Die Infos im Überblick

Coronavirus in Oberbayern: Die Lage in der Region - Viele Arbeitnehmer in Oberbayern „extrem verunsichert“

Vielerorts schwer zu bekommen: Auch in Oberbayern decken sich viele Bürger mit Schutzmasken ein.
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Vielerorts schwer zu bekommen: Auch in Oberbayern decken sich viele Bürger mit Schutzmasken ein.

Flughafen, Passion, Starkbierfeste: Unsere Redaktionen berichten über die Auswirkungen des Coronavirus. Die Infos aus den Städten und Kreisen im Überblick.

Update, 15. März, 15.20 Uhr: 

Nun folgt der Paukenschlag im Freistaat:

Bayern plant wegen des Coronavirus Beschränkungen für Gastronomie und Läden

. Es soll umfangreiche Maßnahmen geben. 

Das Coronavirus steht nach der Wahl wieder im Fokus. Welche Maßnahmen nun in München wegen Corona getroffen werden, erfahren Sie in unserem neuen News-Ticker.

Update vom 11. März: Von der leeren Zugspitzbahn bis zum Auftragsstau in der Backwarenindustrie. Das Coronavirus könnte massive Auswirkungen für die Beschäftigten im oberbayerischen Gastgewerbe und in der Lebensmittelindustrie haben. Davor warnt jetzt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

„Wegbleibende Hotelgäste auf der einen, Hamsterkäufe auf der anderen Seite – Corona wirkt sich sehr unterschiedlich auf die Branchen aus. Aber die Beschäftigten sind extrem verunsichert. Viele Hotelangestellte treibt die Sorge um, wegen Umsatzeinbrüchen vom Chef in unbezahlten Urlaub geschickt zu werden. In der Ernährungsindustrie geht es um die plötzliche Anordnung von Überstunden bis hin zu fehlender Schutzkleidung“, erklärte Manuel Halbmeier von der NGG Rosenheim-Oberbayern. Die Informationslage für Arbeitnehmer sei sehr dünn. Die Gesundheitsbehörden würden zwar regelmäßig informieren, aber „für die betroffenen Beschäftigten gibt es vor Ort meist kein konkretes Hilfsangebot“, kritisierte Halbmeier. 

Die Beschäftigen sollen sich Informationen bei der NGG holen: „Vom Kündigungsschutz bis hin zu Regeln für Nachtarbeit – trotz Epidemie gelten Arbeitnehmerrechte, um die sich niemand bringen lassen sollte“, so Halbmeier.

Warum in dieser schwierigen Situation für die Bundesrepublik besonders Markus Söder Größe zeigt - und daher sogar als Kanzlerkandidat infrage kommt - lesen Sie in einem Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis*.

Coronavirus in Bayern: Hausarztpraxis in Aying geschlossen

Update 21 Uhr: Hausarztpraxis geschlossen: In Aying (Kreis München) bleibt eine Gemeinschaftspraxis zwei Wochen lang geschlossen. Eine Person, die dort arbeitet, wurde nach Informationen unserer Zeitung positiv getestet. Die Behörden kontaktieren möglicherweise betroffene Patienten.

Update, 14 Uhr: Vier Schulen - stand jetzt - bleiben in Oberbayern ab Montag neu geschlossen. Drei in München, eine Realschule im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Update, Sonntag, 8. März, 6.01: Wie es am Samstag (7. März) hieß, haben sich insgesamt drei Personen mit dem neuartigen Coronavirus im Landkreis Dachau angesteckt. Das teilte das Landratsamt Dachau mit. Auch im Landkreis Weilheim-Schongau gibt es einen weiteren Fall. Die Ehefrau des ersten, kritisch erkrankten Patienten. Bereits Ende der Woche wurde ein Fall in der HypoVereinsbank in München bekannt. Das Unternehmen ist im Besitz eines italienischen Konzerns.

Ursprünglicher Artikel vom 6. März:

Coronavirus in Oberbayern: Stadt München

In München gibt es 26 bestätigte Coronavirus*-Fälle. „Es werden aber wohl noch rasch mehr werden“, sagt OB Dieter Reiter (SPD). Er mahnt, nicht in Panik zu verfallen. „Dazu besteht kein Grund.“ Er appelliert an Freistaat und Bundesregierung: Zum einen müsse sichergestellt sein, dass die Kliniken mit Schutzkleidung versorgt seien. „Derzeit haben wir noch ausreichend. Aber es braucht mehr.“ Zum anderen sieht er auch die medizinischen Einrichtungen des Freistaats in der Pflicht, Betten zur Verfügung zu stellen. Bislang stünden diese lediglich bei den städtischen Kliniken bereit.

