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Alarmierende Corona-Zahlen in Bayern: Söders Kabinett verlängert Verordnung - Holetschek warnt vor „Katastrophe“

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Von: Katarina Amtmann

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Die Corona-Zahlen steigen weiter. Die Söder-Regierung verlängerte für Bayern die bisherigen Regelungen. Klaus Holetschek wurde deutlich. Alle News im Ticker.

Update vom 26. Oktober, 13.45 Uhr: In Bayern soll es trotz steigender Zahlen keinen neuen Corona-Lockdown geben. Das hat Staatskanzleichef Florian Herrmann nach der Kabinettssitzung am Dienstag in München deutlich gemacht. „Wir wollen auch keinen Lockdown für Ungeimpfte als theoretisch denkbare Maßnahme“, sagte er. Lockdowns seien nicht das Mittel der Wahl. Es solle auch keine Benachteiligungen für Geimpfte geben, fügte er hinzu. Als denkbar bezeichnete Herrmann stattdessen eine Ausweitung der Maskenpflicht oder eine schärfere Kontrolle von Zugangsregelungen wie 3G und 3G plus. Nach den Herbstferien sollten in Anbetracht der konkreten weiteren Entwicklungen möglicherweise Entscheidungen getroffen werden.

Der Freistaat forderte den Bund auf, auch nach der Beendigung der epidemischen Lage nach dem 26. November eine verlässliche Grundlage für den Kampf gegen den Pandemie zu schaffen. Am Ende sei es entscheidend, eine verlässliche Rechtsgrundlage zu haben, um die Überlastung von Krankenhäusern zu vermeiden, wie Herrmann weiter sagte. Die Regierung verlängerte für Bayern deshalb die bisherigen Regelungen bis zum 24. November, ohne neue Maßnahmen zu beschließen.

Corona in Bayern: „Humanitäre Katastrophe“ - Holetschek findet deutliche Worte für die Pflege

„Das Krankenhausthema ist das Entscheidende“, fügte Gesundheitsminister Klaus Holetschek an. „Da müssen wir genau hinschauen.“ Der CSU-Politiker machte auch auf die angespannte Lage in der Pflege aufmerksam: „Es ist echt prekär. Die Leute sind am Limit (...)Langfristig müssen wir für die Pflege die richtigen Rahmenbedingungen setzen.“ Sonst laufe man in eine „humanitäre Katastrophe."

Die Pressekonferenz zum Nachlesen

13.32 Uhr: Ist eine Maskenpflicht an Schulen angesichts der hohen Inzidenzen unter Jugendlichen denkbar? Das sei durchaus vorstellbar in bestimmten Bereichen, so Holetschek auf Nachfrage. Die Landräte hätten heute auch deutlich gemacht, dass sie schon zum freiwilligen Tragen aufrufen. Holetschek würde sich wünschen, dass die 12- bis 17-Jährigen das Impfangebot annehmen: „Da ist noch Luft nach oben.“

Holetschek warnt vor Corona-Lage - und findet deutliche Worte zur Situation in der Pflege

13.23 Uhr: Klaus Holetschek spricht als Nächstes: „Ich denke wir sind immer noch in einer Situation, wo wir die Lage ernst nehmen müssen.“ Er vergleicht die Lage mit einem Fußballspiel, aktuell sei es 15 Minuten vor Abpfiff. Das Impfen ist „wie ein Elfmeter aufs leere Tor.“ Das müsse man weiter forcieren. Vom Bund brauche man Klarheit, machte er mit Blick auf eine Verlängerung der epidemischen Lage deutlich. Es brauche in jedem Fall eine rechtliche Grundlage: „Die Ampel muss jetzt Farbe bekennen.“

„Das Krankenhausthema ist das Entscheidende“, so Holetschek. Das RKI veröffentliche nun einen Trend, dieser gehe nach oben. Entscheidend sei die Intensivbetten-Situation. „Da müssen wir genau hinschauen.“ Und weiter: „Es ist echt prekär. Die Leute sind am Limit“, sagt er mit Blick auf die Pflege. „Langfristig müssen wir für die Pflege die richtigen Rahmenbedingungen setzen.“ Sonst laufe man in eine „humanitäre Katastrophe“, wird der CSU-Politiker deutlich.

„Einen Lockdown will keiner. Das ist auch nicht das richtige Wording für das Thema“, so Holetschek ein wenig kryptisch. Was der Gesundheitsminister damit genau meint, erschließt sich nicht sofort. 

Corona in Bayern: Aiwanger äußert sich zur Wirtschaft

13.15 Uhr: Der Wirtschaft geht es „erstaunlich gut“, erklärt Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bei der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung.

„Bayern ist High-Tech-Land und soll es auch bleiben“, so der Freie-Wähler-Politiker weiter. Man habe auch in der Corona-Zeit auf die Zukunft gesetzt. Man habe „viele Themenfelder definiert, wo wir gut sind“, aber auch Gebiete, in denen der Freistaat sich noch verbessern will.

Schärfere Corona-Regeln in Bayern? „Lockdowns sind nicht die Mittel der Wahl“

13.08 Uhr: Die Krankenhausampel sei nach wie vor auf grün, man habe auch immer noch Abstand zu den Schwellenwerten von 1200 beziehungsweise 600 (belegt sind 339 Betten).

