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Nach Corona: Erstes Silvester ohne Beschränkungen in Bayern – aber mit Böllerverbotszonen

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Von: Thomas Eldersch

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In diesem Jahr wird es wohl wieder Feuerwerk an Silvester zu kaufen geben. Benutzen darf man es in vielen bayerischen Städten aber nicht überall.

München – Die vergangenen zwei Jahre war das Gebot der Stunde, sich nicht zu nahezukommen. Das galt vor allem an Weihnachten und Silvester. Der Grund: Corona. Jetzt ist die Pandemie dabei endemisch zu werden und neue Kontaktbeschränkungen sind nicht in Sicht. Jüngst beschloss Bayern sogar, die Quarantänepflicht für positiv Getestete aufzuheben. Auch ein Verkaufsverbot von Böllern, wie in den vergangen beiden Jahren, wird es wohl nicht mehr geben. Ist jetzt an Silvester wieder alles wie früher? Nicht ganz.

Bayerische Städte richten wieder Böllerverbotszonen ein

Umweltverbände und viele Haustierbesitzer fordern schon seit Jahren, auf das Böllern und Abschießen von Feuerwerk am Jahreswechsel zu verzichten. Sogar die Mehrheit der Deutschen ist für eine Abschaffung. Durch das Abbrennen eben jenes Feuerwerks wird laut Umwelt Bundesamt, jährlich rund 2050 Tonnen Feinstaub produziert. Diese Menge entspricht in etwa einem Prozent der gesamt freigesetzten Feinstaubmenge in Deutschland. Und die meist sehr lauten Böller sind eine wahre Qual für Hunde und Katzen, deren Gehör feiner ist, als das der Menschen.

Das Böllern und Raketenschießen zu verbieten, ist aber nicht so einfach. Einzelnen Städte sind durchaus gewillt, Feuerwerk zu untersagen. Um dies flächendeckend durchsetzen zu können, bräuchte es aber eine bundesweite Gesetzesänderung. So können sie nur an bestimmten Plätzen das Zündeln verbieten. München will beispielsweise wieder das Böllern am Mittleren Ring untersagen. In Nürnberg bleiben die bisherigen Verbotszonen im Bereich um den Hauptmarkt und die Kaiserburg nach Angaben der Stadt „zur Sicherheit der dort befindlichen Menschenmengen und von gesetzlich geschützten Gebäuden“ ebenfalls bestehen.

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In Regensburg und Augsburg macht man sich Sorgen um die historischen Gebäude

In Regensburg soll es in der Silvesternacht ein Böllerverbot für die Altstadt geben. Eine Sprecherin der Stadt erklärte, man wolle dadurch Denkmäler wie den Dom und sensible Einrichtungen wie Altenheime schützen, aber auch der „Gefahr der Sprengstoffe bei Menschenansammlungen in der engen Altstadt“ entgegenwirken.

Auch in Augsburg dürfe nicht in unmittelbarer Nähe von sogenannten Schutzobjekten geböllert werden, teilte das Ordnungsreferat mit. Dazu zählen demnach Kirchen, Krankenhäuser, Kinder- und Altersheime sowie besonders brandempfindliche Gebäude. Außerdem gilt in Augsburg seit 2017 ein allgemeines Verbot von Feuerwerkskörpern und Pyrotechnik in Menschenansammlungen in öffentlichen Bereichen zu besonderen Anlässen wie Sportereignissen oder eben Silvester. (tel mit dpa)

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