Schule startet nach Weihnachtsferien

Distanzunterricht-Neustart in Bayern: Wieder Störungen bei Lernplattformen – Petition für Faschingsferien

Die Schule geht nach den Weihnachtsferien wieder los - und wieder gibt es Probleme mit den Lernplattformen. Der Plan, die Faschingsferien zu streichen, stößt auf Widerstand.

  • Bayern und ganz Deutschland haben weiterhin mit der Corona*-Pandemie zu kämpfen. Ab Montag gelten verschärfte Maßnahmen.
  • In den Schulen gab es zum Start wieder einige Probleme mit verschiedenen Lernplattformen.
  • Hier finden Sie in einer Karte* die aktuellen Fallzahlen im Freistaat.

München – Einen Vormittag mit vielen Laderädchen und der ein oder anderen Fehlermeldung erlebten am Montag viele Schüler und Lehrer in Bayern. Diesmal nicht primär bei der in der Vergangenheit sehr störungsanfälligen Lernplattform Mebis, sondern vor allem bei Lernplattformen von Privatanbietern, auf die viele Schulen zurückgreifen.

„Schulmanager“ und Videokonferenz-Tool „BigBlueButton“ überlastet

Im Landkreis Erding etwa berichtet eine frustrierte Grundschullehrerin, das Kollegium hätte sich seit Freitag in Dauerkonferenzen auf den Unterrichtsstart vorbereitet. Doch dann sei um kurz nach 8 Uhr nichts mehr gegangen. „Ich hätte die letzten Tage auch Spazieren gehen können“, sagt sie sarkastisch. Sowohl die Lernplattformen „Schulmanager“ als auch das Videokonferenz-Tool „BigBlueButton“ seien teils schon vor dem Unterrichtsbeginn überlastet gewesen.

Bei beiden Programmen häuften sich am Montag die Störungsmeldungen bei Eltern und Lehrern auch an Schulen in anderen Landkreisen. Auch die „Padlet“-Software, eine Art digitale Pinnwand, lief nach Angaben mehrerer Eltern nicht stabil, zu Zugriffsproblemen kam es vereinzelt auch bei der Plattform „nextcloud“. Zuverlässig seien hingegen die Konferenzen mit der von vielen Schulen genutzten Video-Plattform „MSTeams“ abgelaufen. Schulleiter, die mit dieser Software arbeiteten, zogen ein positives Fazit nach dem ersten Schultag. So etwa Severin Hammel, Rektor der Heinrich-Campendonk-Realschule in Penzberg (Kreis Weilheim-Schongau), der mit dem Start zufrieden war. Die größte Herausforderung sei gewesen, dass einige Schüler über die Ferien ihre Zugangsdaten verlegt hatten.

Bis mindestens 31. Januar müssen Bayerns Schüler noch von zu Hause aus lernen

An der Mittelschule Dachau Süd will Schulleiterin Anja Kreter künftig auch auf MSTeams setzen. Denn an ihrer Schule mussten die Lehrer am Montag spontan auf E-Mail- und Telefonverkehr umschwenken, nachdem die Videokonferenzen mit BigBlueButton vorübergehend nicht möglich waren. Die Lernplattform Mebis lief hingegen weitgehend störungsfrei. Aus den Schulen kamen kaum Ausfallmeldungen, das Kultusministerium berichtet lediglich von kurzen Störungen zur Mittagszeit, die aber schnell behoben werden konnten.

Die Lernplattform Mebis sorgt bei Schülern immer wieder für Ärger (Archivbild).

Bis mindestens 31. Januar müssen Bayerns Schüler wegen des Corona-bedingten Lockdowns noch von zu Hause aus lernen. Dazu hatte die Staatsregierung die Faschingsferien gestrichen. Doch dagegen regt sich weiter Widerstand. So wurde eine Online-Petition an das Kultusministerium gestartet, in der gefordert wird, die Faschingsferien nicht zu streichen, um den Schülern eine Auszeit vom Stress des Homeschoolings zu ermöglichen. 30.000 Unterstützer haben bereits unterschrieben. dg/ham/ff/ley

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa/dpa-Bildfuk

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