News-Ticker für Bayern

Corona-Krise in Bayern: Söder denkt an weitere Verschärfungen - und will bei einem Thema „nacharbeiten“

In Bayern steigen die Corona-Fallzahlen weiter stark an. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erteilte baldigen Lockerungen der Maßnahmen nun eine Absage - und ging noch ein Stück weiter.

  • Ganz Deutschland befindet sich in einem „Lockdown-Light“. Um die bayerische Test-Strategie gibt es jetzt Diskussionen in der Staatsregierung.
  • Unterdessen werden aufgrund der Corona-Krise Krankenwagen in Bayern knapp (siehe Update vom 14. November, 09.05 Uhr).
  • Dieser Ticker wird laufend aktualisiert.
  • Hier bieten wir Ihnen in einer Karte* die aktuellen Fallzahlen in Bayern.

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Update vom 15. November, 22.10 Uhr: Mit Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte es über das Thema schon heftigen Zoff gegeben - nun fordert Ministerpräsident Markus Söder (CSU) deutschlandweit eine Maskenpflicht an Schulen. „Ich werbe dafür, dass wir die Maskenpflicht überall einführen“, sagte Söder am Sonntag in einem Bild-Talk - am Montag steht der nächste Corona-Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel an.

Söder dürfte damit auch einen Vorgeschmack auf eine zunehmend unnachgiebige Haltung auch mit Blick auf Bayerns Schulen gegeben haben. Wer Schule offen halten wolle, müsse auf Masken setzen, auch in der Grundschule, betonte er. Man müsse „beim Thema Schule noch mal intensiv nacharbeiten“. Wenn es zu Wechselunterricht komme, vor allem für ältere Schüler, gehe es um die Frage: „Wie können wir dann das Digitalformat weiter gestalten?“

Eine Debatte könnte sich in Bayern zudem auch in Sachen Feuerwerk an Silvester anbahnen. Aufgrund der Corona-Pandemie denkt unter anderem die Millionenstadt Köln an ein Verbot - die Landtags-Grüne Katharina Schulze zeigte sich von der Idee und einem gleichlautenden Vorstoß in Berlin angetan.

Corona-Krise in Bayern: Kulturschaffende können nun neue Hilfe beantragen

Update vom 15. November, 20.00 Uhr: Erstmals in der Corona-Krise können von Montag an auch Kulturveranstalter ohne eigenes Theater oder Bühne Hilfen beantragen. Der Freistaat hatte das Programm zur Unterstützung von Kulturschaffenden entsprechend ausgeweitet und bereits gewährte Hilfen verlängert. Das Programm soll vor allem kleinen und mittleren Kulturveranstaltern eine Perspektive bieten. „So stabilisieren wir diesen für die Kulturlandschaft Bayerns unverzichtbaren Teil der Branche“, sagte Staatsminister Bernd Sibler (CSU) am Sonntag. Zu den für Kulturveranstalter schon bereitgestellten maximal 30 Millionen Euro sollen nun bis 31. Juli 2021 weitere 15 Millionen Euro fließen.

Corona-Pandemie in Bayern: Wirte im Münchner Umland ignorieren Regeln - Todesfall nach Ausbruch an Klinikum

Update vom 15. November, 18.55 Uhr: Nach wie vor bereiten hohe Corona-Fallzahlen in Bayern Sorge. Doch im Umkreis der ebenfalls stark betroffenen Landeshauptstadt haben am Wochenende trotzdem zwei Wirte die Corona-Regeln ignoriert: In Olching und Germering stieß die Polizei auf eine Feier und ein „Treffen“ in Gasträumen. Nun müssen Gastgeber und Gäste mit Anzeigen rechnen, wie Merkur.de* berichtet.

Update vom 15. November, 15.34 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in der Münchner Klinik Neuperlach erleben die Ärzte und Krisenmanager an diesem Wochenende ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst bekamen sie ermutigende Testergebnisse auf den Tisch. Dann folgte im Laufe des Sonntags die traurige Nachricht eines Todesfalls. Nach Informationen von tz und Münchner Merkur handelt es sich um eine hochbetagte und schwerkranke Patientin.

