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Nach Corona-Kritik an Söder: Auch Holetschek unter Beschuss - „Doppelmoral“

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Hippodrom Festzelt Söder Holetschek
Gastrofruehling im Hippodrom Festzelt am 25. April 2022. Markus Söder und Klaus Holetschek mit Angela Inselkammer (Präsidentin Dehoga Bayern). © IMAGO / Sven Simon

„Vorsicht und Umsicht“ war lange Zeit das bayerische Corona-Motto. Nach dem Wegfall vieler Regeln setzt die Regierung eigentlich auf Eigenverantwortung.

München - Bayern ging in der Corona-Pandemie einen strikten Kurs. Doch aus „Team Vorsicht und Umsicht“ wurde irgendwann „Team Augenmaß“ und „Team Lockerung“. Mit dem „Freedom Day“ fiel dann Anfang April ein Großteil der Regeln. Doch die Staatsregierung um Markus Söder warnte: Corona sei noch nicht vorbei und appellierte, weiterhin Maske zu tragen und Abstand zu halten.

Corona-Regeln ausgelaufen - Söder für Volksfest-Hopping kritisiert

Markus Söder - selbst mit Corona infiziert - war direkt nach seiner Genesung im Bierzelt auf einem Volksfest. Der CSU-Chef wurde dafür harsch kritisiert. „Von der Isolation direkt ins Bierzelt, Vorbild?“ war da unter anderem zu lesen.

Kritik kam auch von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, als er verkündete, dass die Wiesn 2022 stattfinden wird: „Ich nehme zur Kenntnis, dass der bayerische Gesundheitsminister, Herr Holetschek, täglich vor den Gefahren des Herbstes warnt, während der bayerische Ministerpräsident sich auf allen Volksfesten, die gerade stattfinden, zeigt - ohne Maske, mit Maßkrug in der Hand und ohne Abstand.“ 

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Bayerns Gesundheitsminister kritisiert - „Und wieder fehlt die Maske bei dem Typen mit Vorbildfunktion!“

Nun gerät Bayerns Gesundheitsminister ebenfalls in die Kritik. Zu einem Bild, das ihn mit weiteren Personen beim Festakt „500 Jahre Fuggerei“ in Augsburg ohne Maske und Abstand zeigt, kommentiert jemand auf Facebook: „Und wieder fehlt die Maske bei dem Typen mit Vorbildfunktion!“ Und eine weitere Person kritisiert: „Ich verstehe die Welt nicht mehr, wollten Sie nicht trotzdem weiter die Maske tragen?“

In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen Anfang April hatte Holetschek mit Blick auf die auslaufenden Maßnahmen erklärt, er finde es gut, wenn ein Stück Normalität zurückkehre. „Aber ich hätte mir auch gewünscht, dass das Tragen der Maske in Innenräumen als niedrigschwelliges Instrument noch für vier Wochen Pflicht bleibt.“ Auf der Seite des Gesundheitsministeriums wird aktuell (18. Mai) weiter auf die Einhaltung der AHA-Regeln hingewiesen (Abstand - Hygiene - Alltagsmaske).

Corona: Kritik an Holetschek

Am 9. Mai postete Holetschek dann ein Foto mit Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer Schwaben. Beide stehen ohne Maske und Abstand nebeneinander. Ironisch kommentiert jemand das Foto mit: "Bitte, lassen Sie sich für immer impfen und tragen Sie für immer die Maske, es ist zu Ihrer eigenen Sicherheit und der Ihrer Mitbürger!!! Vielen Dank für Ihre Hilfe." Aber: Holetschek hatte in dem Interview mit der Augsburger Allgemeinen gesagt, dass er die Maske in den nächsten Wochen in Innenräumen weiter tragen werde. Auf dem kritisierten Foto hält er sich draußen an der frischen Luft auf.

Corona-Freedom-Day für Bayern

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Corona-Kritik an Holetschek: „Man braucht wohl nichts weiter zu dieser Doppelmoral sagen“

Und unter einem Foto vom Maibock-Fest der CSU in Dietmannsried, das Holetschek mit vier anderen Menschen ohne Abstand und Maske zeigt, ist folgender Kommentar zu finden: „Man braucht wohl nichts weiter zu dieser Doppelmoral sagen“.

Auf dem Profil des bayerischen Gesundheitsministers sind auch zahlreiche Fotos mit Maske zu sehen - das scheint die Kritiker aber nicht zu besänftigen. (kam)

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