News-Ticker für den Freistaat

Corona in Bayern: Verwirrung um Lockerungen - Staatskanzlei pfeift Ministerium überraschend zurück

Überraschend wurden für Bayern weitere Corona-Lockerungen verkündet - doch offenbar vorschnell. Die Staatskanzlei reagiert.

  • Am Dienstag (7. Juli) hat die bayerische Regierung erneut getagt - Thema war unter anderem das Coronavirus*.
  • Nach den Lockerungen vom Dienstag stellte Markus Söder am Mittwoch gleich weitere Lockerungen in Aussicht (siehe Update vom 8. Juli, 21.28 Uhr).
  • Nach einer Ankündigung des Wirtschaftsministeriums herrscht Verwirrung (Update 10. Juli, 19.21 Uhr).


Update vom 13. Juli: Dieser News-Ticker ist beendet. Alle weiteren Entwicklungen in der Corona-Krise im Freistaat lesen Sie in unserem aktuellen Bayern-Ticker nach. 

Update von 14.51 Uhr: Die bayerischen Grünen fordern nach der Corona-Krise einen Richtungswechsel in der Sozial-, Klima- und Wirtschaftspolitik. Krisenschocks könnten helfen, Reformwiderstände zu überwinden und notwendige „Pfadwechsel“ einzuleiten, sagte Landeschef Eike Hallitzky am Samstag bei einem Internet-Parteitag.

„Mit der Corona-Pandemie endet eine Epoche viel zu sorglosen Umgangs mit unseren Lebensgrundlagen und mit den sozialen Widersprüchen in unserem Land“, sagte Hallitzky. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern müsse man nun neu verhandeln, was den Wohlstand von morgen und übermorgen ausmache. Man wolle dafür kämpfen, „dass jetzt die notwendigen politischen Schritte in eine soziale und ökologische Zukunft unseres Landes schnell und kraftvoll eingeleitet werden“.

Lesen Sie auch: Der Nationalpark Bayerischer Wald erlebt gerade dank Corona einen Touristen-Ansturm. Dass es sich dabei um einen Natur-Park handelt, scheint vielen Ausflüglern neu.

Coronavirus in Bayern: 49.175 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet

In Bayern sind bisher 49.175 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Samstag auf seiner Website mit (Stand 9 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2609 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Als genesen galten 45.620 Menschen.

Verwirrung um Corona-Lockerung: Staatskanzlei pfeift Ministerium plötzlich zurück - und sorgt für lange Gesichter

Update vom 10. Juli, 19.16 Uhr: Die Staatskanzlei hat Hoffnungen des Hotel- und Gaststättenverbands widersprochen, dass es eine Verbesserung der Situation von Kneipen und Diskotheken in der Corona-Krise geben könnte. Zunächst hatte der Verband am Freitag unter Berufung auf ein Schreiben des Wirtschaftsministeriums, das sich wiederum auf das Gesundheitsministerium bezogen hatte, berichtet, dass Schankwirtschaften und Diskotheken ihre Räume für private und kulturelle Veranstaltungen vermieten dürften. Ein Sprecher der Staatskanzlei erklärte am Freitagabend allerdings, dass dieses Schreiben gegenstandslos sei.

Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU) betonte: „Clubs und Diskotheken bleiben weiterhin geschlossen - auch durch die Hintertüre gibt es keine Öffnung. Es wird da keine Tricksereien geben. Es hat sich nichts geändert: Wir bleiben bei Vorsicht und Umsicht.“

Der Gastronomieverband zeigte sich enttäuscht von den Aussagen aus der Staatskanzlei. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum Clubs und Diskotheken nicht das erlaubt wird, was in anderen Bereichen auch möglich ist. Es geht nicht darum, dass getanzt wird und Discos und Clubs im herkömmlichen Sinne geöffnet werden.“

Übrigens: Unternehmen sollten bei Mails mit Bezug zu Corona-Hilfen vorsichtig sein. Die Bundesregierung und das Bundeswirtschaftsministerium haben nun vor Betrügern gewarnt

Corona in Bayern: Überraschende Lockerungen für Bars und Diskotheken bestätigt

Update von 16.35 Uhr: Für Bars und Tanzlokale gibt es eine kleine Erleichterung der coronabedingten Schließungen: Die Wirte von Schankwirtschaften und Diskotheken dürfen ihre Räume für private und kulturelle Veranstaltungen vermieten, wie das Wirtschaftsministerium in München den Hotel- und Gaststättenverband Dehoga informiert hat. Dies gilt ebenfalls für Livemusik und Konzerte. Der Teufel liegt allerdings im Detail: Nicht jede Form von Livemusik ist laut ministeriellem Schreiben eine kulturelle Veranstaltung. Reine „Musikbegleitung in der Gastronomie“ ist nicht erlaubt.

