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Corona-Hotspots in Bayern: Virologin aus München hat mögliche Erklärung für starken Anstieg

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Von: Tanja Kipke

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Tupfer mit einem Abstrich für einen Corona-Test
Der Freistaat verzeichnet momentan einen hohen Anstieg an Corona-Neuinfektionen. (Symbolbild) © Matthias Balk/dpa

Bayerns Inzidenzen schießen nach oben. Vor allem in Oberbayern lässt sich ein reges Infektionsgeschehen beobachten. Eine Münchner Virologin sieht den Grund an der Grenze.

München - Der Anstieg der Corona*-Neuinfektionen in Bayern lässt einfach nicht nach. Vor allem Kinder und Jugendliche stecken sich immer häufiger mit dem Virus an. Seit Wochen steigt die Inzidenz* besonders in den oberbayerischen Landkreisen. Fünf bayerische Kreise führen aktuell die RKI-Hotspot-Liste an. Ganz vorne liegt Mühldorf am Inn mit einer Inzidenz von 522,8. Das ist im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (110,1) erschreckend hoch.

Auf den nächsten Plätzen liegen Traunstein (489,1), Berchtesgadener Land (480,6), Straubing-Bogen (457,0) und Miesbach (434,2). Alles Landkreise im Südosten Bayerns. Auf die Frage, warum genau dort die Inzidenzen so hoch sind, hat Virologin Ulrike Protzer von der TU München eine Erklärung.

Corona-Hotspots in Bayern: Virologin Protzer sieht Grenzpendler und Touristen als Ursache

Laut der Münchner* Virologin Protzer könnten Grenzpendler und Touristen mit den hohen Infektionszahlen zu tun haben. Durch sie gebe es „Überträge aus den Nachbarländern, in denen es eine höhere Inzidenz als bei uns gibt“, zitiert der Bayerische Rundfunk (BR) die Expertin.

Auch Urlauber und Wochenendtouristen könnten eine Ursache für das Infektionsgeschehen in den betroffenen Kreisen sein. Viele der bayerischen Landkreise mit besonders hohen Inzidenzen liegen direkt an der Grenze zu Österreich. Die Inzidenz im Nachbarland liegt laut ORF aktuell bei 268,9.

Rosenheim seit Wochen Corona-Hotspots: Gesundheitsamt sieht Grund bei Impfquote

Die Stadt Rosenheim* gehört mit ihrer hohen Inzidenz (aktuell bei 338,5) ebenfalls zu den bayerischen Corona-Sorgenkindern. Dort seien derzeit nur 57 Prozent der Menschen geimpft - bundesweit liegt die Quote bei 66,2 Prozent. Die unterdurchschnittliche Impfquote sieht der Chefs des Rosenheimer Gesundheitsamts, Wolfgang Hierl, als einer der Gründe für das hohe Infektionsgeschehen. Wie der BR berichtet, glaubt Hierl, dass viele Menschen im Raum Rosenheim die Risiken der Impfung überschätzen und die Risiken der Krankheit unterschätzen.

Der Glaube an Naturheilkunde und Alternativmedizin sei laut Hierl zudem ebenfalls ein Grund, berichtet der BR. Es könne „ins Auge“ gehen, wenn diese Einstellung Menschen von einer Impfung abhalte. Hierl warnt davor, jetzt die epidemische Lage in Deutschland zu beenden: „Es suggeriert natürlich auch: Die Pandemie ist überwunden – und gerade mit Blick auf unsere Region ist das überhaupt nicht der Fall.“

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Video: Spahn bleibt dabei: „Epidemische Lage“ bei Corona kann auslaufen

Trotz der hohen Inzidenzen: Krankenhaus-Ampel in Bayern weiterhin auf Grün

Entscheidungen über etwaige Corona-Beschränkungen sind in Bayern nicht mehr nur von der Inzidenz abhängig. Viel wichtiger ist die sogenannte Krankenhaus-Ampel. Sie bildet die Auslastung der bayerischen Krankenhäuser ab. Momentan befindet sie sich im grünen Bereich.

HospitalisierungIntensivbettenauslastung
GrenzwertGelb ab 1200 in den letzten sieben TagenRot ab 600
Stand 25. Oktober397338

In einigen oberbayerischen Krankenhäusern sind die Intensivstationen bereits voll belegt. Einige Ärzte kritisieren daher das Ampel-System* der bayerischen Regierung scharf. (tkip) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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