Schwerpunkt der Sitzung war auch, sich mit den Landräten beziehungsweise Bürgermeistern der am schwersten betroffenen Gebiete in Bayern auszutauschen, beispielsweise Cham, Miesbach und Rosenheim. Diese Regionen sollen nicht alleine gelassen werden. Man wolle analysieren woher die Zahlen kommen und was man dagegen tun kann. „Wir haben heute keine Maßnahmen beschlossen“, so Hermann. Es wurde außerdem klar: Weder die Staatsregierung noch die Verantwortlichen vor Ort wollen einen Lockdown. Man wolle auch keinen Lockdown für Ungeimpfte. „Lockdowns sind nicht die Mittel der Wahl“, so Herrmann.

Es gehe beispielsweise um eine Ausweitung der Maskenpflicht, nennt er eine mögliche Maßnahme. Impfungen sollen weiter forciert werden. Denn man könne schon eine Korrelation erkennen zwischen niedriger Impfquote und hoher Inzidenz. Bei vulnerablen Gruppen gehe es auch um eine Booster-Impfung. Heute wurden keine konkreten Maßnahmen beschlossen, so Herrmann. Nach den Ferien werde man mit Blick auf die dann aktuelle Lage möglicherweise Maßnahmen treffen müssen, um eine Überlastung der Kliniken zu verhindern.

Schärfere Corona-Regeln in Bayern? Söder-Regierung verlängert Maßnahmenverordnung

13.04 Uhr: Staatskanzleichef Florian Herrmann hat das Wort: Die 14. Corona-Maßnahmenverordnung wurde verlängert. Sie würde am 29. Oktober auslaufen. Nun wurde sie bis einschließlich bis 24. November verlängert. Entscheidend sei eine verlässliche rechtliche Grundlage, sagt er mit Blick auf die Diskussion um die endemische Lage.

Das Infektionsgeschehen sei deutlich höher als noch vor einigen Wochen, warnt er. Deshalb sei eine rechtssichere Handhabung notwendig, um Maßnahmen ergreifen zu können. Das heiße aber nicht, dass man alles fortführe, wie es bisher sei. Im Bund liege man bei der Inzidenz bei 110, in Bayern sei man bei knapp 180.

13 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt.

Update vom 26. Oktober, 12 Uhr: Seit zwei Stunden tagt das bayerische Kabinett um Markus Söder zur aktuellen Corona-Lage im Freistaat. Um 13 Uhr soll es eine Pressekonferenz geben. Dann informieren Staatskanzleichef Florian Herrmann, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Gesundheitsminister Klaus Holetschek über die Ergebnisse der Sitzung.

Alarmierende Corona-Zahlen in Bayern - Beschließt Söders Kabinett heute eine Regelverschärfung?

Erstmeldung vom 26. Oktober, 6.02 Uhr: München - Bayern hat die dritthöchste Inzidenz in ganz Deutschland. Was sagen Ministerpräsident Markus Söder und sein Kabinett dazu? In der Sitzung am Dienstag (26. Oktober, 10 Uhr) berät die Regierung über die steigenden Corona*-Zahlen. Als Gäste mit dabei sind Landräte und Oberbürgermeister aus den derzeit am stärksten von Corona betroffenen Regionen im Südosten Bayerns.

Corona in Bayern: Sieben-Tage-Inzidenz über 180 - Hotspot Mühldorf am Inn

Über alle Altersgruppen hinweg gab das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag mit 181,3 an. Das Robert Koch-Institut* meldete den etwas niedrigeren Wert von 179,1 - allerdings mit einem leicht abweichenden Stichzeitpunkt. Demnach ist die Inzidenz in Bayern die dritthöchste in Deutschland hinter Thüringen und Sachsen. Allerdings befinden sich die fünf Landkreise mit den höchsten Werten allesamt in Bayern - allen voran Mühldorf am Inn mit 522,8.

Besonders die Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen sind so hoch wie nie zuvor. In der Altersgruppe sechs bis elf Jahre meldete das LGL am Montag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 415. Das ist ein Anstieg um 157 binnen Wochenfrist und der höchste Wert für eine Altersgruppe, den das LGL seit Beginn der Pandemie ermittelt hat. Für die 12- bis 15-Jährigen meldete das LGL ebenfalls einen massiven Anstieg auf nunmehr 391. Bei den 16- bis 19-Jährigen waren es 324 Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner.

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Söder-Kabinett tagt zu Corona: Wird die Verordnung verlängert? Werden Regeln verschärft?

Das Kabinett um CSU-Chef Söder muss auch entscheiden, ob und wie es die aktuelle Corona-Verordnung, die noch bis einschließlich Freitag (29. Oktober) gilt, weiterführt: ob sie nur verlängert wird oder ob einzelne Maßnahmen gegebenenfalls wieder verschärft werden könnten. Angesichts der Rekord-Corona-Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen hatte das Kultusministerium am Montag eine erneute Maskenpflicht am Platz im Schulunterricht unter bestimmten Bedingungen nicht ausgeschlossen. Nach dieser Woche steht aber zunächst eine Woche Herbstferien bevor.

Um 13 Uhr wird es eine Pressekonferenz geben. Daran nehmen Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU), Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) teil. (kam/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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