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Corona-Lockerungen in Bayern nun in Kraft: Ministerium erklärt überraschende Details

Markus Söder und Klaus Holetschek geben nach dem Corona-Gipfel ein Statement ab.
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Markus Söder und Klaus Holetschek geben nach dem Corona-Gipfel ein Statement ab. (Archivbild)

Die Corona-Inzidenz in Bayern steigt. Gesundheitsminister Klaus Holetschek wird in einigen Punkten deutlich. Alle News im Ticker.

  • Die Corona-Zahlen in Bayern steigen. Ein Virologe äußert sich zum Novavax-Impfstoff und zeigt sich verwundert (siehe Erstmeldung).
  • Am Freitag, 28. Januar, stieg die Inzidenz erneut - Gesundheitsminister Klaus Holetschek wurde außerdem deutlich (siehe Update vom 28. Januar, 6.46 Uhr).
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Update vom 28. Januar, 17.55 Uhr: Das bayerische Gesundheitsministerium hat die neuen Regeln für Großveranstaltungen in Sport und Kultur präzisiert: In Stadien, Hallen und anderen Veranstaltungsstätten ist nach Angaben vom Freitag auch dann eine Zuschauer-Auslastung von bis zu 25 Prozent möglich, wenn die 1,50-Meter-Mindestabstände etwa auf den Sitzplatz-Tribünen nicht durchgängig eingehalten werden können.

Corona in Bayern: Lockerungen greifen - Ministerium gibt Details zur Umsetzung

Das Kabinett hatte die Lockerung der Corona-Regeln für Sport, Kultur und andere Veranstaltungen am Dienstag beschlossen, sie sind seit Donnerstag in Kraft. Danach ist bei Events, die nicht groß und überregional sind, wieder eine Zuschauer-Auslastung von bis zu 50 Prozent erlaubt - bisher waren es 25 Prozent. Bei überregionalen Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern ist nun wieder eine 25-Prozent-Auslastung erlaubt, bis zu einer Obergrenze von 10 000 Zuschauern. Es dürfen aber ausschließlich Sitzplätze belegt werden. Grundsätzlich gilt bei alledem: Es muss überall der Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden.

Corona in Bayern: Ab jetzt gelten die Lockerungen - es gibt Ausnahme-Regelungen

Ausnahmen sind aber möglich: Für Kinos und Theater hatte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag schon angekündigt, dass die bis zu 50 Prozent Auslastung auch dann erlaubt werden, wenn die Mindestabstände nicht überall eingehalten werden können. Und so steht es auch in der geänderten Corona-Verordnung samt Begründung: Voraussetzung, um die 1,50 Meter unterschreiten zu dürfen, ist die „bestmögliche Abstandswahrung“, etwa bei Belegung der Sitzplätze „wie bei einem Schachbrett“. Am Freitag nun stellte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums klar, dass dies auch für große, überregionale Events gelte: „Die Ausnahme gilt - unter der bereits genannten Voraussetzung - in beiden Fällen (25-Prozent-Fälle und 50-Prozent-Fälle), also auch bei großen überregionalen Sportveranstaltungen“.

Update vom 28. Januar, 13.35 Uhr: Nach Lehrer- und Elternverbänden übt nun auch der Landesschülerrat Kritik an den Quarantäne-Regularien für die Schulen - und an teilweise mangelnder Unterstützung für Schüler in der Quarantäne.

Die Entscheidung, welche Schüler in Quarantäne gehen müssen, müsse von den ohnehin überlasteten Gesundheitsämtern getroffen werden, „was zu enormen zeitlichen Verzögerungen führt“, kritisierte der Landesschülerrat am Freitag. „Das erschwert die Kontaktnachverfolgung an den bayerischen Schulen massiv, wodurch der bayerische Landesschülerrat die Sicherheit der Schüler*innen nicht gewährleistet sieht.“ Zudem wiesen Schnelltests eine teils geringe Sensitivität auf, wodurch einige Infektionen unerkannt blieben.