„Zu berücksichtigen sind hierbei insbesondere Zweck (besonderer Anlass), Organisationsgrad und Programm bzw. der geplante Ablauf, insbesondere auch, ob ein besonderer Eintritt verlangt wird und ob eine Bestuhlung vorhanden ist“, wird in dem Schreiben erläutert. „Jedenfalls reicht eine musikalische Untermalung eines Barbetriebs nicht aus.“

Der Gastronomieverband begrüßte die Lockerung: „Auch wenn es noch keine generelle Öffnungsperspektive für Schankwirtschaften, Clubs und Diskotheken gibt, gibt es seit heute auf unser Bestreben hin zumindest einen Silberstreif am Horizont“, sagte Landesgeschäftsführer Thomas Geppert.

Corona in Bayern: „Extreme Bedingungen“, „nicht zögern“ - Söder appelliert eindringlich vor der Sommerpause

Update von 15.20 Uhr: Der Freistaat steht vor dem Sommerurlaub: Am Donnerstag (9. Juli) stand die letzte Landtagssitzung vor der Sommerpause auf dem Plan. Dabei richtete sich Ministerpräsident Markus Söder mit einem Appell an den Landtag und die Bayern. Es müsse in der Corona-Krise weiter alles getan werden, „um unserem Land und den Menschen, die hier sind, ihr gutes Leben zu ermöglichen, ihre Freiheit zu erhalten, aber wenn notwendig sie auch zu beschützen und nicht zu zögern, auch danach zu handeln, was wir gemeinschaftlich für richtig halten“, betonte er.

Zuvor hatte sich Söder bei allen bedankt, die bei den Corona-Maßnahmen mitgewirkt haben. „Das war eine Teamleistung, von uns allen, von unserem gesamten Land“. „Ein wirklich herzliches Dankeschön, wir haben Bayern gut beschützt“. „Wir sind eine Gemeinschaft“, sagte er über den Landtag. Man habe das Vertrauen der Bürger erbeten und müsse dem gerecht werden. „Ich finde, dass der bayerische Landtag dies in den letzten Monaten unter extremen Bedingungen eigentlich sehr gut gemacht hat.“

Der Ministerpräsident - der sich weiter im Umfrage-Höhenflug befindet - bedankte sich auch über seinen Twitter-Account, stellte aber klar: „Die Herausforderungen bleiben groß: Andere Länder müssen frühe Lockerungen wieder zurücknehmen. Für Leichtsinn ist kein Platz. Bayern hat Grund zu Optimismus, aber braucht Geduld.“  Britische Experten warnen, dass im Herbst und Winter eine zweite Corona-Welle auf uns zukommt. Sie wollen „starke Beweise“ haben. Ein erneuter Lockdown könnte unumgänglich werden.

Corona in Bayern: 49.097 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet

Update von 14.55 Uhr: In Bayern sind bisher 49.097 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Freitag auf seiner Website mit (Stand 14.45 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2608 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Als genesen galten 45.550 Menschen.

Fünf Personen auf der Krebsstation des Klinikums Freising sind positiv auf Corona getestet worden. Jetzt ergreift das Krankenhaus eine drastische Maßnahme.*

Update vom 10. Juli, 7.35 Uhr: Auch wenn viele Reisebeschränkungen gefallen sind: Reiselustige aus Bayern sollten die Corona-Infektionsgefahr im Urlaub nicht unterschätzen, erklärte Gesundheitsministerin Melanie Huml. „Genießen Sie Ihre freien Tage, aber bleiben Sie bitte vorsichtig - und vor allem gesund“, so Huml. Besonders bei Reisen in andere Länder seien vorab das dortige Infektionsgeschehen, spezielle Einreiseregeln und mögliche Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes genau zu verfolgen.

„Auch am Strand oder im Gebirge sollte ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu fremden Menschen eingehalten werden“, riet sie außerdem. Zur Sicherheit solle auch im Urlaub der Mund-Nasen-Schutz stets griffbereit sein.

Bei der Einreise nach Bayern aus einem Risikogebiet gelte weiterhin die Pflicht zu einer zweiwöchigen Quarantäne und zum Melden beim zuständigen Gesundheitsamt. Generell könnten sich verunsicherte Urlaubsrückkehrer auch ohne Symptome in Bayern kostenlos auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen lassen.

Übrigens: Neben vielen anderen Berufsgruppen sind auch bayerische Schausteller stark von den finanziellen Folgen der Corona-Pandemie betroffen. Um auf ihre Situation aufmerksam zu machen, haben rund 600 von ihnen am Donnerstag in München demonstriert*. 

Corona in Bayern: Neue Infektionszahlen bekannt - Rund 45.000 Menschen gelten als genesen 

Update von 15.18 Uhr: In Bayern sind bisher 49.003 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Donnerstag auf seiner Website mit (Stand 9.00 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2606 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Als genesen galten rund 45.500 Menschen. 

Die Bundesregierung um Angela Merkel wird offenbar von einem Spionage-Fall erschüttert.

Update vom 9. Juli, 11.29 Uhr: Eine Biologin aus Nürnberg forscht an vorderster Front an einem Medikament gegen das Coronavirus - und erklärt, was die Arbeit ihrer Taskforce so schwierig macht.

Corona in Bayern: Söder überrascht im TV und stellt nächste Lockerung in Aussicht 

Update vom 8. Juli, 21.28 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will in der kommenden Woche die in der Corona-Krise zulässigen Besucherzahlen für Kunst- und Kulturveranstaltungen anzupassen. „Wir werden nächste Woche vorschlagen, das für die Kultur nochmals zu verdoppeln, auf 200 innen und 400 außen; allerdings mit Vorgaben, weil wir das anders nicht machen können“, sagte der CSU-Chef am Mittwochabend im BR-Fernsehen.

Markus Söder am Mittwochabend in der BR-Sendung „Wirtschaft im Corona-Schock“.

Erst in dieser Woche hatte das Kabinett die Begrenzungen für Besucherzahlen in dem Bereich auf 100 in Innenräumen und 200 in Außenbereichen erhöht. Die Entscheidung muss das bayerische Kabinett treffen, dessen nächste Sitzung findet am Dienstag auf der Insel Herrenchiemsee statt. Zu der Sitzung wird auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet.

Corona in Bayern: Regierung schmettert Oppositionsanträge ab - bittere Entscheidung für SPD, FDP und Grüne 

Update von 19.27 Uhr: Korb für die Opposition. Die bayerische Staatsregierung braucht für Rechtsverordnungen zum Infektionsschutz auch künftig vorerst keine Zustimmung des Landtags. Das Parlament lehnte am Mittwoch mit den Stimmen der regierenden CSU und Freien Wähler entsprechende Gesetzesentwürfe von SPD und FDP sowie Anträge von Grünen ab.

In der Corona-Krise waren in Bayern alle wichtigen Entscheidungen vom Kabinett im Alleingang entschieden worden, einzig bei finanziellen Fragen zu Kreditermächtigungen brauchte die Regierung die Zustimmung des Landtags. Gerade mit Blick auf eine möglicherweise anstehende zweite Infektionswelle forderten SPD, Grüne und FDP daher nun mehr Mitsprachemöglichkeiten. Dies sei auch wichtig, um die Entscheidungen besser vor der Bevölkerung zu rechtfertigen.

Der Handlungsspielraum der Staatsregierung müsse jedoch beibehalten werden, sagte Alexander Hold (Freie Wähler). Dem Landtag aufzuerlegen, dass er sich um jeden „Mist“, also etwa jedes Detail bei der Wiederöffnung von Corona-Beschränkungen kümmern müsse, werde dem Parlament nicht gerecht. Er sei froh, dass in Bayern die Regierung in der Krise so schnell handeln konnte ohne unnötige Verzögerungen.

Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) sagte, oberstes Ziel des Regierungshandelns sei es immer gewesen, die Krankheit zum Wohle der Menschen zu bekämpfen. „Wir sind unserer Verantwortung gerecht geworden“, sagte Herrmann. Auch die Gerichte würden in ihren Entscheidungen die Linie der Regierung bestätigen. Wenn Gefahr im Verzug sei - wie in der Pandemie - sei eine Parlamentsbeteiligung praktisch nicht möglich.

Coronavirus in Bayern: Neue Zahlen vom Landesamt für Gesundheit

Update von 18.21 Uhr: Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen hat neue Corona-Zahlen veröffentlicht. In Bayern sind demnach bisher 48.938 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden (Stand: 8. Juli, 9 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2.604 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Als genesen galten rund 45.450 Menschen.

Coronavirus in Bayern: Erleichterung in grenznaher Kita - Tests überwiegend negativ

Update von 15.53 Uhr: Nach den Fiebererkrankungen zahlreicher Kinder in einem Kindergarten in Friedrichshafen am Bodensee nahe der bayerischen Grenze sind die meisten Tests auf eine Corona-Erkrankung negativ ausgefallen. Bei einem Kind steht das Ergebnis noch aus, wie der Träger der Einrichtung am Mittwoch mitteilte. Am Donnerstag soll der Kindergarten wieder für die beschwerdefreien Kinder geöffnet werden.

Die Corona-Tests wurden nicht vom Gesundheitsamt durchgeführt, sondern die Eltern mussten selbst entscheiden, ob sie ihr Kind beim Hausarzt testen lassen wollten. Sechs Kinder wurden daraufhin getestet. Mehr als 40 Kinder waren am Montag von ihren Eltern wegen Fiebers krankgemeldet worden. Der Träger der Einrichtung hatte den Kindergarten daraufhin für zwei Tage geschlossen.

Coronavirus in Bayern: „Zum Schutz der Bevölkerung“ - Stadt Nürnberg reagiert auf feiernde Menschenmengen

Update von 14.28 Uhr: Mit einem Sicherheitsdienst, Barrieren, einem Verkaufsverbot für Alkohol und mehr Beleuchtung will Nürnberg feiernde Menschenmengen in der Innenstadt verhindern. Trotz der Corona-Beschränkungen gab es an den vergangenen Wochenenden immer wieder ein dichtes Gedränge von Feierlustigen auf Plätzen, Straßen und am Wöhrder See. „Die Stadt Nürnberg reagiert nach den wiederholt großen Menschenansammlungen und Feiern an beliebten Treffpunkten in der Innenstadt mit einem Maßnahmenpaket zum Schutz der Bevölkerung vor Corona-Infektionen“, hieß es in einer Pressemitteilung. Dieses gelte zunächst für das kommende Wochenende.

Ein von Wirten organisierter Sicherheitsdienst soll am Köpfleinsberg dafür sorgen, dass unter anderem Abstandsregeln eingehalten werden. Am Tiergärtnertorplatz ist der Verkauf von Getränken zum Mitnehmen verboten. Zuvor hatte bereits Bamberg den Straßenverkauf von Alkohol am Wochenende in der Altstadt* untersagt, um größere Menschenansammlungen während der Corona-Krise zu verhindern. Das Verbot gilt dort zunächst bis zum 24. Juli.

Coronavirus im Freistaat: Tourismus in Bayern eingebrochen

Update von 12.46 Uhr: Auch im Mai hat die Corona-Krise den Tourismus in Bayern stark einbrechen lassen. Allerdings waren die Verluste etwas geringer als im April, da die Beherbergungsbetriebe ab 30. Mai wieder für Touristen öffnen durften. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Zahl der Übernachtungen um fast 85 Prozent auf rund 1,3 Millionen zurück, wie das Landesamt für Statistik am Mittwoch in Fürth mitteilte. Die Zahl der Gäste sank um fast 88 Prozent auf 431 000. Der Großteil von ihnen kam aus Deutschland. Nur fast 8 Prozent reisten aus dem Ausland an. Im Mai 2019 waren es noch rund 24 Prozent.

