Physio, Kartenspielen, Besuche, Spazierengehen

Neue Corona-Regeln für Bayern: Was sich seit Montag geändert hat - und was ab kommender Woche gilt

Ab Montag (20. April) treten erste Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen in Kraft. Das Bayerische Gesundheitsministerium erklärt auf Nachfrage, was dies genau bedeutet.

Update vom 25. April, 10.37 Uhr: Ab Montag heißt es im Kampf gegen das Coronavirus in ganz Bayern: Maske auf! Doch gilt das nur in Bus und Läden? Oder auch beim Radeln? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Update vom 20. April, 11.23  Uhr: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat im Rahmen einer Regierungserklärung im bayerischen Landtag am Montag über die Lockerungen im Rahmen der Corona-Krise in Bayern gesprochen. Bayern führt demnach nun doch eine Maskenpflicht in allen Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr ein.

Von kommende Woche an sollen dort Mund-Nasen-Schutz, Alltagsmasken oder auch Schals Pflicht sein: „Man nennt das im allgemein auch eine Maskenpflicht.“ Diese werde im gesamten öffentlichen Nahverkehr gelten und in allen Geschäften, die schon jetzt geöffnet haben. Dazu zählen unter anderem auch Supermärkte.

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Trotz der Corona-Krise soll es künftig auch in Bayern wieder mehr Möglichkeiten für Demonstrationen geben. Er habe den Innenminister gebeten, in dieser Woche noch einen Vorschlag zu machen, der eine Struktur für die nächsten Wochen legen könne, sagte der CSU-Chef. Denkbar sei die Erlaubnis von Versammlungen von bis zu 20 Personen. Es sei wichtig, schnell zu belastbaren Ergebnissen zu kommen, da Grundrechte auch in der Corona-Krise gelten.

Auch bei Gottesdiensten deutete Söder eine Lockerung an. Ab 3. Mai seien Treffen von Glaubensgemeinschaften unter strengen Auflagen vorstellbar, sagte er. Das geltende Verbot dürfe kein Dauerzustand bleiben. Die Lockerungen sollen für alle Glaubensgemeinschaften gelten. „Wir brauchen auch für den gesamten Ramadan eine Lösung.“

Gastronomie und Hotellerie müsse geschlossen bleiben, so Söder. Dies sei für die Branche schwer. Die Gastronomie sei eine Drehscheibe für Viren“ gewesen, so Söder und führt als Beispiel Apres-Ski oder Starkbierfeste an. Söder hoffe auf Erleichterungen zu Pfingsten, dies sei aber nur eine Hoffnung. Einen Fahrplan könne es aktuell noch nicht geben. „Aber wir helfen der Gastronomie“, so der Ministerpräsident. Die Mehrwertssteuer solle dort auf sieben Prozent gesenkt werden.

Erst ab nächster Woche kommen Auto-, Fahrrad- und Buchhandel dazu. Fast 80 Prozent des Handels würden dadurch geöffnet werden.

Acht der zehn vom Coronavirus am schlimmsten betroffenen Landkreise liegen in Bayern. Sind Starkbierfeste die Ursache für die Hotspots?

Coronavirus in Bayern: Das bedeuten die Lockerungen im Alltag - und das bleibt verboten

Darf ein Paar sich jetzt wieder zum Kaffeeklatsch mit einem Freund treffen?

Nein. Die Lockerung ist vor allem für Alleinstehende gedacht, damit auch sie jemanden treffen können. Sie gilt für Sport und Bewegung an der frischen Luft – dazu gehören auch Spaziergänge.

Darf ich Skat spielen – mit einem dritten Mann neben der Ehepartnerin?

