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Drastische Söder-Prophezeiung: „Leider kommt Corona mit großer Wucht zurück“

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Von: Thomas Eldersch

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Die Corona-Zahlen steigen weiter in Bayern. Das Ende der epidemischen Lage zu beschließen, scheint deshalb der falsche Schritt zu sein. Jetzt steht das Ergebnis der MPK fest.

Update vom 22. Oktober, 14.24 Uhr: Die MPK in Bonn ist mittlerweile Geschichte. Die Ministerpräsidenten diskutierten am heutigen Vormittag das erste Mal seit Monaten wieder gemeinsam vor Ort über die Corona-Politik der kommenden Monate. Man blieb dabei, dass die epidemische Lage am 25. November enden wird. Jedoch votierten alle einstimmig dafür, dass es einen bundesweiten Rechtsrahmen darüber hinaus benötigt, um die Schutzmaßnahmen weiter auf einen sicheren Sockel zu stellen. Besonders die wohl künftige regierende Ampel-Koalition stehe jetzt in der Pflicht, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder* (CSU). Er schrieb auf Twitter: „Leider kommt Corona mit großer Wucht zurück. Die neue Ampel-Mehrheit darf sich nicht wegducken. Wir müssen vorsichtig bleiben, um gut durch den Herbst und Winter zu kommen. Ohne Rechtsgrundlage des Bundes wären die Bürgerinnen und Bürger schutzlos.“

Corona in Bayern: RKI weist 68 Regionen im Freistaat als Hotspot aus

Update vom 22. Oktober, 12.35 Uhr: Bei focus.de hat man sich die Mühe gemacht und alle Corona-Brennpunkte in Deutschland genauer untersucht. Dabei fiel auf, dass ein überwältigender Teil der sogenannten Corona-Hotspots - also Regionen mit einer Inzidenz über 100 - in Bayern liegen. 68 Hotspots zählt der Freistaat am Freitag. Dahinter kommt erst einmal lange nichts. Auf Platz zwei liegt Baden-Württemberg mit 30 Brennpunkt-Regionen gefolgt von Thüringen mit 21. Nur in vier Bundesländern gibt es keine Kommune oder Landkreis, die oberhalb der 100 liegt. Das sind das Saarland, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg.

Die Top Ten im Freistaat führt - wie bereits unten erwähnt - der Landkreis Mühldorf am Inn mit 453,3 an. Dann folgen LK Berchtesgadener Land (428,9), LK Traunstein (418,1), LK Straubing-Bogen (382,3), LK Miesbach* (340,4), Stadt Rosenheim (314,5), Stadt Regensburg (294,9), LK Cham (292,0), LK Rosenheim (282,7) und Stadt Straubing (277,2). Die drei niedrigsten Inzidenzwerte gab das RKI für den Landkreis Tirschenreuth (40,4), die Stadt Erlangen (44,5) und die Stadt Bayreuth (51,3) an.

Erstmeldung vom 22. Oktober, 10.25 Uhr: München - In den vergangenen Tagen zog die Corona-Lage* wieder extrem an. Vor allem der bayerische Südosten steht dabei im Fokus. Nirgendwo in Deutschland sind die Zahlen so hoch wie dort. Da klingt der Vorschlag des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn* (CDU), Ende November die epidemische Lage auslaufen lassen zu wollen, fast wie Hohn. Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek (CSU), stellt sich deshalb klar gegen die Pläne des Unions-Kollegen.

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Corona in Bayern: Drei Landkreise mit einer Inzidenz über 400

Neun der zehn höchsten 7-Tage-Inzidenzen werden derzeit im Freistaat registriert*. Beim Blick auf das RKI-Dashboard am Freitag, 22. Oktober, leuchtet einem dunkles Rot entgegen. Vor allem die Kreise und Städte im Südosten stechen heraus. Inzwischen hat der Landkreis Mühldorf am Inn* (453,3) den bisherigen Spitzenreiter, Berchtesgadener Land* (428,9), überholt. Im Landkreis Traunstein* (418,1) wird ebenfalls die 400er-Marke geknackt. Bayern liegt mit 153,9 inzwischen auf Platz zwei im Ländervergleich. Nur Thüringen hat mit 192,7 noch einen höheren Wert. Und die kalte Jahreszeit beginnt gerade eben erst.

Bayerns Gesundheitsminister Holetschek hat deshalb auch eine klare Meinung zum Vorschlag von Jens Spahn. Es brauche eine Verlängerung der epidemischen Lage über den November hinaus, sonst „könnte das Infektionsschutzgesetz nicht mehr ohne weiteres angewendet werden“, sagte er der Augsburger Allgemeinen am Freitag. Testnachweis- und Maskenpflicht hätten dann keine ausdrückliche Rechtsgrundlage mehr. „Das müssen wir unbedingt vermeiden - denn mit Blick auf möglicherweise steigende Infektionszahlen im Winter werden wir weiter Schutzmaßnahmen brauchen.“

Corona in Bayern: Holetschek appelliert an die MPK

Deshalb appelliert der CSU-Politiker auch an die heute zum ersten Mal seit langem wieder in Präsenz stattfindenden Ministerpräsidentenkonferenz. Und das Thema soll auch auf der Agenda stehen. So soll über einen rechtssicheren Rahmen, um die Corona-Schutzmaßnahmen aufrechterhalten zu können, diskutiert werden. Sollte Spahn tatsächlich seine Ankündigung wahr machen, dann würde die Corona-Notlage am 25. November enden. Jedoch könnten die Länder laut Infektionsschutzgesetz über die jeweiligen Parlamente die Notwendigkeit weiterer Corona-Maßnahmen feststellen. (tel mit dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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