Gastro öffnet nach Corona-Shutdown

Als Gruppe in den Biergarten oder ins Wirtshaus? Das ist seit Montag erlaubt

Biergärten, Restaurants und Wirtshäuser in Bayern dürfen nach dem Corona-Shutdown ihre Außenbereiche wieder öffnen. Auch Gruppen dürfen sich treffen - unter klar definierten Voraussetzungen.

München - Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler)* hat in der Corona-Krise alle Hände voll zu tun. 

Nach seinem Vorschlag einer „Mini-Wiesn“ gab es harte Kritik von der CSU und Ministerpräsident Markus Söder*, dann wurde eifrig über eine Kaufprämie für PKWs debattiert, um die durch die Coronavirus-Pandemie arg gebeutelte Autoindustrie wieder anzukurbeln, und schließlich wird Aiwanger in einem Satire-Video von Wirten aufs Korn genommen.

Corona-Krise in Bayern: Gastronomie, Biergärten öffnen ab 18. Mai ihre Außenbereiche

Eben jene Wirte dürften sich nun aber über Aussagen des bayerischen Wirtschaftsministers freuen. Denn: Aiwanger höchstpersönlich hat nun erklärt, in welchen Fällen und unter welchen Voraussetzungen es trotz Corona-Beschränkungen ganzen Gruppen erlaubt ist, sich in Biergärten, Restaurants oder Wirtshäusern zu verabreden. 

Schließlich dürfen Gastronomen ab Montag, 18. Mai, ihre Außenbereiche bis 20 Uhr wieder öffnen, ab dem 25. Mai darf (bis 22 Uhr) auch in den Lokalen wieder bedient und ausgeschenkt werden. Eine Verlängerung der Öffnungszeiten von Biergärten zu diesem Zeitpunkt bis 22 Uhr steht im Raum.

Wirtschaftsminister Bayerns: Hubert Aiwanger von den Freien Wählern.

„Zur Frage, mit wem ich in den Biergarten oder in die Außengastronomie gehen darf: Mit den Menschen, mit denen Sie sich auch so treffen dürfen“, erklärte Aiwanger am Dienstag (12. Mai) auf einer Pressekonferenz der bayerischen Minister. Heißt: Mit einer befreundeten Familie oder den Verwandten.

Lesen Sie auch: Die Biergarten-Öffnungszeiten trotz Corona in Bayern könnten Ende Mai schon wieder verlängert werden. Dennoch gibt es Diskussion zwischen der CSU und Hubert Aiwanger.

Mit Freunden in den Biergarten oder das Restaurant? Aiwanger nennt Regeln

Es sei sogar erlaubt, sich „mit einer anderen Familie im Biergarten (...) an denselben Tisch setzen“, erklärte er weiter. Doch: Was ist mit den Freunden? Kann man sich auch mit denen treffen?

Auf der Presserunde kam eine Nachfrage, ob es auch „sechs bis acht Freunden“ erlaubt sei, gemeinsam in den Biergarten oder ins Wirtshaus zu gehen. Aiwanger verneinte diese Frage nicht - und nannte die Voraussetzungen.

„Wenn sechs bis acht Leute, jeder mit seinem Kumpel kommt, dann kann der sich natürlich jeweils mit seinem Kumpel, der seine Bezugsperson ist, an einen Tisch setzen“, meinte der Wirtschaftsminister: „Und mit 1,50 (Meter, d. Red.) Abstand sitzt der nächste Kumpel mit seinem Kumpel. Aber sie können nicht sechs mal zwei an einem Tisch sitzen, weil nicht mal die ersten Sechs an einem Tisch sitzen dürfen. Am Tisch darf ich also immer nur mit einer Bezugsperson oder einer Bezugsfamilie sitzen. Und zu den anderen ist jeweils 1,50 (Meter, d. Red.) Abstand zu halten.“

Corona in Bayern: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ruft den 18. Mai als „Wendepunkt in der Corona-Krise“ aus. Der Grund? Die Öffnung der Biergärten.

Corona/Bayern: Freunde können sich in Biergärten und Wirtshäusern treffen

Ergo: Freunde können sich sehr wohl als Gruppen in der Gastronomie verabreden, müssen aber immer zu zweit an getrennten Tischen sitzen und die gebotenen Abstandsregeln wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Erreger Sars-Cov-2 wahren.

Dass sogar Gruppen mit mehreren Personen an einem Tisch sitzen, „ginge nur, wenn der Tisch 15 Meter lang ist und dann im Abstand von 1,50 immer die Pärchen gegenüber sitzen“, sagte der Niederbayer weiter - und lächelte dabei. 

Gruppen in Biergärten und Restaurants? Das dürfte auch bei den Gastronomen für ein Lächeln sorgen, die ihre Lokale wegen Corona wochenlang schließen mussten.

Viele Schüler in Bayern müssen von daheim lernen und können noch nicht in die Schulen. Ein Zehnjähriger in Ansbach war so frustriert, dass er einen drastischen Ausweg wählte.

Für unterschwellige Kritik beim Koalitionspartner CSU führt Aiwangers Krisenmanagement unter anderem mit der Bestellung von 90.000 Wischmopps. 

Das Warten vieler Menschen hat am Montag (18. Mai) ein Ende: Die Biergärten dürfen in Bayern wieder öffnen. Eine Kult-Brauerei aus München hat jetzt überrascht: Sie lässt ihre Betriebe zu. Ein deutscher Ministerpräsident nennt unterdessen überraschenderweise schon ein mögliches Datum für Stadion- und Konzertbesuche.

Wie der erste Biergartentag beim Tegernseer Bräustüberl verlief, erfahren Sie bei Merkur.de* - Eindrücke vom Restart in München gibt‘s bei tz.de*.

pm

*Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © dpa / Peter Kneffel

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