Nein, solche Treffen sind auf insgesamt zwei Personen beschränkt. Man kann also nur allein eine Person treffen – der Skat oder gar der Schafkopf ist nicht drin. Es ist zwar möglich, am nächsten Tag eine andere Person zu treffen. „Aber es sollte immer an das Ziel gedacht werden, Ansteckungen möglichst zu vermeiden. Die Vernunft und die Rücksichtnahme auf andere Menschen gebieten es also, möglichst wenige unterschiedliche Kontaktpersonen außerhalb des eigenen Haushalts zu treffen“, so das Bayerische Gesundheitsministerium.

Wie steht es mit Besuchen im Alten- und Pflegeheim?

Die Lockerung ändert nichts am Besuchsverbot für Altenheime und Pflegeeinrichtungen. „Wir wollen durch dieses Besuchsverbot einen möglichst umfassenden Schutz gewährleisten und verhindern, dass Infektionen in die Alten- und Pflegeheime getragen werden“, so das Gesundheitsministerium. Denn für deren Bewohnerinnen und Bewohner ist das Risiko eines schweren, auch tödlichen Verlaufs der Erkrankung hoch. Dagegen ist der Besuch von alten und kranken Menschen, die nicht in Pflege- oder Altenheimen sind und Unterstützung brauchen, bereits jetzt ein triftiger Grund, die eigene Wohnung zu verlassen.

Ist beim Spazierengehen mit der dritten Person der 1,50-Meter-Abstand einzuhalten?

Ja. Wenn der Schutzabstand eingehalten wird, darf man mit dieser Person auch auf einer Parkbank sitzen.

Markus Söder hält am Montag (20. April) eine Regierungserklärung. Thema dürften auch die ab heute geltenden Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen in Bayern sein.

Corona-Regeln in Bayern im Überblick: Was nun wieder erlaubt ist - und was verboten bleibt

Sind wieder Nachhilfeunterricht oder Klavierstunden möglich?

Die neue Lockerung, die ab dem 20. April gilt, betrifft nur Sport und Bewegung an der frischen Luft. Allerdings ist bereits jetzt kommerzielle Nachhilfe weiterhin erlaubt, wenn sie jeweils bei den Schülern daheim erteilt wird, sofern die Abstandsregeln eingehalten werden. Die Nachhilfelehrer haben einen Gewerbeschein und damit einen triftigen Grund, das Haus zur Ausübung beruflicher Tätigkeit zu verlassen und ihre Dienstleistung bei Schülern daheim anzubieten. Da Schüler, auch minderjährige Klavierschüler, keiner beruflichen Tätigkeit nachgehen, haben sie also keinen triftigen Grund das Haus zu verlassen und bei den Nachhilfelehrern daheim Unterricht zu nehmen.

Dürfen Patienten wieder zum Logopäden oder Physiotherapeuten gehen?

Praxen für Medizinische Fußpflege, Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie dürfen eingeschränkt betrieben werden zur Behandlung von Patienten, wenn dies medizinisch dringend erforderlich ist. „Medizinisch dringend erforderlich sind insbesondere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen, die der Abwendung von lebensbedrohlichen Gefahren für die körperliche oder seelische Unversehrtheit oder von Krankheitsfolgen, der Linderung von Schmerzzuständen oder der Aufrechterhaltung elementarer Lebensfunktionen dienen und keinen Aufschub erlauben“, so das Ministerium. Die Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Und wie steht’s mit dem Personal Trainer für die Fitness?

Auch das persönliche Training ist nur möglich, sofern ein Arzt es für erforderlich hält. 

Corona-Krise in Bayern: Die Entscheidung über die schrittweise Schulöffnung ist gefallen. Nun reagierte Markus Söder auf einen Vorschlag von Wolfgang Schäuble.

Alle Entwicklungen in Bayern zum Coronavirus lesen Sie in unserem aktuellen Ticker. 

Unruhe gibt es aktuell in Bayerns Politik: Die Freien Wähler fordern eine sofortige Maskenpflicht - und stellen den Corona-Kurs von Markus Söder infrage. 

Ab 27. April gilt in Bayern eine Maskenpflicht - wir erklären die Hintergründe.

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Rubriklistenbild: © dpa / Sven Hoppe

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