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Corona-Impfungen bald in Bayerns Apotheken? Die Stimmung ist durchwachsen  

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Corona-Impfungen bald auch in Bayerns Apotheken?
Corona-Impfungen bald auch in Bayerns Apotheken? (Symbolbild) © Marijan Murat/dpa/dpa-tmn

Bald dürfen Apotheker in Bayern impfen und bekommen dafür Minimum 28 Euro pro Spritze. Doch bis es dazu kommt, müssen erst noch einige Voraussetzungen erfüllt werden. 

Nürnberg – Bald dürfen auch Apotheker impfen. Das geht aus dem neuen Beschluss der Coronavirus*-Impfverordnung hervor. Etwa 45 Prozent der Apotheken in Deutschland wären laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) bereit, zu impfen. Doch bis es dazu kommt, müssen die Apotheken noch einige Voraussetzungen erfüllen. 

Corona-Impfung in Nürnberg: Durchwachsene Stimmung in den Apotheken 

Dazu kommt, dass die Stimmung laut nordbayern.de „durchwachsen“ sei. „Die Stimmung ist am Anschlag“, sagt Ralf Schabik, erster Bezirksvorsitzender der mittelfränkischen Apotheken. Auch er hat eine Apotheke in Altdorf. Zwar sei er stolz, dass die Politik den Apotheken das Impfen zutraue, doch sei es eine Zusatzaufgabe, die „uns massiv fordern wird“, weil die Apotheken verschiedene Gegebenheiten erfüllen müssen. „Das geht räumlich und personell nicht in jeder Apotheke.“ 

Zudem müssen die Apotheker eine zwölfstündige Fortbildung durchlaufen. Deswegen werde sich der Start der Impfungen etwas verzögern. „Ende Januar werden wir in der Lage sein, die ersten Impfungen anzubieten“, schätzt Heiko Scholl, zweiter Bezirksvorsitzender der mittelfränkischen Apotheker und Inhaber der Pegnitz-Apotheke in Röthenbach. 

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Nicht alle Apotheken sind geeignet fürs Impfen 

Auch ist es für manche Apotheken kompliziert, die notwendigen Räumlichkeiten bereitzustellen: „Die Räume müssen ähnlich wie eine Praxis umgebaut werden, also zum Beispiel mit einer Liege und Stühlen für den Wartebereich. Und es müssen extra Räume sein, einen zum Impfen und einen Warteraum, abgegrenzt vom Verkaufsraum,“ sagt Daniel Sauer, Inhaber der Germania Apotheke und dreier weiterer Apotheken in Nürnberg*, nordbayern.de.

Heiko Scholl ist skeptisch: „Ob wir tatsächlich zur Nadel greifen werden, ist eine andere Frage. Das hängt von der Impfstofflieferung ab.“ Vor allem beim Impfstoff von Biontech* sei die benötigte Menge nicht da. Zurzeit darf jeder Arzt 30 Dosen des Impfstoffs pro Woche bereitstellen. Allerdings werden nur 40 bis 60 Prozent geliefert. Vom Vakzin von Moderna ist dagegen genug auf dem Markt – das wollen aber nicht alle, meint Scholl. 

Seit Kurzem ist auch klar: Für jede Spritze bekommen Apotheker das gleiche Honorar wie Ärzte. Das beträgt unter der Woche 28 Euro und am Wochenende sowie Feiertagen 36 Euro. Das berichtet der Bayerische Rundfunk. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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