Vor allem die Jugendherbergen und Hütten konnten den Mai abhaken: Die Zahl der Gäste reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um knapp 97 Prozent. Bei den Campingplätzen verbesserte sich die Situation im Mai, nachdem diese im April quasi einen Totalausfall hatten: Die Zahl der Gäste ging im Vorjahresvergleich um 82 Prozent, die der Übernachtungen um 87 Prozent zurück. Bei den Ferienhäusern, -wohnungen und -zentren fiel der Rückgang mit jeweils mehr als 74 Prozent etwas geringer aus als noch im April. Damit bleibt das laufende Tourismusjahr nach Angaben des Statistikamtes von Januar bis Mai weit unter den bis zu Beginn der Pandemie erhofften Steigerungen.

Update vom 8. Juli 2020, 10.04 Uhr: Das Unterhachinger Freibad im Landkreis München hat wieder geöffnet. Doch rein darf nur, wer vorher über PayPal online ein Ticket bucht. Das stößt Besuchern übel auf. Vor allem Ältere fühlen sich vergessen*. Und rebellieren.

Coronavirus: Maskenpflicht im Landtag - AfD-Fraktion scheitert mit Eilantrag

Update von 16.21 Uhr: Die AfD-Fraktion ist am Verwaltungsgericht München mit ihrem Eilantrag gegen die Maskenpflicht im bayerischen Landtag gescheitert. Das Gericht erklärte sich in der Frage für nicht zuständig, da es sich um eine verfassungsrechtliche Streitfrage handelt. Gegen die Entscheidung kann innerhalb von zwei Wochen Beschwerde zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingelegt werden.

Friedrichshafen: 40 Kinder haben Symptome - Behörde sieht keine Notwendigkeit für Tests

Update von 13.01 Uhr: In Friedrichshafen am Bodensee an der Grenze zu Bayern sind 40 Kinder in einem Kindergarten an Fieber erkrankt - das Gesundheitsamt sieht aber keine Hinweise auf eine Corona-Infektion.

Das teilte Amtssprecher Robert Schwarz am Dienstag mit. Die Kinder waren am Montag von ihren Eltern krankgemeldet worden. Der Träger der Einrichtung hatte den Kindergarten daraufhin für zwei Tage geschlossen. Am Donnerstag sollen beschwerdefreie Kinder demnach wieder kommen dürfen.

Corona-Tests bei den Kindern sind laut Gesundheitsamt derzeit nicht geplant. Sie stellten einen erheblichen Eingriff für die Kinder dar. Eltern müssten selbst entscheiden, ob sie ihr Kind beim Hausarzt testen lassen wollen. Die häufigsten gemeldeten Symptome einer Erkrankung sind Husten (49 Prozent), Fieber (41 Prozent) und Schnupfen (21 Prozent).

Update von 13.01 Uhr: In Bayern sind von diesem Mittwoch (8. Juli) an wieder etwas größere private Veranstaltungen und Familienfeiern erlaubt. Bars und Kneipen müssen dagegen auch weiterhin geschlossen bleiben. Das teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in München mit.

Private Veranstaltungen, Parteiversammlungen, Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und ähnliches dürfen demnach nun mit doppelt so vielen Teilnehmern stattfinden wie bisher: also mit bis zu 100 Personen in geschlossenen Räumen und mit bis zu 200 Personen im Freien. Auch Schulabschlussfeiern können in dieser Größenordnung stattfinden. Herrmann betonte, das Corona-Infektionsgeschehen sei stabil. Das Virus sei aber nicht besiegt, man müsse weiter vorsichtig sein. Deshalb gebe es nun einige, aber keine grundlegenden Lockerungen.

Unter anderem dürfen nun wieder Freizeiteinrichtungen auch in Innenbereichen öffnen. Das gilt auch für Zoos und botanische Gärten. Wettkämpfe in kontaktfreien Sportarten können nun auch wieder in geschlossenen Räumen durchgeführt werden. Und: Auch das Training mit Körperkontakt ist zugelassen, wenn in festen Gruppen trainiert wird.

Coronavirus in Bayern: Wie geht es mit Bars und Clubs weiter?

