Noch enge Verbundenheit zur Heimat

Einst in A-Klasse in Bayern: Finden Sie Hoffenheim-Coach Nagelsmann?

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Julian Nagelsmann (stehend; dritter von links) war in der Saison 2010/2011 fester Bestandteil des FC Issing und feierte mit seinem Heimatverein den Aufstieg in die Kreisklasse.

FC Issing - Seit etwa zwei Wochen ist Julian Nagelsmann mit gerade einmal 28 Jahren der jüngste Trainer in der langen und facettenreichen Geschichte der Fußball-Bundesliga. In seinem Heimatdorf Issing erinnert man sich gerne an die Zeiten, in denen Nagelsmann noch die Schuhe für den FCI schnürte.

Als Schiedsrichter Günter Perl am Samstag ein letztes Mal seine Pfeife ertönen ließ und damit die Bundesliga-Partie zwischen der TSG Hoffenheim und dem 1.FSV Mainz beendete, ballte TSG-Coach Julian Nagelsmann beide Fäuste und bejubelte den ersten Sieg seiner jungen Profi-Trainerkarriere.

Zur selben Zeit freuten sich auch im oberbayerischen Issing einige Leute mehr als vielleicht je zuvor über einen Sieg der Hoffenheimer. Dem plötzlichen weiß-blauen Fan-Aufkommen liegt die Tatsache zu Grunde, dass mit Nagelsmann seit Neuestem ein waschechter Issinger auf der Trainerbank sitzt. Günther Fent, der sportliche Leiter des heimischen FC Issing, gerät jedenfalls ins Schwärmen, wenn man ihn auf das sportliche Aushängeschild der 2.500-Seelen-Gemeinde anspricht. "Julian ist einfach ein super Typ! Wir freuen uns alle, dass er so einen erfolgreichen Start bei den Profis hingelegt hat und drücken ihm natürlich bei jedem Spiel die Daumen", erklärt Fent.

Spielgestalter in der A-Klasse

Das Urgestein des FCI stand in der Saison 2010/2011 sogar noch gemeinsam mit Nagelsmann in der A-Klasse auf dem Platz. Aufgrund seiner Trainerausbildung konnte Nagelsmann zwar nicht trainieren, war aber, sofern es sein Terminplan zuließ, bei den Spielen des FCI parat. "Wir sind damals in die Kreisklasse aufgestiegen und Julian war unser Spielgestalter", erinnert sich Fent an die erfolgreichen Tage.

Obwohl Nagelsmann nach einer Jugendausbildung beim FC Augsburg und dem TSV 1860 München seinen Mitspielern fußballerisch hochüberlegen war, stellte sich dieser stets in den Dienst der Mannschaft. Laut Fent wirkte der jetzige Bundesliga-Trainer jederzeit positiv und motivierend auf seine Kollegen ein. "Ich habe niemals mitbekommen, dass Julian einen Spieler angemault hätte oder etwas ähnliches", so Fent. "Er konnte schon damals die Qualität seiner Mitspieler sehr gut einschätzen und wusste, was er von ihnen erwarten kann und was eben auch nicht."

Der Kontakt zwischen den Jugendfreunden aus Issing und Nagelsmann besteht auch heute noch. So ist der Newcomer beispielsweise noch Mitglied der WhatsApp-Gruppe der ersten Mannschaft des FCI und somit stets über alles bestens informiert. Zuletzt besuchten ihn auch einige Kicker in Hoffenheim und schauten ihm bei der einen oder anderen Trainingseinheit im Kraichgau über die Schultern.

Fent: "Wir wussten, dass Julian es packen wird"

Für Fent ist der steile Aufstieg seines früheren Mitspielers indes keine Überraschung. "Julian war auch als Spieler sehr zielstrebig und wusste genau, was er erreichen will. Für uns war klar, dass er es früher oder später nach oben schaffen wird", beschreibt der Fußballer-Chef. Etwaige Eskapaden oder Fehltritte im Zuge der Meisterfeier möchte Fent auf Nachfrage nicht preisgeben.

Er betont, dass Nagelsmann ein "eher ruhigerer Zeitgenosse" sei, mit dem man sich aber vortrefflich auf ein paar Bier zusammensitzen und über Gott und die Welt philosophieren könne. So hat er auch zum Abschluss nur positive Worte für den Issinger Stern am Fußballhimmel auf Lager: "Julian ist ein bodenständiger, sympathischer Junge, der beim FC Issing immer voll integriert war. Wir wünschen ihm nur das Beste und freuen uns schon, wenn er das nächste Mal bei uns vorbei schaut."

Simon Nutzinger

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