Corona in Bayern: Aktuelle Zahlen geben keinen Grund für Entwarnung

Update vom 15. November, 14.37 Uhr: Laut aktuellster Zahlen des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und
Lebensmittelsicherheit (LGL) wurden am Sonntag 3.424 neue Coronavirus-Infektionen in Bayern gemeldet. Insgesamt haben sich damit inzwischen 157.089 in Bayern mit Sars-CoV-2 infiziert. 3.130 Menschen sind mittlerweile im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion verstorben. Mit einer Inzidenz von 185,27 liegt der Wert weiter deutlich über der kritischen Marke von 50, die als Ziel für mögliche Lockerungen der geltenden Corona-Beschränkungen verkündet wird.

Corona in Bayern: Zahlen in München weiter hoch - lässt R-Wert hoffen?

Update vom 15. November, 14.22 Uhr: In München zeichnet sich auch am Sonntag kaum ein Hoffnungsschimmer angesichts der neuen Corona-Infektionszahlen ab. 463 neue Coronavirus-Fälle und vier weitere Todesfälle wurden dort im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 für Samstag, 14. November gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt mit einem Wert von 211,4 in der Landeshauptstadt weiter weit über der kritischen Marke* von 50 und ist im Vergleich zum Vortag sogar leicht gestiegen. Der R-Wert dagegen ist zum dritten Mal in Folge leicht gesunken und liegt inzwischen bei 0,95.

Update vom 15. November, 8.35 Uhr: In Deutschland herrscht seit nun rund zwei Wochen der „Lockdown Light“, den die Ministerpräsidenten gemeinsam mit Kanzlerin Merkel (CDU) beschlossen hatten, um den plötzlich stark ansteigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus in der Bundesrepublik wieder Herr zu werden.

Am Montag (16. November) findet der nächste Krisen-Gipfel der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin per Videoschalte statt. Dort soll unter anderem darüber diskutiert werden, ob die bisherigen Maßnahmen erfolgreich beziehungsweise ausreichend waren, um die Situation zu verändern. Schon vorab hatten mehrere Verantwortliche und Experten einer möglichen früheren Lockerung der Corona-Beschränkungen eine Absage erteilt, da die Infektionszahlen seit Beginn des Lockdown kaum nennenswert gesunken sind.

Corona in Bayern: Ministerpräsident Söder schließt Lockerungen der Maßnahmen aus

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ging nun in einem Interview mit der Bild am Sonntag sogar noch ein Stück weiter. Dort sagte der 53-Jährige: „Wir müssen überlegen, ob die bisherigen Maßnahmen ausreichen. Wir brauchen einheitliche Regeln für alle und dürfen die Bevölkerung nicht täglich verwirren.“ Mit Blick auf das europäische Nachbarland Italien, in dem bereits vergangene Woche ein Verbot der Regierung ausgesprochen wurde, Weihnachten mit der weitläufigen großen Verwandtschaft zu feiern, wie in Italien üblich, warnte Söder sogar eindringlich vor möglichen frühen Lockerungen. „Es gibt absolut keinen Spielraum für Lockerungen. Wer zu früh lockert, der riskiert Weihnachten.“

Weiterhin steigende Corona-Zahlen in Bayern: Markus Söder nennt großes Ziel - es gibt Hoffnung

Urlaubsreisen oder ähnliches sieht Söder für dieses Jahr definitiv nicht mehr. „Unser großes Ziel sollte nicht sein, „Wohin kann man Weihnachten in den Urlaub fahren?“, sondern, „Mit wem kann ich Weihnachten zusammen sein?“ Dabei sei es das oberste Ziel, auch der Regierenden, „soviel Familie wie möglich möglich“ zu machen. Damit dies gelinge, müsse aber auch die Bevölkerung mitarbeiten.

Welche Verschärfungen Söder für durchsetzbar hält, sollten die Infektionszahlen nach wie vor nicht sinken, darauf wollte der Ministerpräsident keine klare Antwort geben. Während des „Lockdown Light“ hatte die Regierung lediglich den Einzelhandel sowie Schulen und Kitas von den Maßnahmen ausgenommen. Eine Verschärfung der Regeln, sowie weitere Schließungen, kämen, wie in Österreich, also einem harten Lockdown aus dem Frühjahr gleich.