Tatsächlich können Quarantäne-Entscheidungen nur die Gesundheitsämter treffen und eben nicht die Schulen selbst - auch wenn dies nach Angaben mehrerer Verbände vereinzelt anders gehandhabt wurde, um schneller reagieren zu können. So seien Sitznachbarn von Infizierten von einigen Schulen in Eigenregie nach Hause geschickt worden, ohne die formale Anordnung des zuständigen Gesundheitsamts abzuwarten.

Quarantäne-Entscheidungen an Bayerns Schulen: Kultusministerium reagiert

Dem hat das Kultusministerium aber einen Riegel vorgeschoben: In einem kürzlich versandten Schreiben heißt es ganz explizit: „Ob bzw. für welche Mitschülerinnen und Mitschüler eine Quarantäne notwendig ist, entscheidet immer das zuständige Gesundheitsamt.“ Betroffene würden direkt von dort informiert. Weiter hieß es: „Bis zu einer möglichen Quarantäneanordnung durch das Gesundheitsamt besuchen die übrigen Schülerinnen und Schüler der Klasse weiter den Unterricht.“ Der bayerische Landesschülerrat fordert angesichts der rasant steigenden Corona-Zahlen nun eine Anpassung dieses Vorgehens. Zudem plädiert der Landesschülerrat für eine Ausweitung der PCR-Pool-Tests auf alle Jahrgangsstufen - und für eine FFP2-Maskenpflicht mindestens ab der Jahrgangsstufe 10.

Schließlich kritisiert der Landesschülerrat, dass Schülerinnen und Schülern, die in Quarantäne sind, häufig keine Angebote für das Lernen von zu Hause aus gemacht würden, wie das Streaming der Unterrichtsstunden oder der Zugang zu den Materialien. „Nachdem die Prüfungen, insbesondere die Abschlussprüfungen, unverändert bestehen bleiben und bisher auch keine Entspannung der Lage absehbar ist, führt daran kein Weg mehr vorbei“, betont der Landesschülerrat.

Bayern-Inzidenz steigt weiter: Landkreis Starnberg hat höchsten Wert

Update vom 28. Januar, 6.46 Uhr: Die Inzidenz in Bayern ist erneut stark angestiegen und liegt nun bei 1218 (Vortag 1158). Damit liegt Bayern weiter deutlich über dem bundesweiten Schnitt, der jedoch ebenfalls die schwindelerregende Zahl von 1073 erreicht hat. Die höchste Inzidenz im Freistaat hat aktuell der Landkreis Starnberg mit einem Wert von 2302,9, ein über 500 höherer Wert, als am Vortag. Im Landkreis Starnberg hatte es offenbar Probleme mit der Erfassung der Neuinfektionen gegeben, weswegen das Landratsamt viele Meldungen nachholen musste. Dies hatte für enorme Sprünge bei der Inzidenzerfassung gesorgt. Auf Platz zwei folgt der Spitzenreiter des Vortages - Dachau mit 2100,4. Auf den Plätzen drei und vier liegen die Stadt Rosenheim (1956,3) sowie die Landeshauptstadt München (1830,3). Den niedrigsten Wert hat der Landkreis Coburg mit 448,2, gefolgt vom Landkreis Hof mit 525,8.

Corona in Bayern: Holetschek will rasche Impfplicht für Pflegekräfte - „kein Freifahrtschein für Ungeimpfte“

Aktuell liegen bayernweit 315 Covid-Patienten auf der Intensivstation (Stand 27. Januar). 157 von innen müssen beatmet werden. Eine Überlastung der Intensivstationen durch Covid-Patienten ist somit derzeit ausgeschlossen. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) erwägt für den Freistaat eigene Vollzugsregeln zur einrichtungsbezogenen Impflicht. Der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag) sagte der Minister, weil der Bund noch keine Regeln vorgelegt habe, müsse Bayern „selbst überlegen, wie wir eigene Vollzugsregeln definieren, damit die Versorgung nicht gefährdet ist“.

