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Bergdrama in Tirol: „VW-Bus-große Brocken“ - Bundeswehrsoldat kann nur noch tot geborgen werden

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Von: Johannes Welte

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Am Fuß der Felswand türmen sich die Gesteinsbrocken drei Meter hoch
Die Bergretter suchen nach dem verschütteten deutschen Soldaten © Zoom Tirol

Bergdrama im Gebiet des Wilden Kaisers nahe Kufstein (Tirol): Bei einer Kletterübung der deutschen Bundeswehr wurde ein Teilnehmer von einem Bergsturz verschüttet. Nun herrscht traurige Gewissheit.

Update vom 10. Juni, 18.54 Uhr: Im Fall des in Tirol verunglückten und von einer Felslawine verschütteten deutschen Bundeswehrsoldaten herrscht nun traurige Gewissheit. Einsatzkräfte von Militär und Polizei konnten den 30-Jährigen am Freitagnachmittag orten, wie die österreichische Polizei berichtete. Sie hätten den Mann allerdings nur noch tot bergen können. „Wir sind in tiefer Trauer“, twitterte das Verteidigungsministerium in Berlin. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und den KameradInnen.“

Der Mann war Soldat des Kommandos Spezialkräfte (KSK). Der Unfall passierte am Donnerstag auf dem Gemeindegebiet von Kirchdorf (Bezirk Kitzbühel) im Kaisergebirge. Die Eliteeinheit absolvierte dort eine Gebirgsausbildung. Der Soldat wurde verschüttet, als sich oberhalb des Einsatzortes bei einem Felssturz rund 50 Kubikmeter Steine lösten. Vier weitere Deutsche, mit denen der Mann unterwegs war, blieben unverletzt.

Bergdrama im Gebiet des Wilden Kaisers: Bundeswehrsoldat verunglückt und verschüttet

Erstmeldung: Kufstein - Fünf Heeresbergführer übten gestern etwa 100 Meter oberhalb des Stripsenjoches am Teufelswurzgarten das Abseilen im Felsgelände. Zwei der Soldaten hatten sich bereits abgeseilt und waren wieder auf dem Weg nach oben, als der dritte (30) beim Abseilen den Fuß der Wand erreichte. In diesem Moment lösten sich von der Felswand etwa 50 bis 100 Kubikmeter Fels.

Bergdrama nahe der bayerischen Grenze: Kameraden hörten lautes Grollen

Oberhalb von der Absturzstelle hatten die vier anderen Lehrgangsteilnehmer nur ein Donnern gehört. Auf Zurufen antwortete ihr Kamerad nicht, sie gingen zu Fuß nach unten und sahen dort nur den riesigen Steinhaufen, unter dem ihr Kamerad steckte.

Bergretter spricht von „VW-Bus-großem Brocken“

„Das waren VW-Bus-große Brocken, die den Mann unter sich begruben“, berichtet Hannes Millinger, Einsatzleiter von der Bergrettung St. Johann. Der Soldat blieb unter einer drei Meter dicken Schicht von Felsbrocken begraben.

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Suchaktion wegen weiterer Felsabbrüche gestoppt

Eine Suchaktion mit Bergrettern, Alpinpolizei und Feuerwehr wurde gestartet, ein Suchhund erschnüffelte den Verschütteten. Da sich weitere Felsbrocken aus der Wand lösten, wurde die Suchaktion abgebrochen. Die Behörden planen jetzt, mit schwerem Gerät den Verschütteten zu bergen. Für ihn gibt es kaum Hoffnung, die anderen Soldaten blieben unverletzt.

Die Soldaten sind Mitglieder des Kommandos Spezialkräfte (KSK)

Der Verschüttete 30-jährige Deutsche ist ein Soldat des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr. Zu dem Unfall sei es gekommen, als die Eliteeinheit eine Gebirgsausbildung absolvierte, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag in Berlin. Die deutschen Kommandosoldaten werden zu Heeresbergführern ausgebildet, um auf den Kampf im Gebirge vorbereitet zu sein. Das KSK ist in Calw (Baden-Württemberg) stationiert. Laut Tiroler Polizei stammt der 30-Jährige aus dem Landkreis Böblingen (Baden-Württemberg) (dpa/jw).

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