Impfzentren schlagen Alarm

Ärger und Aufwand: Immer mehr Menschen in Bayern verschieben zweiten Impftermin - „Gründe machen sprachlos“

Nürnberger Impfzentrum.
+
Nürnberger Impfzentrum.

Immer mehr Menschen in Bayern wolle ihre zweite Impfung gegen das Coronavirus verschieben. Andere melden sich erst gar nicht ab. Die Organisatoren können da nur den Kopf schütteln.

München - Die Impfungen gegen das Coronavirus* schreiten weiter voran. Deutschlandweit wurden bereits über 30 Millionen Dosen verimpft. Mit 28,9 Prozent aller Einwohnern, die bereits mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft* wurden, liegt Bayern deutschlandweit auf Platz 5 der Bundesländer-Rangliste. Dennoch ist der Weg zur Herdenimmunität noch weit, zumal lediglich 7,5 Prozent der bayerischen Bevölkerung bereits vollständig geimpft sind. Erst wer auch seine zweite Dosis erhalten hat, wird künftig mit negativ getesteten Personen gleichgestellt.

Corona-Impfungen in Bayern: Viele Termine nicht wahrgenommen - Aufwand enorm

Umso mehr verwundert es da, dass offenbar immer mehr Menschen nun die Termine für ihre Corona*-Zweitimpfung verschieben möchten. Andere vereinbaren sich erst gar keinen Termin, obwohl sie sich zuvor beim Impfportal registriert haben oder erscheinen nicht zum vereinbarten Zeitpunkt an den Impfzentren. Für die Organisatoren stellt all dies eine enorme Herausforderungen und einen großen Aufwand dar, letzteres ist jedoch besonders ärgerlich. Wie die Münchener Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek dem BR berichtet, seien etwa fünf Prozent aller Menschen, die am Impfzentrum in München mit dem Astrazeneca*-Impfstoff hätten geimpft werden sollen, nicht zu ihrem Termin erschienen - etwa vier mal so viel, wie bei den Impfstoffen von Biontech* oder Moderna*.

Zweitimpfungen gegen Corona: Immer mehr Anfragen zur Terminverschiebung - Gründe machen sprachlos

Zudem, so Zurek, hätten insgesamt rund 60.000 impfberechtigte Personen der Priorisierungsgruppen* 1 und 2 trotz Registrierung auf dem BAYIMCO-Portal keinen Termin für eine Erstimpfung ausgemacht. Die Gründe dafür können vielfältig sein, jedoch appelliert Zurek an alle, die keinen Termin im Impfzentrum wahrnehmen möchten, ihren Account zu löschen, um die Planung der Impfstoffeinteilung der Corona-Impfdosen* für die Organisatoren zu erleichtern.

Im Video: Lauterbach glaubt an guten Sommer

Vor allem bei der Zweitimpfung wird es derzeit häufig problematisch. Termine würden oft nicht eingehalten, klagen die Impfzentren. Auch würde überdurchschnittlich oft eine Verschiebung des oft Wochen im Voraus festgelegten Termins angefragt. Alleine im Lankdreis Rottal-Inn sollen 15 bis 20 Prozent der Impfberechtigten eine Verschiebung ihres zweiten Termin beantragen. Ein Wunsch, der nicht immer realisierbar ist.

Corona in Bayern: Urlaub an Pfingsten? Impflinge planen optimistisch

Vor allem nicht, wenn die Gründe dafür für die Organisatoren nicht nachvollziehbar sind. Eva Arbinger, Leiterin des Rottaler Impfzentrums nennt einige der am häufigsten genannten Gründe zur Terminverschiebung, die auffällig häufig um die Pfingstfeiertage herum stattfinden, darunter Dienstreisen, Hochzeiten oder Urlaubsreisen. Vor allem bei den Freizeitterminen dürfte man verwundert sein, sind größere Personenansammlungen bislang doch noch untersagt und Urlaubsreisen noch kaum möglich -zumindest ohne Quarantänepflicht. Doch das scheint vielen Menschen mittlerweile vollkommen egal zu sein. So spricht die Stadt Weiden sogar von Verschiebungsgründen, „die sprachlos machen“. Viele Impfzentren wollen nun dazu übergehen, nur noch medizinische sowie berufliche Gründe zur Verschiebung zu akzeptieren.

*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA Übrigens: Die wichtigsten Geschichten aus dem Freistaat gibt‘s jetzt auch in unserem brandneuen, regelmäßigen Bayern-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare