Schicke Fellfrisur nicht unverzichtbar

Corona-Lockdown in Bayern: Auch Hundefriseure müssen geschlossen bleiben - anders als in NRW

Eine Hundefriseurin in Emsdetten.
+
Hundefriseurin Elisa Kloppenborg klagte in NRW gegen die Corona-Schutzverordnung und darf nun ihr Geschäft wieder öffnen. Hundefriseure in Bayern müssen dagegen geschlossen bleiben.

In Nordrhein-Westfalen können Hunde trotz Corona-Lockdown zum Friseur - anders als in Bayern. Die Politik sieht eine schicke Fellfrisur nicht als unverzichtbar an.

München - Hat ein Hund in Bayern aktuell einen „Bad Hair Day“ dürfen ihn Herrchen oder Frauchen nicht in einen Hundesalon bringen. Aus Sicht der Politik ist eine schicke Fellfrisur nicht unverzichtbar - das Reduzieren von Kontakten in der Corona*-Krise schon.

Corona-Lockdown in Bayern: Hunde dürfen nicht zum Friseur - anders als in NRW

Hunde im Freistaat dürfen während des Corona-Lockdowns* also nicht zum Friseur gehen, anders als ihre Artgenossen in Nordrhein-Westfalen. In Münster entschied das Verwaltungsgericht in einem Eilverfahren, dass Hundesalons weiterhin geöffnet haben dürfen. Geklagt hatte eine Hundefriseurin aus Emsdetten, der die Behörden mitgeteilt hatten, sie müsse ihren Laden vorübergehend schließen. In Bayern sehen die Behörden das Frisieren von Hunden allerdings nicht als unverzichtbar für den täglichen Bedarf an, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München mitteilte.

Grundsätzlich sollen in Bayern Ladengeschäfte mit Kundenverkehr angesichts der sehr hohen Corona-Zahlen nicht öffnen, damit nicht nur Kontakte am und im Geschäft, sondern auch Mobilität an sich minimiert werden, hieß es aus dem Ministerium. „Die Ausnahmen sind daher restriktiv zu handhaben.“

Corona-Lockdown in Bayern: Tiefpflege nur bei „unaufschiebbarem Bedarf“ zulässig

Tierpflege ist laut Ministerium nur bei „unaufschiebbarem Bedarf“ zulässig - also etwa wenn Krallen einzuwachsen drohen, Kaninchen Zahnprobleme haben oder Fell zu sehr verfilzt ist und dadurch Hautentzündungen entstehen könnten. Medizinische Bäder gegen Parasiten oder Hautpilz bei Tieren dürften lediglich dann von Tierpflegern durchgeführt werden, wenn sich die Tiere „von ihrem Besitzer nur unter Gefahr der Verletzung für Tier und Mensch baden lassen“.

Das Gericht in Münster hatte argumentiert, das Frisieren oder Krallenschneiden bei Hunden sei mit einer Handwerksleistung - wie etwa in einer Fahrrad- oder Kfz-Werkstatt - vergleichbar. Dabei komme es zwar zu Kontakt mit Kunden, in diesem Fall die Hundehalter. Die Mindestabstände von 1,5 Metern könnten aber eingehalten werden. So hatte die Hundefrisörin gegenüber dem Gericht erklärt, die Hunde würden an der Tür in Empfang genommen, das Geld würde in einer vor dem Haus auf einer Bank liegenden Dose deponiert, wobei sich einzelne Kunden nicht begegneten. (kam/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Mitten in der Corona-Pandemie verkündete Markus Söder eine erfreuliche Nachricht auf Twitter. Die Familie des bayerischen Ministerpräsidenten ist gewachsen.

Auch interessant

Kommentare