Pandemie im Freistaat

Corona-Änderungen in Bayern: Dämpfer für Gastro - neue Regeln für Schulen, Handel und Einreise

Die Pressekonferenz von Markus Söder hat die Corona-Maßnahmen in Bayern ordentlich auf den Kopf gestellt. Alle Lockerungen wurden verschoben. Eine Übersicht der neuen Regeln.

München - Die jüngsten Corona-Meldungen gaben Grund zur Hoffnung: Derzeit sind die Zahlen in Bayern stabil, in vielen Regionen gehen die Werte sogar zurück. Doch das Robert-Koch-Institut warnte vor der Aussagekraft der Zahlen, da über die Oster-Feiertage unter anderem weniger getestet werde. Auf einer Pressekonferenz von Markus Söder* kam dann die Ernüchterung. Darin stellte er klar: Alle Lockerungen und Modell-Projekte in Bayern werden erst einmal bis Ende April auf Eis gelegt.

Corona-Regeln in Bayern: Alle Lockerungen bis zum 26. April ausgesetzt - Keine Modellprojekte

Söders Erklärung: Nach wie vor seien die Infektionszahlen und die Belegung der Intensivbetten hoch. Problematisch sei laut des Ministerpräsidenten auch, „dass die Zahlen unserer Ansicht nach kein realistisches Bild zeigen“. Schon vor dieser Entscheidung sorgten das Hin und Her der Corona*-Lockerungen für Verwirrung im Freistaat. Was gilt nun aktuell? Eine Regelübersicht:

Bisher waren in Städten und Landkreisen mit einer Inzidenz von unter 100 - beziehungsweise 50 - ab dem 12. April Lockerungen in Außengastronomie, Kultur und Sport geplant. Diese Regel-Entschärfungen werden vorerst bis zum 26. April ausgesetzt. Ebenso erteilte die Staatsregierung Modellkommunen vorerst eine Absage. Das Konzept sieht vor, dass Handel, Kultur und Gastronomie geöffnet bleiben. Zugang gibt es für Personen mit tagesaktuellem Corona-Test. Ebenso werden Modell-Projekte in Theatern, Konzert- oder Opernhäusern bei einer 7-Tage-Inzidenz* von über 100 aufgeschoben.

Corona-Lockdown in Bayern: Neue Regeln für Einzelhandel - Testpflicht an Schulen

Neue Regeln gelten hingegen ab dem 12. April für den Einzelhandel: Inzidenzunabhängig dürfen in Bayern nur noch etwa der Lebensmittelhandel und Drogerien öffnen, allerdings mit FFP2-Maskenpflicht*.

Blumenläden, Gartenmärkte, Gärtnereien, Baumschulen, Baumärkte und Buchhandlungen werden künftig inzidenzabhängig gehandhabt. Das bedeutet: Zwischen einer Inzidenz von 50 und 100 bleibt es bei Click & Meet ohne Test. Zwischen 100 und 200 dürfen Geschäfte Click & Meet anbieten, jedoch nur mit Corona-Tests. Dabei darf ein PCR-Test höchstens 48 Stunden alt sein, ein Schnelltest 24 Stunden. Über 200 ist nichts mehr geöffnet.

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Corona-Regeln: Keine Quarantäne und Testpflicht für Geimpfte in Bayern - Einsatz von Luca-App

Auch die Schulen im Freistaat müssen sich auf Änderungen einstellen. Bei einer Inzidenz von über 100 bleibt es zwar beim Distanzunterricht - Ausnahme bilden die Abschlussklassen und Q11 sowie die vierten Klassen der Grundschulen. Doch für die Teilnahme am Präsenzunterricht wird nach den Osterferien ein Corona-Test verpflichtend - unabhängig vom jeweiligen Inzidenzwert. Mindestens zweimal wöchentlich müssen Schüler, Lehrer und anderes Schulpersonal sich künftig in der Schule auf das Virus testen lassen. Bislang galt eine Testpflicht nur in Regionen mit einer Inzidenz von über 100. Wer den Test verweigert oder in Quarantäne muss, erhält Distanzunterricht.

Anpassen wird Bayern zudem seine Einreiseverordnung. Deshalb gilt für Bürger, die zweimal geimpft sind: Test ja, Quarantäne nein. Auch beim Einkaufen soll die Testpflicht für Geimpfte künftig wegfallen. Außerdem soll die sogenannte Luca-App zum Einsatz kommen. Mit ihr soll eine bessere Nachverfolgung von Gästen in Restaurants, Kinos und anderen Veranstaltungen gelingen. Nürnberg* hatte die App bereits von mehreren Wochen als erste Stadt in Bayern eingeführt.

Gut möglich allerdings, dass die Corona-Regeln in Bayern bald erneut verschärft werden. Offenbar plant Merkel, dass kommende Woche der Bundestag das Zepter übernehmen soll - und per Gesetz eine bundesweit einheitliche Lockdown-Notbremse für Regionen mit einer Inzidenz von über 100 zu verabschieden.

Ersten Gerüchten zufolge ist in dem Gesetz vorgesehen, den Ländern in Landkreisen mit einer Inzidenz bis zu 100 die Entscheidungshoheit zu überlassen. Darüber soll verbindlich eine nächtliche Ausgangssperre im Zeitraum von 20 oder 22 Uhr bis 5 Uhr morgens gelten. Alle Läden bis auf Lebensmittel-Geschäfte, Drogerien, Apotheken, Gartencenter und Frisöre sollen schließen und eine Testpflicht für Unternehmen in Kraft treten. Umstritten ist wohl der Plan, Schulen ab einer Inzidenz von 200 verbindlich zu schließen.

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Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa/dpa-Bildfunk

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