Die Impfpflicht für Personal im Gesundheitswesen gilt ab 15. März. Es müsse genau geregelt werden, wie ab dann zu verfahren ist. „Wir müssen wissen, welche Übergangs- und Umsetzungszeiten beim Aussprechen von Tätigkeitsverboten gelten“, sagte Holetschek. Dies könne man „nicht bei den ohnehin hochbelasteten Gesundheitsämtern oder den Arbeitgebern abladen, nach dem Motto: Lasst Euch etwas einfallen.“ Wenn der Bund ein Gesetz auf den Weg bringe, müsse er auch sagen, wie er sich die Dinge konkret vorstellt. Hier brauchen wir sehr rasch Details“, forderte Holetschek und stellte aber auch klar: „Ein Freifahrtschein für Ungeimpfte ist das natürlich nicht.“

Update vom 27. Januar, 12.30 Uhr: Ungeachtet erster Engpässe bei den Laborkapazitäten will Bayern sein System von Pool-Tests auf das Coronavirus bei Grund- und Förderschulkindern „so lange wie möglich“ aufrechterhalten. Das sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. In den vergangenen Tagen hatten einzelne Eltern die Pool-Tests ihrer Kinder als „im Labor nicht auswertbar“ ohne Ergebnis zurückerhalten.

Das Ministerium ist insgesamt mit dem Verfahren der Pool-Tests zufrieden. „Bayern ist bei der erfolgreichen Umsetzung von PCR-Pool-Testungen bundesweit an der Spitze“, betonte die Sprecherin. In der vergangenen Woche seien die Ergebnisse von mehr als 50.000 PCR-Pool-Tests und mehr als 45.000 Einzel-PCR-Tests mit einer Quote von 95 Prozent vor Unterrichtsbeginn des Folgetages an Schulen und Eltern übermittelt worden.

Die Kapazitäten für PCR-Tests sollen aber weiter gesteigert werden. Bereits in den vergangenen Wochen sei es gelungen, die Zahl der wöchentlichen PCR-Tests von rund 360.000 auf 486.000 zu erhöhen. „Weitere Steigerungen sind zu erwarten“, so die Sprecherin.

Corona in Bayern: Regierung will Pool-Tests „so lange wie möglich“ halten

Entlastung solle etwa der Einsatz sogenannter PoC (Point of Care)-PCR-Geräte bringen - etwa in Apotheken oder in von Hilfsorganisationen betriebenen Testzentren. Die Apotheken, halten die bisher angebotene Vergütung von 30 Euro pro Test jedoch nicht für kostendeckend, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) auf ihrer Internetseite mitteilt. Die Ministeriumssprecherin sagte, man stehe mit den Leistungserbringern und dem Bund „in konstruktivem Austausch“.

Für den Fall, dass einzelne Proben in den Laboren nicht ausgewertet werden können, gebe es klare Richtlinien. „Wenn ein Pool positiv ist und die Rückstellproben nicht ausgewertet werden können, bleiben die Schülerinnen und Schüler am nächsten Tag zuhause und können beispielsweise in den lokalen Testzentren einen kostenfreien PCR-Test durchführen lassen“, erklärte die Ministeriumssprecherin weiter. „Für den Fall, dass ein Pool nicht ausgewertet werden kann, erfolgt am nächsten Tag ein Antigen-Selbsttest in der Schule.“

Inzidenz in Bayern steigt gewaltig: Lockerungen gelten dennoch ab heute

Update vom 27. Januar, 9.53 Uhr: Die Inzidenzen erreichen immer neue Höhen. Den höchsten Wert in Bayern hat derzeit mit 2112 Dachau. Es ist der erste Landkreis, der die Marke von 2000 überspringt. Trotzdem treten ab heute Lockerungen in Kraft. In der Fußball-Bundesliga und in allen anderen Profiligen darf im Freistaat wieder vor bis zu 10.000 Zuschauern gespielt werden. Neben dieser absoluten Obergrenze gilt für überregionale Sportveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern grundsätzlich: Es dürfen maximal 25 Prozent der Kapazitäten genutzt werden. Die Fans müssen geimpft oder genesen und zusätzlich getestet (oder geboostert) sein und eine FFP2-Maske tragen. Dazu gilt ein Alkoholverbot.

