Osteransprache

Corona: Söder deutet Lockerungen für Bayern an - „Wenn die Virologen grünes Licht geben“

Am Samstagabend hat Ministerpräsident Markus Söder seine Osteransprache zur Lage in der Coronavirus-Pandemie gehalten.

  • Das Coronavirus* beschäftigt die bayerische Regierung um Markus Söder weiter.
  • Am Samstag (11. April, 18.55 Uhr) hielt Bayerns Ministerpräsident seine Osteransprache.
  • Hier finden Sie unseren Wegweiser zur Berichterstattung und die Corona-News aus Deutschland. Außerdem finden Sie hier aktuelle Fallzahlen in Bayern als Karte. Derzeit gibt es die folgenden Empfehlungen zu Corona-Schutzmaßnahmen.

Update vom 16. April: Das Coronavirus beschäftigt am Donnerstag (16. April) erneut das bayerische Kabinett. Ministerpräsident Markus Söder wird nach der Sitzung die Öffentlichkeit informieren.

Erste Geschäfte dürfen bald wieder öffnen – Bayern wird einen Sonderweg gehen: Einige der Corona-Beschränkungen werden gelockert.*

Update vom 11. April, 18.04 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder hält zu Ostern eine Ansprache zur Corona-Krise: „Ostern ist das Fest der Auferstehung und der Hoffnung - aber auch der Familie, der Kinder und der Freundschaft. An Ostern erblüht wieder die Natur und wir wollen nach draußen und unbeschwert die Sonne genießen.“

Aber diesmal sei Ostern anders als gewohnt. Alle seien besorgt, die Zukunft scheint ungewiss. „Es gibt keine gemeinsamen Gottesdienste und keine Besuche bei Oma und Opa. Knapp vier Wochen ist es her, dass ich das erste Mal wegen Corona zu Ihnen gesprochen habe. Vier Wochen, die unser Leben verändert haben. Niemand hat sich das vor Kurzem vorstellen können - ich auch nicht. Corona ist ein unsichtbares Virus, das unser Leben sichtbar beeinflusst“, erklärt der bayerische Ministerpräsident.

Söder macht Hoffnung: „Wir bekommen Corona langsam unter Kontrolle“

Die ganze Welt kämpfe dagegen an. Auch wir in Bayern. Aber es gebe laut Söder Hoffnung. „Unsere Experten sagen: Wir bekommen Corona langsam unter Kontrolle. Die Zahl der Neuinfektionen flacht ab. Erstmals gab es sogar einen Tag mit mehr Genesenen als Neuinfektionen. Ob das so bleibt, muss man beobachten. Aber eines ist klar: Unsere Maßnahmen wirken.“ Die Strategie Bayerns sei erfolgreich gewesen. „Es war richtig, frühzeitig und konsequent zu handeln. Bayern ist bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen, obwohl wir durch die Nähe zu Österreich und Italien viel stärker betroffen sind als andere Bundesländer.“

Lesen Sie auch: Bundespolizei fällt Gesundheitsministerium in den Rücken: „Zur Klarstellung ...“*

Söders Osteransprache: „Durch bayerischen Weg konnten 50.000 Infektionen mehr verhindert werden“

Söder sagt, dass durch den bayerischen Weg nach Aussage von Wissenschaftlern über 50.000 Infektionen mehr verhindert werden konnten. „Trotzdem gibt es viele Todesfälle. Jeder einzelne schmerzt. Daher: Wir sind noch nicht über den Berg. Wir müssen weiterhin vorsichtig und umsichtig sein.“

Natürlich sei es schade, die Feiertage nicht mit all den Menschen verbringen zu können, die uns wichtig seien. „Trotzdem hat der Schutz unserer Gesundheit Priorität. Ich bitte Sie deshalb auch an Ostern um Rücksicht und Geduld. Versuchen Sie trotzdem, die Feiertage zu genießen.“ Der bayerische Ministerpräsident weist noch mal darauf hin, dass man natürlich einen Spaziergang machen dürfe oder auf einer Parkbank ein Buch lesen dürfe. „Aber Abstand halten und nicht in Gruppen!“

Markus Söder glaubt an stärkere Verankerung des Glaubens durch Coronavirus

Ostern falle nicht aus, es müsse nur anders gefeiert werden als sonst. „Vielleicht erkennen wir jetzt, wie wichtig uns unsere Eltern, Großeltern und Freunde sind. Vielleicht sollten wir nicht nur an Ostern an sie denken, sondern sie das ganze Jahr besuchen und uns um sie kümmern. Nutzen wir diesmal das Internet oder greifen wir wieder einmal zum Telefon und rufen auch Verwandte an, mit denen wir schon länger keinen Kontakt mehr hatten. Sie freuen sich sicher.“

Wegen Corona werde es dieses Jahr auch keine Gottesdienste geben. Die Kirchen hätten aber digitale Angebote geschaffen, damit niemand ohne die Frohe Botschaft bleibe. „Vielleicht werden diesmal sogar mehr Menschen über das Internet oder das Fernsehen beiwohnen. Und vielleicht ergibt sich daraus auch eine stärkere Verankerung des Glaubens“, mutmaßt Söder.

