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„Corona wirkt wie ein Brandbeschleuniger“: Immer mehr übergewichtige Kinder - mit drastischen Folgen?

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Symbolfoto Übergewicht eines Schulkindes
Ein siebenjähriges Schulkind steht auf einer Personenwaage. Die Waage zeigt ein Gewicht von 34,8 Kilogramm an, dies ist ein deutliches Übergewicht. Immer mehr Kinder sind betroffen. © picture alliance /Jan-Peter Kasper/Friedrich-Schiller-Universität Jena/dpa/dpa-Bildfunk

Immer mehr Kinder leiden an Fettleibigkeit, befeuert durch die Pandemie. Das Problem ist nicht zu leugnen – doch was können die Regensburger Kinder dagegen tun?

Regensburg – Die Zahl der übergewichtigen Kinder steigt, befeuert durch die Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Lockdowns. Schon davor galten über 12.000 junge Kinder alleine in Regensburg und dem Landkreis als übergewichtig, 3.500 davon sogar als adipös. Das bedeutet, dass sie krankhaft übergewichtig sind. Das berichtet die Mittelbayerische Zeitung. Aktuelle Zahlen zur heutigen Bilanz gibt es noch nicht. Fest steht aber: Kinder, die von klein auf an Übergewicht leiden, haben oft ein Leben lang mit Gewichts- und Gesundheitsproblemen zu kämpfen.

Regensburg: Bis zu 30 Kilo mehr innerhalb von sechs Monaten

„Wir dokumentieren Gewichtszunahmen von bis zu 30 Kilo in sechs Monaten – Einzelfälle, aber ‚Rekorde‘ dieser Art mehren sich“, erklärt Dr. Susann Weihrauch-Blüher von der Deutschen Adipositas-Gesellschaft. Es habe bei Kindern einen derart klaren Adipositas-Anstieg gegeben, „dass wir hier von einer zweiten, einer ‚stillen Pandemie‘ sprechen“.

Das Adipositas-Zentrum Jumpakids der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) in Regensburg versucht deswegen, mit Kindern gegen ihr Übergewicht zu kämpfen, indem die rund 200 Kinder und Jugendlichen von Psychologen wie Raphael Hentschel betreut werden: „Vor allem bei Kindern, die schon Übergewicht hatten, wirkt Corona wie ein Brandbeschleuniger“, sagt der 27-Jährige. „Da hätte man etwas unternehmen müssen und dann ist zwei Jahre nichts passiert. Wir haben hier junge Erwachsene mit 60 Kilo zu viel.“

Regensburg: Ambulante und stationäre Schulungsprogramme

Auch das Regensburger Youngstar-Projekt versucht, die Kinder zu einem gesünderen Leben zu bewegen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Kinderkardiologe Dr. Georg Leipold betreut das Projekt. Er sieht auch das gesundheitliche sowie spätere wirtschaftliche Folgen dahinter: „Das ist gesamtgesundheitlich die größte Herausforderung, weil wir zehn Prozent dieser Generation einmal in Frührente schicken müssen. In Lehrstellen kann man sie nicht schicken.“ Er fordert ambulante und stationäre Schulungsprogramme.

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