Freistaat hält traurigen Rekord

Krisen-Manager Markus Söder? So schlecht kommt Bayern tatsächlich aus der Corona-Krise

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder trägt einen blau-weißen Mundschutz.
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Markus Söder hat sich in der Corona-Pandemie als Krisenmanager hervorgetan. Doch wie steht Bayern wirklich dar?

Markus Söder tat sich in der Corona-Pandemie als Krisenmanager hervor. Doch die Zahlen zeigen: Bayern kommt schlechter aus der Krise als andere Bundesländer.

  • Bayern wurde von der Corona*-Pandemie besonders getroffen.
  • Doch Markus Söder tat sich als Krisenmanager hervor und erhielt viel Lob.
  • Jetzt zeigen die Zahlen aber: Bayern kommt schwerer aus der Krise als andere Bundesländer.
  • Alle Nachrichten zur Corona-Krise in Bayern lesen Sie in unserem aktuellen News-Ticker.

München - Markus Söder tat sich in der Corona-Pandemie als Krisenmanager hervor, doch wie gut steht Bayern wirklich dar? Das Risiko einer Infektion* mit dem Virus hängt nicht nur von der Lebensführung ab, sondern auch vom Wohnort. Auffällig ist: Wer beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein lebt, steckt sich statistisch gesehen nicht nur seltener mit Corona an als in Bayern oder Baden-Württemberg - er stirbt auch seltener an den Folgen der Erkrankung, wie der Focus berichtet.

Corona-Krise in Deutschland: Bayern hält einsamen Rekord

Es zeigt sich: Die Zahl der Infizierten und Toten pro 100.000 Einwohnern zeigt ein Nord-Süd-Gefälle - umgekehrt proportional zur öffentlichen Wahrnehmung der handelnden Politiker. Wie der Focus berichtet, müssten demnach Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther oder die mecklenburgische SPD-Regierungschefin Manuela Schwesig die Gesichter der Krise sein - und nicht etwa Bayerns Ministerpräsident Söder. Zumindest wenn es nach den Zahlen in der Krise geht.

In Bayern gab es bislang statistisch gesehen 19,9 Tote pro 100.000 Einwohnern - einsamer Rekordwert. Auch bei den Infektionszahlen führt der Freistaat die Liste mit 372 Erkrankten pro 100.000 Einwohnern an. Die CSU hält die Nähe zu den österreichischen Corona-Hotspots für mitverantwortlich. Im Nachbarland Baden-Württemberg sieht es nicht besser aus. Dort gibt es mit 323 Infizierten pro 100.000 Einwohnern die zweithöchste Infektionsrate, wie der Focus berichtet. Das Saarland belegt mit 283 Infizierten den dritten Platz. In Mecklenburg-Vorpommern dominieren dagegen corona-freie Kreise.

Corona-Krise in Deutschland: Nord-Süd-Gefälle nicht nur bei Infektionszahlen

Das Nord-Süd-Gefälle zeigt sich nicht nur an den Infektionszahlen und Todesfällen, sondern auch an den wirtschaftlichen Zahlen. Die Pandemie trifft besonders Bayerns Wirtschaft. Im Mai waren rund 26 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit, das ging aus einer Schätzung des Münchner Ifo-Instituts hervor. In anderen Bundesländern war der Wert niedriger. In Bremen, Baden-Württemberg und Niedersachsen waren rund 23 Prozent in Kurzarbeit. Das Ifo-Institut erklärte dazu, dass besonders in Ländern mit Automobil- und Zuliefererindustrie Kurzarbeit gefahren wird.

Auch bei der Arbeitslosigkeit ist Bayern Spitzenreiter. Vergleicht man den Juni 2020 mit dem Vorjahresmonat, zeigt sich im Freistaat eine Steigerung von 48,8 Prozent. Dahinter folgen Baden-Württemberg (45,4 Prozent) und Berlin mit 37,2 Prozent. Das Fazit lautet laut Focus deshalb: Markus Söder mag zwar in den Popularitätsranglisten vorne liegen, bei den wichtigen Kennzahlen der Krise liegt der Freistaat aber eher hinten.

Video: Wirtschaft in der Krise: Wie kommt Bayern aus dem Corona-Tief?

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