Schockierende Vorwürfe

Patientinnen missbraucht? Arzt mit bizarren Ausreden

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Ein Arzt des Klinikums Bamberg soll Patientinnen sediert und sich an ihnen vergangen haben.

Bamberg - Der Bamberger Chefarzt Dr. Heinz W. hat sich nun in Briefen an Kollegen zu Wort gemeldet und darin versucht, seine Taten zu erklären. Doch seine Begründungen muten bizarr an.

Seit zwei Monaten sitzt der Bamberger Chefarzt Dr. Heinz W. (48) in U-Haft. Er soll zehn Patientinnen und zwei Mitarbeiterinnen (17 bis 28) des Bamberger Klinikums unter Narkose sexuell missbraucht haben. Jetzt hat sich der Mediziner in Briefen an Kollegen zu Wort gemeldet – und die Taten mit Forscherinteresse begründet! Sein neuer Verteidiger Dieter Widmann sagt: „Er hatte keine sexuellen Motive!“ Vielmehr will Gefäßchirurg W. eine neue Methode zur Untersuchung von Beckenvenenthrombosen entdeckt haben. Dass er dabei den Schambereich, wo solche Blutstauungen zu sehen seien, fotografiert habe, sei zu Dokumentationszwecken geschehen.

„Er ist eine Koryphäe auf dem Gebiet, man muss den Mann verstehen“, sagt Anwalt Widmann. Er habe den Frauen, die nun Nebenklägerinnen im bevorstehenden Prozess sind, mit Operationen das Leben gerettet. „Die waren alle ganz happy“, so Widmann. Ganz anders sieht das Martin Reymann-Brauer, der vier Opfer vertritt: „Es hat ihnen den Boden unter den Füßen weggezogen, als sie von den Bildern erfuhren.“ Mehr als eine Million Fotos hat die Staatsanwaltschaft Bamberg bei W. zu Hause und im Dienstbüro beschlagnahmt. Auch dafür hat der Verteidiger eine Erklärung: „Er wollte einen Film drehen, hat aber die Kamera falsch eingestellt, so dass sie 30 Bilder pro Sekunde machte.“

Der Prozess soll im ersten Halbjahr 2015 starten.

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