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Inzidenz in Corona-Hotspot schießt weiter nach oben - Intensivbetten voll: „Höhepunkt noch nicht erreicht“

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Von: Katarina Amtmann

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Coronavirus - Intesivstation
In Mühldorf am Inn ist kein Intensivbett mehr frei (Symbolbild). © Fabian Strauch/dpa

Mühldorf am Inn ist Deutschlands Corona-Hotspot Nummer 1. In dem oberbayerischen Kreis ist kein Intenisvbett mehr frei - ein Arzt schlägt Alarm.

Mühldorf am Inn - Der bayerische Landkreis Mühldorf am Inn bleibt weiter Deutschlands Corona-Hotspot. Am Donnerstag meldete das Robert-Koch-Institut eine Inzidenz von 621,5. Am Vortag hatte sie noch bei 592,4 gelegen. Im Bayern liegen acht der zehn deutschen Hotspots.

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Mühldorf: Kein einziges Intensivbett mehr frei - „Sind am Limit“

Im Mühldorfer Klinikum ist mittlerweile kein einziges Intensivbett mehr frei. Vor rund drei Wochen lag die Inzidenz noch unter 100, danach ging die Zahl stark nach oben. Seit Freitag hätten sich die Corona-Fälle auf den Intensivstationen mehr als verdoppelt. „Da sind wir schon am Limit“, erzählt Dr. Gregor Zimmermann, Chefarzt der Pneumologie und Beatmungsmedizin am Mühldorfer Innklinikum, im Gespräch mit t-online.de.

Corona-Hotspot Mühldorf am Inn - Chefarzt mit düsterer Prognose: „Höhepunkt noch nicht erreicht“

Der Arzt gibt im Interview mit t-online.de auch keine Entwarnung: „Ich denke, wir haben den Höhepunkt noch nicht erreicht.“ Erst nächste Woche werde man sehen, ob die Intensivkapazitäten reichen. Denn zwischen einer Infektion und der Behandlung auf der Intensivstation liegen meist mehrere Tage.

Doch dass Mühldorf mittlerweile den Grenzwert von 600 gerissen hat und das Krankenhaus an der Belastungsgrenze arbeitet, führt bislang nicht zu strengeren Corona-Maßnahmen. Kinder gehen weiter in die Schule oder die Kita und auch das Nachtleben findet - unter Hygieneauflagen - statt, wie t-online.de weiter berichtet.

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Mühldorf am Inn ist Deutschlands Corona-Hotspot Nummer 1

Dass der oberbayerische Kreis trotz hoher Inzidenz nicht zurück im Lockdown ist, findet Landrat Max Heimerl gut. Angesichtes des Impffortschritts in Deutschland dürfen sich die Menschen wieder vergleichsweise frei fühlen. Dieses Bedürfnis könne er „menschlich gut verstehen“, sagte er der Süddeutschen Zeitung (SZ). „Nur die wenigen Regeln, die wir noch haben, die müssen halt eingehalten werden“, fordert er. Nicht alle würden aber immer vorsichtig und rücksichtsvoll handeln. Das sei aber nicht nur in Mühldorf der Fall.

Die Impfquote sei zwar nicht hoch, aber immerhin noch höher als anderswo im Südosten Bayerns. Von Corona-Partys wie in Miesbach, wo sich Berichten zufolge Impfunwillige absichtlich mit Corona infizieren*, habe man in Mühldorf noch nichts gehört.

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Corona in Bayern: Mühldorf am Inn ist Hotspot - Ungeimpfte auf Intensivstation

Am Mühldorfer Klinikum zeigt sich mittlerweile: „Etwa 80 Prozent der Corona-Patientinnen und -Patienten, die intensiv versorgt werden müssen, sind ungeimpft. Und die wenigen Geimpften haben schwere Vorerkrankungen“, so Zimmermann gegenüber t-online.de. „Die standen vorher mitten im Leben und landen dann plötzlich auf der Intensivstation“, so der Arzt über immer mehr junge Erkrankte.

Die Inzidenz bei den 5-14-Jährigen liegt laut t-online.de bei 935 (Stand 27. Oktober), bei den 15-34-Jährigen bei 812. Laut Zimmermann gebe es mehrere kleine Infektionsgeschehen: „Die Infektionen finden in der Schule oder in den Familien statt.“ (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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