Update, 14.21 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat einer zu frühen Lockerung der aktuellen Anti-Corona-Maßnahmen eine klare Absage erteilt. Bis Ende November gebe es „auf keinen Fall eine Lockerung - das macht überhaupt keinen Sinn“, sagte der CSU-Chef am Samstag in einer Rede bei einer Internet-Landesversammlung der bayerischen Jungen Union. Söder schloss weder eine Verlängerung des befristeten Teil-Lockdowns noch eine weitere Verschärfung der Maßnahmen aus. Mit Blick auf neue Bund-Länder-Beratungen am Montag sagte er: „Ob‘s verlängert werden muss - möglich, wir werden sehen. Ob mehr gemacht werden muss - das wird dann alles entschieden.“

Corona in Bayern: Regierung hält Impfungen als Reserve - Opposition übt Kritik

Update, 12.22 Uhr: Mehr als eine halbe Million Grippe-Impfdosen werden in Bayern noch immer als Reserve zurückgehalten. Sie sollen nach einem Bericht der Augsburger Allgemeinen demnächst verteilt werden. Das bayerische Gesundheitsministerium verwies am Samstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur auf einen Kabinettsbeschluss vom 23. Juni, der die Vorratshaltung vorsehe. Dies sei auch öffentlich mitgeteilt worden.

„Es handelt sich unseres Wissens nach um rund 550 000 Dosen der sogenannten Bayern-Reserve, die der Freistaat Bayern erworben hatte“, zitierte die Zeitung dazu den Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB), Wolfgang Krombholz. Die Kassenärztliche Vereinigung habe die Freigabe bereits Ende Oktober gefordert. „Insofern begrüßen wir es, dass dies nun erfolgen soll.“

Die Opposition kritisierte das Vorgehen der Staatsregierung. „Seit Wochen gibt es Berichte, dass der Grippeimpfstoff knapp wird und viele Ärzte und Apotheken am Markt keinen mehr bekommen“, sagte die Gesundheitsexpertin der SPD-Landtagsfraktion, Ruth Waldmann, dem Blatt. Waldmann verwies dabei auch auf zahlreiche Impfappelle des Gesundheitsministeriums.

Corona in Bayern: Wird Lockdown verlängert? Söder gibt ehrlichen Ausblick

Update, 11.08 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich auf der Plattform „Jodel“ zum aktuell laufenden „Lockdown-Light“ geäußert. Man werde beobachten, inwiefern die aktuellen Maßnahmen Wirkung zeigen und dann entscheiden, ob eine Verlängerung oder gar eine Verschärfung notwendig sei. Daneben sprach der CSU-Chef auch über die anstehenden Feiertage. Zu Silvester könne man bereits jetzt sicher sagen, dass es eher „sehr kleine Partys“ geben werde, so Söder.

Update vom 14. November, 09.05 Uhr: In der Corona-Krise in Bayern zeigt sich nun ein neues Problem: Die Krankentransportwagen des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) werden knapp. Das liege zum einen daran, dass mehr Patienten transportiert werden müssten, sagte ein Sprecher des BRK in München. Zum anderen würden Corona-Einsätze länger dauern. So müssten Sanitäter mehr Zeit einplanen, um etwa ihre Schutzbekleidung zu wechseln und die Wagen zu desinfizieren. Patienten, die keine Notfälle seien, müssten womöglich mit etwas mehr Wartezeit rechnen. Wegen der vielen stark ausgelasteten Krankenhäuser müssten zudem häufig weiter entfernte Kliniken mit freien Betten angefahren werden. Unversorgt bleibe deswegen aber niemand, betonte der Sprecher.

Wenn es Engpässe gibt springen, wie schon vor Corona*, Ehrenamtliche ein - zum Beispiel von der Wasser- oder Bergwacht. „Es geht nicht darum, dass jemand mit beispielsweise einem Herzinfarkt Angst haben muss, dass kein Rettungsdienst kommt“, sagte der Sprecher. In diesen Fällen kämen Rettungswagen zum Einsatz.