Söder: Coronavirus ist „Charaktertest für unser Land“

Corona ist ein Charaktertest für unser Land. Ich finde, wir haben ihn bisher gut bestanden. Der Zusammenhalt ist größer geworden und viele Menschen wachsen über sich hinaus. Wir erleben jeden Tag großartiges Engagement und Nächstenliebe. Das alles beeindruckt mich sehr und dafür möchte ich herzlich danken.“

Sein Dank gelte vor allem den Ärztinnen und Ärzten, Pflegerinnen und Pflegern in den Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen, aber auch den Kassiererinnen im Supermarkt, den Mitarbeitern bei Bus und Bahn, und auch den Polizisten, Feuerwehren und Rettungsdiensten.

„Ich will aber auch ehrlich sein: Wir müssen weiter Geduld haben. Ich kann nicht versprechen, dass sich alles so schnell normalisiert, wie sich das manche wünschen. Ehrlich sein heißt auch, das auszusprechen, was schwerfällt.“

Coronavirus: Söder über Maßnahmen-Lockerung nach Ostern: „Wir lassen keine Experimente zu“

Auch nach den Osterferien werde es nicht einfach so weitergehen können wie vorher. „Wer zu früh lockert, riskiert einen Rückfall. Ich bitte um Verständnis: Wir lassen keine Experimente mit unserer Gesundheit zu. Solange es keinen Impfstoff oder Medikamente gibt, müssen wir vorsichtig sein.“

Wie es weitergehe, werde diskutiert: „Dabei haben wir alle Maßnahmen im Blick. Wir wägen ab, ob all die Einschränkungen noch angemessen und verhältnismäßig sind. Natürlich wollen wir wieder mehr Freiheit und Normalität - so schnell wie möglich - aber auch so sicher wie nötig.“

Söder: Schrittweise Lockerungen erst nach Absprache mit Wissenschaftlern

Wenn die Virologen und Mediziner grünes Licht geben, könne es schrittweise Erleichterungen geben, aber mit Umsicht und Vorsicht. „Es gibt Bereiche, da kann es schneller gehen, es gibt Bereiche, da wird es sicher länger dauern“, erklärt Söder.

„Bis dahin bitte ich Sie noch einmal: Haben Sie Geduld. Geduld rettet Leben. Ungeduld riskiert Leben. Wir wollen Bayern auch weiterhin behutsam und sicher durch diese schwere Zeit führen. Ich bin optimistisch, dass wir am Ende gut durchkommen. Im Namen der Bayerischen Staatsregierung wünsche ich Ihnen auch ganz persönlich frohe und gesegnete Ostern! Schauen Sie auf sich und Ihre Lieben und bleiben Sie gesund.“

Letzte Wünsche bleiben unerfüllt, Ehrenamtliche können Familien kaum noch entlasten: Begleiter sterbender und schwer kranker Menschen stehen in der Corona-Krise vor Problemen. Dazu kommen finanzielle Sorgen.*

Markus Söder hält Osteransprache zur Corona-Krise - und verrät eigene Pläne vorab

Erstmeldung vom 11. April 2020:

München - Das Coronavirus lähmt weiter das öffentliche Leben in Bayern. Noch bis zum 19. April gelten Ausgangsbeschränkungen. Schulen und Kitas sind geschlossen, Restaurants dürfen Essen nur noch zum Mitnehmen anbieten. Auch Fitnessstudios und Kinos bleiben geschlossen. Zwar sind Spaziergänge an der frischen Luft erlaubt, aber nur mit der Familie oder Personen aus dem eigenen Haushalt. Die Polizei kontrolliert, ob die Ausgangsbeschränkungen eingehalten werden - allein in und um München fanden am Wochenende rund 7000 Kontrollen statt.* Dabei wurden 289 Verstöße angezeigt, von denen 283 die Ausgangsbeschränkung betrafen.

Coronavirus in Bayern: Ministerpräsident Markus Söder hält Osteransprache

Die Osterfeiertage werden deshalb wohl anders als in den Jahren zuvor. Am Samstagabend (11. April) hält Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eine Osteransprache zur aktuellen Lage in der Corona-Pandemie.

Seine eigenen Pläne für Ostern in Zeiten der Corona-Krise hat Söder bereits vor einigen Tagen im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) verraten: „Wir sind daheim. Da werde ich mit der Familie spazieren gehen, mal mit dem Hund rausgehen - aber vor allem intensiv überlegen, was nach den Osterferien passieren kann. Und natürlich werde ich mir einige schöne Filme gönnen. Filme, die einen aufbauen und Optimismus vermitteln.“

Coronavirus im Freistaat: Entscheidung über weitere Schulschließungen naht

Nach den Osterfeiertagen soll dann unter anderem entschieden werden, wie es mit den Schulen und Kitas im Freistaat weitergeht. Noch hält das Kultusministerium offiziell an der Linie fest, dass am 20. April alle Schulen wieder öffnen. Dass es wirklich so kommt – daran glaubt allerdings wohl niemand mehr.

Vorläufig noch bis 19. April gelten in Bayern Ausgangsbeschränkungen, um das Coronavirus einzudämmen. Markus Söder bittet um Rücksicht, doch immer wieder gibt es Verstöße. 

Dass auch der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 Metern beim Joggen nicht immer ausreichen muss, zeigt jetzt eine Studie aus den Niederlanden.

Ist Sommerurlaub in Europa aufgrund der Corona-Krise möglich? Markus Söder widerspricht Heiko Maas und bringt eine finanzielle Förderung für Bürger ins Spiel.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © AFP / SVEN HOPPE

Auch interessant

Kommentare