mit einem Bierkrügel“ ankomme. Auf die Frage des Münchner Merkur, ob es für einen Bürgermeister vielleicht nicht besser sei, anlässlich des Geburtstags zu einer Spende für karitative Zwecke aufzurufen, kommt die Gegenfrage. „Woher wollen’s wissen, dass ich nicht gespendet habe?“ Hat er? Dazu sagt Probst erstmal nichts.

Nicht jeder Bürgermeister verfährt so wie er. Eine Woche davor hatte Probsts Kollegin Ilse Oswald, Bürgermeisterin in Regen, ebenfalls ihren 60. Geburtstag gefeiert. Die Geldspenden ließ die Freie Wählerin einem wohltätigen Zweck zugehen.

Schon einmal hatte CSU-Mann Probst Schlagzeilen produziert: 2010 bekniete er Bayerns Statthalterin in Brüssel, Emilia Müller, so lange, bis die Bayerische Vertretung 25 000 Euro springen ließ – damit der Bürgermeister und seine 50 Mann starke Gefolgschaft auf Staatskosten einen 18 Meter langen Maibaum nach Brüssel karren. 1400 Liter mitgebrachtes Bier wurden damals – na ja – konsumiert. Bis zum letzten Tropfen.

dw/mc

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