Zugleich wird - analog zum Sport - das Komplett-Verbot für große überregionale Kulturveranstaltungen aufgehoben: Werden mehr als 1000 Zuschauer erwartet, darf die Zuschauer-Kapazität zu maximal 25 Prozent ausgelastet werden. Wie bei großen Sport-Events gilt, etwa für Konzerte, eine absolute Personenobergrenze von 10.000 Zuschauern.

Bei allen anderen Kultur- und Sportveranstaltungen sind nun wieder doppelt so viele Zuschauer erlaubt wie bisher: In Theatern, Kinos und bei anderen Kultur- und Sport-Events ist von heute an wieder eine Zuschauer-Auslastung von bis zu 50 Prozent erlaubt - bisher waren es 25 Prozent. Die bisher geltenden Zugangsregeln (2G plus beziehungsweise 2G) gelten bei alledem unverändert, zudem gilt bei Veranstaltungen auch weiterhin eine FFP2-Maskenpflicht. Auch die Zugangsregeln für Angebote der Jugendarbeit sollen gelockert werden. Alle Informationen zu den neuen Regeln finden Sie in unserer Übersicht.

Inzidenz in Bayern steigt unaufhaltsam: Experte äußert sich zu Novavax - und ist verwundert

Erstmeldung vom 27. Januar, 6.48 Uhr: München - Die Corona-Zahlen steigen und steigen. Für ganz Bayern meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen eine Inzidenz von 1159,0 (Vortag: 1068). Spitzenreiter im Freistaat ist der Landkreis Dachau mit 2112,0. Das ist die bundesweit siebthöchste Inzidenz.

Corona in Bayern: Das sind neben Dachau die Hotspots im Freistaat

  • Stadt Rosenheim: 1835,2
  • Stadt München: 1830,1
  • Landkreis Starnberg: 1789,0
  • Landkreis Rosenheim: 1631,1
  • Landkreis Freising: 1533,4
  • Landkreis Mühldorf am Inn: 1526,4
  • Landkreis Ebersberg: 1517,8
  • Landkreis Fürth: 1503,9

Insgesamt liegen 51 Kreise und Städte über einer Inzidenz von 1000 (alle aktuell geltenden Corona-Regeln finden Sie in unserer Übersicht).

Novavax-Impfstoff in Bayern noch im Februar

Impfungen gegen das Virus sind der Weg aus der Pandemie. Das betont unter anderem Ministerpräsident Markus Söder regelmäßig. Doch die Impfquote ist weiter zu niedrig. Die Hoffnung liegt jetzt auf dem neuen Impfstoff Novavax. Die ersten Lieferungen soll es ab dem 21. Februar geben, wie Antenne Bayern unter Berufung auf das bayerische Gesundheitsministerium berichtet. Sie werden voraussichtlich zunächst den Beschäftigten im Gesundheits-und Pflegebereich zur Verfügung stehen. 

Corona-Impfstoffe: Virologe zieht Auto-Vergleich

Die Wirksamkeit des neuen Impfstoffes liege bei rund 90 Prozent, erklärte Prof. Dr. André Gessner, Mikrobiologe an der Uniklinik Regensburg. Die Schutzfunktion sei demnach ähnlich wie bei mRNA-Impfstoffen (circa 95 Prozent). Virologe Priv.-Doz. Dr. Thomas Bollinger vom Klinikum Bayreuth erklärte gegenüber dem Radiosender: „Jetzt hat die Pharmaindustrie viel Geld und Knowhow in die Entwicklung neuerer Impfstoffe reingesteckt. Die haben sich gegen die alten durchgesetzt, weil sie besser performen. Die sind einfach wirksamer. Da fragt man sich natürlich schon, warum sich so viele nach alten, nicht so guten Impfstoffen sehnen. (...) Nach alten Autos sehnen sich auch nur wenige.“ (kam)

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