An Baumaßnahmen wird nicht gerüttelt

Corona-Krise: Zahl der Züge soll reduziert werden - aber wie sicher sind die Passagiere?

Wo sind all die Passagiere hin? Die S-Bahnen verkehren während der Corona-Krise weitgehend leer.
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Wo sind all die Passagiere hin? Die S-Bahnen verkehren während der Corona-Krise weitgehend leer.

Öffentliche Verkehrsmittel werden während der Corona-Krise kaum noch genutzt. Das hat nun Auswirkungen auf den Zug-Fahrplan. Der Bau der 2. Stammstrecke soll wie geplant weiterlaufen. 

  • Während der Corona-Krise* verzichten viele Bürger auf Bahnreisen.
  • Deshalb soll die Zahl der verkehrenden Züge reduziert werden.
  • Laut Bayerns Verkehrsministerin Schreyer ist Zugfahren für Passagiere aber sicher.

München - S-Bahn-Fahrer und Nutzer des Regionalverkehrs müssen wegen der Corona-Krise mit noch weniger Zügen rechnen. Das berichtet Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) im Gespräch mit der tz. „Die Züge sind tagsüber weitgehend leer“, so die Ministerin. Sie habe sich am Münchner Hauptbahnhof* umgesehen: „Im Regionalzug nach Ingolstadt saßen gerade einmal zehn Reisende. Zehn!“ Die Menschen führen weniger, dennoch seien stabile Verbindungen notwendig, um die Grundversorgung zu gewährleisten, gerade für Pendler. Schreyer: „Die Menschen müssen gut und gesund ankommen.“

Das müsse auch gewährleistet sein, wenn Lokführer oder Zugpersonal plötzlich erkranken. „Daher haben wir die Fahrten reduziert und eine Art Personalreserve verfügbar.“

Corona-Krise: Verkehrsministerin empfiehlt Verteilung der Fahrgäste im Zug

Ist Zugfahren gefährlich? Schreyer: „Nein, Zugfahren ist wirklich sicher. Es wird mehr gereinigt, es wird mehr desinfiziert*.“ Das Personal könne im Notfall Mundschutz verteilen*. „Was wir nicht können: Jedem Manieren beizubringen. Etwa, dass man in den Ärmel niest. Fahrgäste sollten sich im Zug verteilen, nicht im Pulk einsteigen, sondern Abstände einhalten.“ Werden dieZuglängen eingekürzt? Schreyer: „Sollte es sich zeigen, dass immer weniger Menschen fahren, dann muss man über die Zuglängen reden.“ Bis jetzt sei aber geplant, die bisherigen Längen beizubehalten.

Ist wegen Corona der Bahnausbau im Großraum München in Gefahr? Schreyer: „Wir haben eine Ausnahmesituation, und da müssen wir durchkommen. Wir müssen sehen, wie wir die Wirtschaft danach wieder ankurbeln, aber auch, dass wir das, was wir vor der Krise aufgegleist haben, weiterhin gut hinbekommen.“

Streicht den Zug-Fahrplan zusammen: Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer reagiert auf die Umstände der Corona-Krise.

Corona-Krise: Keine Auswirkungen auf 2. Stammstrecke geplant

Beim Bahnausbau werde nicht gewackelt. „Da sehe ich keine Gefahr. Die 2. Stammstrecke wird gebaut* - die brauchen wir. Mir ist wichtig, dass wir auch die S-Bahn-Außenäste ertüchtigen.“ Geduld sei hier nicht ihre Stärke. „Denn wir werden eine Zeit nach Corona haben, in der die Menschen auch nicht so gedrängt in der S-Bahn stehen sollten, wie es früher der Fall war.“ 

Und außerhalb Münchens? Schreyer: „Wir machen ungehindert weiter, alle Baustellen sind offen, nichts wird eingestellt, solange wir das Personal und das Material haben.“

*merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

dw

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