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„Friseur-Maßnahmen völlig unverhältnismäßig“: Neue Corona-Regeln in Bayern - was jetzt in Salons gilt

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Von: Tanja Kipke

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Ab sofort gelten neue Corona-Regeln in Hessen. Unter anderem soll das 2G-Modell Friseuren mehr Freiheit ermöglichen - doch die sind skeptisch.
Kunden müssen sich in Friseursalons auf neue Corona-Beschränkungen einstellen. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa

Die Klinik-Ampel in Bayern steht auf Rot. Die Corona-Beschränkungen wurden daher verschärft. In Friseursalons müssen sich Kunden nun auf Veränderungen einstellen.

München - Die Corona-Lage in Bayern spitzt sich weiter zu. Die Krankenhaus-Ampel steht auf Rot, zahlreiche Intensivstationen sind bereits voll und in München kommt man mit der Bearbeitung der Neuinfektionen nicht hinterher und hat deshalb die Bundeswehr um Hilfe gebeten. Das bayerische Kabinett berät sich daher am Dienstag über die aktuelle Lage. Laut Informationen des BR wird sogar erwogen, den Katastrophenfall auszurufen. Viele Branchen haben mit den neuen Beschränkungen zu kämpfen. Für Friseursalons hat dies ebenfalls neue Regeln zur Folge.

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Corona-Regeln in Bayern: Neue Beschränkungen - das gilt in Friseursalons

Durch die steigenden Corona-Fälle in Bayern ist die Krankenhaus-Ampel erst auf Gelb und am Montag dann auch auf Rot gesprungen. In vielen Bereichen gelten daher verschärfte Beschränkungen. Für körpernahe Dienstleistungen gilt nun die 3G-plus-Regel. Dazu zählen auch Friseure. Bedeutet: Ungeimpfte, die zum Haare schneiden kommen, müssen einen negativen PCR-Test* vorlegen. Ein Antigen-Schnelltest oder ein beaufsichtigter Selbsttest reichen als Nachweis nicht mehr aus.

Zudem müssen Kunden statt einer medizinischen OP-Maske nun wieder eine FFP2-Maske* tragen. Die Maske darf in Ausnahmefällen allerdings abgenommen werden, zum Beispiel bei einer Bartrasur.

Im letzten Jahr gab es für den Besuch beim Friseur noch eine weitere Regel. Das Waschen der Haare war vor dem Friseurbesuch vorgeschrieben. Von der Regierung ist diese Beschränkung diesmal nicht gegeben. Wie einzelne Salons das handhaben, muss jedoch vor Ort erfragt werden.

Video: Corona-Ampel springt auf Rot - Diese Regeln gelten nun in Bayern

Expertin rechnet mit hohen Umsatzeinbußen in den Betrieben

Mit der 3G-plus-Regel sei die höchste Eskalationsstufe für Friseure erreicht, sagt Doris Ortlieb, die Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks, dem BR. Da es bis auf Einzelfälle bisher kein nennenswertes Infektionsgeschehen in den Salons gegeben hat, hält sie die Maßnahmen für „völlig unverhältnismäßig und überzogen.“

Ortlieb glaubt nicht, dass ungeimpfte Kunden zukünftig vor ihrem Friseurbesuch 60 Euro oder mehr für einen PCR-Test ausgeben. Sie rechnet daher mit existenzgefährdenden Umsatzeinbußen in den Betrieben von bis zu 30 Prozent: „Das ist für die Unternehmen ruinös.“ Die neuen Regeln besagen auch, dass ungeimpfte Beschäftige in den Salons ab sofort zweimal in der Woche einen negativen PCR-Test vorweisen müssen. Dafür hat Ortlieb wenig Verständnis, wie sie dem BR mitteilte. Der Impfstatus sei eigentlich Privatsache. Beim bayerischen Gesundheitsministerium setzt sie sich nun dafür ein, dass zumindest nicht die Arbeitgeber für die Kosten der PCR-Tests ihrer Angestellten aufkommen müssen. Anmerkung der Redaktion: In der Kabinettssitzung am Dienstag, 9. November, wurde beschlossen, dass für Beschäftigte im Gast-Gewerbe sowie in körpernahen Dienstleistungen (wie Friseursalons) kein PCR-Test mehr notwendig ist. Es genügt hier ein einfacher Schnelltest. (tkip) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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