„Der meinte das wirklich ernst“

„König von Bayern“: Mann will in Zug keine Schutzmaske tragen und liefert irre Begründung

Mitarbeiter der Deutschen Bahn gegen gemeinsam mit Beamten der Bundespolizei durch einen Regional Express.
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Ein Mann weigerte sich in einem Zug eine Maske zu tragen - mit einer kuriosen Begründung. (Symbolbild)

Ein Mann weigerte sich in einem Zug der Bayerischen Regiobahn eine Maske zu tragen, obwohl dies aufgrund von Corona vorgeschrieben ist. Seine Begründung: Er sei der „König von Bayern“.

  • In Corona-Zeiten müssen Reisende in einem Zug eine Schutzmaske tragen.
  • Ein Mittdreißiger weigerte sich und hatte dafür eine mehr als kuriose Begründung.
  • Eine Kundenbetreuerin der Bayerischen Regiobahn berichtet von dem Vorfall.

München/Salzburg - „Die Maske ist für uns Kundenbetreuende im Alltag mittlerweile das beherrschende Thema. Gerade jetzt, wo es draußen heiß wird“. Das berichtet eine Kundenbetreuerin bei der Bayerischen Regiobahn (BRB) im Spiegel. Dabei erzählt sie auch von ihrem Alltag und einem kuriosen Vorfall in Corona*-Zeiten.

Corona in Bayern: Schaffnerin berichtet von Alltag mit Maskenpflicht

„Für mich ist die Maske allgegenwärtig geworden. Wenn ich in einem Zug mit 300 Fahrgästen Dienst habe, halten sich im Normalfall ungefähr 200 davon an die Regeln. Manchmal sind es bis zu 50, die sagen, sie bräuchten keine Maske, sonst bekämen sie schlecht Luft. Andere reißen sich zusammen, wenn ich sie dann ermahne. Ich habe auch immer ein paar Reservemasken dabei, die ich Reisenden kostenlos geben kann“, so die 25-Jährige.

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Corona in Bayern: Maskenpflicht in Zügen - Bei Verweigerern wird Bundespolizei gerufen

Oft tragen Menschen ihre Masken falsch. „Wenn ich die Reisenden dann ermahne, ihre Maske bitte korrekt zu tragen, erwidern viele, dass sie Atembeschwerden hätten oder bei der Hitze von der Maske Kopfschmerzen bekämen. Ich empfehle dann häufig einen Schluck Wasser - und die meisten merken dann schnell, dass sie bei mir mit Ausreden nicht weiterkommen“, erklärt sie im Spiegel weiter. Lässt sich jemand allerdings nicht ermahnen, ruft die 25-Jährige am nächsten Bahnhof die Bundespolizei hinzu. Glücklicherweise komme das aber nicht oft vor.

Die Kundenbetreuerin berichtet weiter, dass sie selbst das Bußgeld gar nicht verhängen dürfe. „Die Bußgelder für den Verstoß gegen die Maskenpflicht dürfen nur Polizeibeamte kassieren. Widersetzen sich die Fahrgäste also weiter, müssen sie die 150 Euro bei den Beamten der Bundespolizei bezahlen.“

Corona in Bayern: Er trug keine Schutzmaske - „König von Bayern“? Mann mit kurioser Begründung

Dann berichtet sie von einem kuriosen Vorfall, der sich kürzlich ereignet hat. Dabei gab es auch ein Problem, mit dem Kundenbetreuer öfter zu tun haben: „Die Menschen weigern sich, ihren Personalausweis herauszugeben“. Die 25-Jährige erklärte dem Mittdreißiger, dass am nächsten Bahnhof Rosenheim die Bundespolizei mit einem Bescheid über 150 Euro Bußgeld auf ihn warten würde. Er hat zwar lange diskutiert, es schien ihn trotzdem nicht so richtig zu stören. „Sein Argument, die Maske nicht tragen zu müssen, war, der König von Bayern zu sein - dann brauche man so etwas wie eine Schutzmaske nicht. Der meinte das wirklich ernst“, zeigt sich die Kundenbetreuerin irritiert.

Solche Sprüche gebe es immer mal wieder, von Männern und Frauen. „Die unterschiedlichen Charaktere sind aber auch das, was ich an meinem Beruf so schätze. Ich bin gern schlagfertig und beginne immer mit einem Lächeln - aber manchmal fühlt man sich, wie beim König von Bayern, einfach nur lächerlich gemacht. Das ist schon alles nicht ganz ohne und geht an die Substanz“, schildert die 25-Jährige die positiven, aber auch die negativen Seiten ihres Jobs im Spiegel.

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Corona in Bayern: Bußgelder für Maskenverweigerer zu niedrig?

Aufgrund solcher Erlebnisse findet sie die Strafen noch deutlich zu niedrig: „Ich glaube, dass die Bußgelder nicht viel verändern werden. Strafen müssen wehtun und 150 Euro tun vielen nicht weh genug - dann gehen die Leute halt dreimal weniger einkaufen. Die bis zu 500 Euro Bußgeld, die in Berlin für Maskenverweigerer aufgerufen werden, würde ich mir auch in Bayern wünschen.“ Vielleicht würde sich dann auch etwas verändern. Die Behörden müssten zusätzlich aber auch in den Zügen und an Bahnhöfen mehr kontrollieren, erklärt sie abschließend im Spiegel.

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