Reaktion auf Laschet-Vorstoß

„Corona-Lockdown-Herumgeeiere“: CSU-General mit Rundumschlag - Söders Minister legt nach

Markus Blume neben Markus Söder
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CSU-Generalsekretär Markus Blume (l.) übt heftige Kritik.

Armin Laschet will den Corona-Gipfel mit Kanzlerin Merkel vorziehen. Bayern wäre dazu unter einer Bedingung bereit. Derweil übt CSU-Generalsekretär Markus Blume heftige Kritik.

Update vom 6. April, 13.21 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hatte für einen „Brücken-Lockdown“ geworben, die geplante Ministerpräsidentenkonferenz möchte er vorziehen. Bayern sei dazu bereit, aber nur wenn alle Bundesländer grundsätzlich zu einer Regelverschärfung bereit seien (siehe Erstmeldung). Der Freistaat sieht mit Blick auf den „Brücken-Lockdown“ allerdings noch Klärungsbedarf. „Bayern setzt sich weiter für ein konsequentes Vorgehen im Kampf gegen die Pandemie ein. Deshalb ist es erfreulich, wenn auch andere Bundesländer auf diesen Kurs einschwenken. Allerdings müsste zunächst mehr Klarheit darüber herrschen, was genau Nordrhein-Westfalen plant.“ Das sagte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Dienstag in München. Er ist derzeit auch Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz.

Der CSU-Politiker sagte weiter: „Bei einem Anstieg der Infektionszahlen muss auch über schärfere Maßnahmen beraten werden.“ Es sei aber sehr wichtig, dass neue Schritte von den Bürgerinnen und Bürgern akzeptiert werden. „Deshalb brauchen wir konkrete Konzepte, die mit wissenschaftlichen Daten untermauert sind. Das gilt auch für den Vorstoß aus Nordrhein-Westfalen“, sagte Holetschek.

„Corona-Lockdown-Herumgeeiere“: Söders CSU-General mit Rundumschlag

Erstmeldung vom 6. April, 8.39 Uhr: München - Sollte die Ministerpräsidentenkonferenz* (MPK) vorgezogen werden, um früher über die aktuelle Corona*-Lage zu sprechen? Bayern ist nur dann für ein Vorziehen auf diese Woche, wenn alle Bundesländer grundsätzlich zu einer Verschärfung der geltenden Corona*-Regeln bereit sind.

CSU*-Generalsekretär Markus Blume sagte am Montagabend im Politik-Talk „Die richtigen Fragen“ bei Bild live: „Eine neue MPK bringt ja nichts, wenn danach wieder jeder Seins macht. Deshalb ist ganz entscheidend, dass die Bereitschaft der Länder da ist zu weitergehenden Maßnahmen.“

Kein „Corona-Lockdown-Herumgeeiere“ mehr: CSU-Generalsekretär Blume mit deutlicher Forderung

Damit reagierte der CSU-Politiker auf den Vorschlag des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet*, im Kampf gegen Corona einen schnellen und harten „Brücken-Lockdown“ zu beschließen. Damit solle die Zeit überbrückt werden, bis viele Menschen geimpft seien, forderte der CDU*-Chef am Ostermontag in Aachen. Die für den 12. April geplante Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten will er deshalb auf die kommenden Tage vorziehen.

Video: Der „Brücken-Lockdown“ - Was bedeutet das?

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Corona in Deutschland: CSU-Generalsekretär Blume übt Kritik

Die CSU sei dazu bereit, das sei aber nicht überall der Fall, sagte Blume weiter. Mancher wolle ja sogar sein ganzes Land zu einer Modellregion mit Öffnungen erklären, kritisierte er mit Blick auf das Saarland, das an diesem Dienstag mit dem Ausstieg aus dem Lockdown beginnen will. „Ein Corona-Lockdown-Herumgeeiere, wie wir das bei der letzten MPK erlebt haben mit stundenlangen Sitzungen, und danach geht man auseinander, und jeder macht Unterschiedliches, das kann nicht der Weg sein.“

Vorgezogene MPK mit Merkel, Söder und weiteren Länderchefs? Karl Lauterbach ist skeptisch

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich ebenfalls skeptisch über eine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz. Solange sich einzelne Bundesländer gegen Ausgangsbeschränkungen sperrten, nutze auch ein neues Treffen nichts, sagte er bei Bild live. (kam/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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