„Schlichtweg Irrsinn“

Gastro-Öffnung in Bayern? Wirt rechnet mit Söders Politik ab und zeigt das große Problem auf

Stühle und Tische vor einem Lokal
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Markus Söder verkündete eine Öffnungsperspektive für die bayerische Gastronomie - doch ein Lokal-Inhaber äußert Kritik.

Die Corona-Zahlen sinken. Markus Söder kündigte deshalb die Öffnung der Außengastronomie an - bei einer stabilen Inzidenz unter 100. Ein Lokal-Inhaber aus Bayern zeigt sich frustriert.

Hallstadt - Die Corona-Lage im Freistaat scheint sich zu entspannen, die Zahlen sinken. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder verkündete deshalb zu Wochenbeginn Lockerungen der Corona*-Maßnahmen. Auch mit dabei: Die von vielen langersehnte Öffnung der Gastronomie - eine Regelüberblick finden Sie hier.* Demnach darf die Außengastronomie bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 öffnen. Stabil heißt, der Wert muss fünf Tage in Folge unter dem Grenzwert liegen.

Bayerischer Wirt poltert gegen Corona-Politik - „Es ist schlichtweg Irrsinn“

Von einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz* unter 100 ist Hallstadt (Landkreis Bamberg) noch ein Stück weit entfernt. Das Robert-Koch-Institut* (RKI) meldet für die oberfränkische Stadt am Samstag einen Wert von 123,0. Trotzdem hat ein Hallstadter Wirt bereits klargestellt, wie er zur Öffnung der Außengastronomie steht. Auf Facebook machte Sandro, Inhaber vom „Frei‘lich“, seinem Ärger Luft.

Seit Oktober sei man nun zu 100 Prozent auf das To-Go-Geschäft eingestellt. „Um Euch den gleichen Service und kulinarische Erlebnisse bieten zu können, gehört leider auch mehr dazu als nur den Schlüssel umzudrehen“, meint er. Das sei mit viel Organisation und Kosten verbunden. „Es ist schlichtweg Irrsinn, jetzt mit dem ersten Glockenschlag unserer Regierung, das Restaurant aufzusperren“, stellt er klar. Viele hätten sicher in den letzten sechs Monaten „auch nur die Hälfte der getroffenen Entscheidungen verstanden oder Logik dahinter gesehen.“

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Lokal-Inhaber aus Bayern kritisiert Corona-Politik: Regierung „trotziges, unentschlossenes Kind“

„Wir hatten ja das beste Beispiel letztes Jahr gesehen. Trotz massenhafter Auflagen und Konzepte, die alle zu 100% durchgeführt wurden, wurden wir ohne Prüfung oder Ähnliches einfach wieder geschlossen“, ärgert sich der „Frei‘lich“-Inhaber in seinem Facebook-Post. „Solange unsere Regierung sich wie ein trotziges, unentschlossenes Kind verhält und keine klaren Linien schafft, sehen wir uns nicht in der Lage normal zu öffnen“, kritisiert er.

„Jetzt wieder damit anzufangen uns ins Verderben zu lockern oder zu verordnen macht uns leider auch keinen Spaß mehr“, zeigt er sich niedergeschlagen. Sein Facebook-Post soll aber nicht als Hasspredigt gesehen werden, sondern vielmehr als sein Statement zur momentanen Öffnungspolitik. Am Ende des Facebook-Posts zeigt sich Sandro dann aber hoffnungsvoll. Er kündigt an, dass man sich schon auf die Wiedereröffnung vorbereite. „Nur wird das Ganze durchdacht und ordentlich stattfinden und nicht übers Knie gebrochen.“ (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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