Update von 12.39 Uhr: Eine Rückfrage zu den Schankwirtschaften, da Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger eine Lösung noch im Juli versprochen hatte. Alle Entscheidungen im Kabinett seien einvernehmlich getroffen worden, erklärt Staatskanzleichef Florian Herrmann. Vorsicht sei nach wie vor wichtig. Ein Funke genüge, zitiert er Markus Söder. Deshalb müsse man in gewissen Bereichen besonders vorsichtig vorgehen. In Bars und Clubs „haben Sie die Enge, da haben Sie den Alkohol, da haben Sie möglicherweise ein Lüftungsproblem“ wie in Gütersloh, deshalb sei man da sehr vorsichtig, wie Herrmann weiter erklärt.

Alle Bereiche, die noch nicht geöffnet sind, habe man aber auf dem Schirm. Es werde anhand des Infektionsgeschehens* immer wieder neu abgewogen und entschieden. Aber wie sieht die Perspektive für Bars und Clubs nun aus? Können diese nicht öffnen, bevor es einen Impfstoff* gibt? „Es ist keine Absage für immer, das ist doch klar“, so Herrmann. „Wir können nicht weiter in die Zukunft schauen als wenige Wochen“, man müsse abwägen. „Das sind die Bereiche, wo wir sehr sehr vorsichtig sind“.

Coronavirus in Bayern: Weitere Lockerungen verkündet

Erstmeldung vom 7. Juli, 12.17 Uhr

München - Das Infektionsgeschehen sei „nach wie vor stabil“, so Staatskanzleichef Florian Herrmann bei einer Pressekonferenz nach einer Kabinettssitzung. Alle bayerischen Landkreis liegen unter 50 Infektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche. In 30 Kreisen und kreisfreien Städten kam es zu gar keinen Neuinfektionen. „Das ist ein wirklich positiver Effekt“.

Coronavirus in Bayern: Aktuell rund 800 aktiv Infizierte im Freistaat

Trotzdem gebe es nach wie vor Neuinfektionen. Rund 800 aktiv Infizierte gebe es demnach im Freistaat, die Zahl gehe damit nicht signifikant nach unten, wie Herrmann weiter ausführt. „Wir sind nach wie vor mitten in der Pandemie.“ Die Strategie der Umsicht und Vorsicht sei weiterhin der Maßstab.

Gleichwohl gebe es weitere Lockerungen. Die aktuelle Verordnung läuft bis zum 19. Juli, folgendes wurde heute von der Regierung beschlossen: Die Veranstaltungen (Vereins-, Parteisitzungen, Hochzeiten) waren bisher auf 50 Personen im Innenbereich und 100 im Außenbereich begrenzt. Diese Zahlen sollen verdoppelt werden - also auf 100 innen beziehungsweise 200 Personen außen. Freizeiteinrichtungen im Innenbereich (Indoorspielplätze) und Innenbereiche von Tierparks und Botanischen Gärten sollen wieder ermöglicht werden. Die grundsätzliche Schließung soll beendet werden. Immer unter den entsprechenden Hygienevorgaben.

Coronavirus in Bayern: Weitere Lockerungen, aber noch keine Öffnung der Schankwirtschaften

Im Bereich des Sports: „Wir wollen die kontaktfreien Wettkämpfe auch in den Innenbereichen wieder ermöglichen“, so Herrmann. Training soll auch bei Körperkontakt ermöglicht werden. Bei Kampfsport ebenfalls - in Gruppen von maximal fünf Personen. Bei Schankwirtschaften wird es noch keine Veränderungen geben, gemeint sind Diskos und Clubs, „weil wir nach wie vor vorsichtig und umsichtig sind“, so Herrmann.

Coronavirus in Bayern: Sind Tests für alle wirklich sinnvoll? 

Markus Söder tat sich in der Corona-Pandemie als Krisenmanager hervor. Doch die Zahlen zeigen: Bayern kommt schlechter aus der Krise als andere Bundesländer.*

Wie groß ist die Corona-Ansteckungsgefahr bei Kindern? Diese Frage, von der viele Lockerungen abhängig sind, ist nicht geklärt. Eine Studie soll jetzt helfen.

Sommerzeit ist Urlaubszeit, das gilt auch für die Politiker dieses Landes. Doch wo entspannen Merkel, Seehofer und Söder in diesem Corona-Sommer?

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Rubriklistenbild: © dpa / Sven Hoppe

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