München mit immer größerem Abstand zu „Ziel-Wert“ - Söder-Regierung will Corona-Strategie kippen

Erstmeldung vom 13. November, 18 Uhr:

München - In der München Klinik gibt es am Standort Neuperlach einen Corona-Ausbruch. Das bestätigte eine Kliniksprecherin gegenüber Münchner Merkur und tz. Zehn Patienten und drei Mitarbeiter wurden demnach positiv getestet.

Corona in Bayern: Ausbruch in Münchner Krankenhaus - Stadt mit hoher Inzidenz

Die Infektionen geschahen im Zentrum für Akutgeriatrie und Frührehabilitation. Hierbei handelt es sich um einen separaten, vom Haupthaus getrennten Fachbereich. Der Ausbruch geht nach Angaben der Klinik wohl auf einen Patienten zurück. Für diesen lag zum Zeitpunkt der Aufnahme ein Coronatest mit negativem Ergebnis vor. Der Patient zeigte demnach auch keine Coronatypischen Symptome. Solche traten allerdings später, im Verlauf des Klinikaufenthaltes, auf. Ein erneuter Test habe dann ein positives Ergebnis angezeigt.

Die bayerische Landeshauptstadt weist derzeit eine 7-Tage-Inzidenz von 214,9 auf. Damit entfernt sich die Isar-Metropole immer weiter vom Ziel-Wert der Inzidenz von 50. Diesen Richtwert hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) jüngst ausgerufen, um die aktuell geltenden Maßnahmen wieder lockern zu können. Rund um die Bekämpfung der Corona-Pandemie gibt es in der bayerischen Staatsregierung jetzt Diskussionen rund um die Test-Strategie.

Die mit der CSU im Freistaat regierenden Freien Wähler fordern für Bayern eine neue Corona*-Teststrategie und stellen sich damit direkt gegen Aussagen von Ministerpräsident Markus Söder. „Die Teststrategie in Bayern muss unverzüglich an die aktuelle Entwicklung angepasst werden. Die bisherige Strategie der Jedermann-Tests droht zu Test-Engpässen zu führen und verursacht hohe Kosten“, sagte Generalsekretärin Susann Enders am Freitag. Sie verwies dabei auf einen entsprechenden Beschluss des Landesvorstands der Freien Wähler von Donnerstagabend, den auch Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger mitträgt.

Corona in Bayern: Söder hält an Test-Strategie fest - auch für Menschen ohne Symptome

Noch in dieser Woche hatte Söder erklärt, an der bisherigen Strategie mit Tests auch für Menschen ohne jegliche Krankheitssymptome festhalten zu wollen: „Wir werden in Bayern auf jeden Fall die kostenlosen Tests fortsetzen“, sagte er am Montag in München.

Die Freien Wähler, die in der Sitzung des Kabinetts am Dienstag, in der es auch um die Teststrategie ging, den Kurs der CSU noch mitgetragen haben, sehen dies nun anders: „Ärzte und Labore sind maximal ausgelastet“, sagte Enders. Um eine weitere Belastung der Kommunen und Mediziner zu verhindern, müsse die Strategie schnell angepasst werden. Zwischen CSU und Freien Wählern hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder Streit über die Corona-Politik der Staatsregierung gegeben.

Söder-Regierung prescht vor: Freie Wähler wollen Abkehr von Corona-Strategie

Aiwanger geht in der Mitteilung der Freien Wähler nicht direkt auf die Kritik an der Teststrategie ein. Stattdessen verwies er auf die zunehmende Spaltung der öffentlichen Meinung zur Corona-Lage und stellte fest, dass sich die Freien Wähler stets für „zielführende und verhältnismäßige Maßnahmen“ eingesetzt hätten. „Wir müssen die Menschen noch mehr mitnehmen bei politischen Abwägungen, um bei der Krisenbewältigung erfolgreich zu sein. Nur wenn die Bürger die Entscheidungen nachvollziehen können, machen sie bei der Umsetzung aktiv mit, anstatt sich frustriert zurückzuziehen.“ *Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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