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Tausende Menschen protestieren in Bayern gegen Corona-Maßnahmen - Polizei schreitet mehrfach ein

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Zahlreiche Menschen versammelten sich in Bayern, um gegen die geltenen Corona-Maßnahmen zu demonstrieren
Zahlreiche Menschen versammelten sich in Bayern, um gegen die geltenden Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. (Archivbild) © Stefan Sauer/dpa

Ohne Abstände und Masken - am Wochenende zogen wieder Gegner der Corona-Maßnahmen durch bayerische Innenstädte. Dabei gab es große Unterschiede bei den Teilnehmerzahlen.

München - In mehreren bayerischen Städten haben am Wochenende Menschen gegen die Corona*-Maßnahmen demonstriert. In Schweinfurt* zogen am Sonntagabend rund 800 bis 1000 Menschen durch die Innenstadt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Die Versammlung lief den Angaben zufolge friedlich ab. Teilweise musste die Polizei jedoch einschreiten, weil die Menschen keine Masken trugen und keinen Abstand zueinander hielten. Zudem war die Demonstration nicht angemeldet, weshalb derzeit noch nach den Verantwortlichen ermittelt wird, wie der Sprecher mitteilte.

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Corona-Demos in Bayern: Polizei zeigt Frau in der Oberpfalz wegen SS-Symbol an

In Neumarkt in der Oberpfalz* trafen sich am Samstag laut Polizei zunächst 1300 Menschen. Als sich der Demonstrationszug in Bewegung setzte, schlossen sich demnach weitere an, sodass in der Spitze rund 2000 Menschen mitliefen. Zu Verstößen sei es nur vereinzelt gekommen, hieß es. Eine Frau wurde angezeigt, weil sie ein Schild mit dem verbotenen Zeichen einer Siegrune trug. Meist wird damit die SS symbolisiert.

Auch in Fürth kamen am Samstag nach Polizeiangaben knapp 2000 Menschen zu einer Kundgebung gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Die Demonstration sei friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Bei einem Impfzentrum im niederbayerischen Straubing versammelte sich eine größere Gruppe mutmaßlicher Impfgegner, wie die Polizei mitteilte. Von dort aus sei die Gruppe zum Stadtplatz im Straubinger Zentrum gezogen und diesen mehrfach auf- und abgeschritten. Angemeldet sei die Veranstaltung nicht gewesen, teilte die Polizei mit. In der Spitze seien rund 700 Menschen bei dem Zug mitgelaufen.

Bundesinnenminister beklagt Zunahme der „Gewaltbereitschaft“ bei Querdenkern

Am Münchner* Marienplatz trafen sich am Samstag nach Angaben eines Polizeisprechers etwa 100 Menschen zu einer Demo gegen die Corona-Maßnahmen. Weitere Demonstranten seien in 100 Fahrzeugen durch die Stadt gefahren und hätten mit Transparenten demonstriert. In Augsburg* berichtete die Polizei von bis zu 550 Teilnehmern. Größere Zwischenfälle gab es den Angaben zufolge nicht.

Nicht nur in Bayern sind die Menschen am Wochenende auf die Straße gegangen. In ganz Deutschland nehmen die Proteste aktuell zu, in Hamburg marschierten rund 10.000 Menschen durch die Innenstadt. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD)* beklagte eine zunehmende Gewaltbereitschaft und Radikalisierung bei den Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen. „Die Gewaltbereitschaft nimmt zu“, erklärte Faeser auf Ihrem Twitter-Account: „Viele Querdenker werden radikaler. Bedrohungen und Einschüchterungen sind völlig inakzeptabel! Wir müssen die Anstrengungen für gesellschaftlichen Zusammenhalt verstärken und die Spaltungsversuche der antidemokratischen Kräfte überwinden.“

Sie appellierte zudem an die Teilnehmer der Demonstrationen, sich stärker von sogenannten Reichsbürgern und anderen Rechtsextremisten abzugrenzen. Diese würden versuchen, die Bewegung zu „durchsetzen“, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen, sagte die SPD-Politikerin der Funke-Mediengruppe. Teilnehmer würden sich von diesen Gruppen leider noch zu wenig abgrenzen. (dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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