Coronavirus in Oberbayern: Landkreis München

Der Landkreis München verzeichnet unter seinen Bürgern bisher drei bestätigte Infektionen: ein Vater und seine Tochter sowie ein Kind, das in Gräfelfing einen Kindergarten besucht. Dieser ist noch bis 16. März geschlossen. Auch das Lise-Meitner-Gymnasium in Unterhaching blieb wegen einer infizierten Schülerin seit Donnerstag zu; ebenso zwei Sportzentren. Diverse Veranstaltungen in der Gemeinde sind gestrichen. Das Landratsamt hat seine große regionale Ausbildungsmesse in Unterschleißheim vorerst abgesagt.

Lesen Sie auch: Das Coronavirus hat auch den oberbayerischen Landkreis Freising erreicht. Mittlerweile gibt es über 50 Infizierte. Alle Infos hier im Coronavirus-Ticker.

Coronavirus in Oberbayern: Miesbach

Die Zahl der am Coronavirus erkrankten Personen im Landkreis Miesbach hat sich seit Donnerstag verdoppelt – allerdings auf niedrigem Niveau. Am Freitagnachmittag bestätigte das Gesundheitsamt zwei weitere Infektionsfälle. Alle stammen aus der zwölfköpfigen Reisegruppe aus dem Norden des Landkreises, die in Südtirol beim Skifahren war. Ein Mann wird im Krankenhaus Agatharied behandelt, alle anderen Infizierten und ihre Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Coronavirus in Oberbayern: Starnberg

Im Landkreis Starnberg ist am Mittag die erste Schule geschlossen worden. Weil sich ein Kind aus dem Gymnasium Tutzing infiziert habe, hätten Gesundheitsamt und Schulleitung entschieden, die Schule und auch die Mittagsbetreuung bis einschließlich 16. März geschlossen zu halten, teilt das Landratsamt mit. Das Kind war mit seinen Eltern in den Faschingsferien in Südtirol, auch beim Vater wurde das Coronavirus festgestellt. Zuvor war das Virus bei zwei Männern (40, 45) aus dem Landkreis festgestellt worden. Einer von ihnen war in den Faschingsferien mit etwa 55 Jugendfußballern zum Trainingslager in Misano in der italienischen Region Emilia-Romagna. Für die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen bot das Kreisgesundheitsamt am Freitag extra einen Termin an, um sich auf das Virus testen zu lassen.

Coronavirus in Oberbayern: Rosenheim

Im Landkreis Rosenheim wird derzeit eine Person aufgrund einer Infektion behandelt. Der 55-Jährige hatte sich beim Skifahren in Südtirol infiziert und ist im Krankenhaus untergebracht. Dem Mann gehe es aber gut, wie Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamts, erklärt. Mehrere Veranstaltungen wie Berufsinformationstage oder eine große Landmaschinenmesse sind abgesagt. Stattfinden wird hingegen – nach derzeitigem Stand – das Rosenheimer Starkbierfest. Und dies, obwohl das Gesundheitsamt zu einer Absage geraten hatte.

Coronavirus in Oberbayern: Weilheim-Schongau

Im Kreis Weilheim-Schongau gibt es einen bestätigten Fall. Der um die 80 Jahre alte Mann liegt isoliert im Weilheimer Krankenhaus. Weil man zunächst davon ausging, dass es sich um einen Grippe-Patienten handelte, stehen nun elf Klinikmitarbeiter unter Quarantäne. Auch in diesem Kreis wurden diverse Veranstaltungen abgesagt: die für März geplante Job-Messe in der Weilheimer Stadthalle sowie die Auto- und Motorradausstellung im April in der Kreisstadt.

Coronavirus in Oberbayern: Mühldorf

Noch ist der Landkreis Mühldorf ohne Coronavirus-Verdachtsfall. Trotzdem sorgt das Virus für Diskussionen. „Wir haben keine Desinfektionsmittel und auch keine Mundmasken mehr“, sagt Apotheker Anton Locker, der die Hysterie nicht nachvollziehen kann. Die Menschen im Landkreis legen sich Vorräte an. „Zur Zeit haben wir aber keine Engpässe und können unsere Regale füllen“, beruhigt Josef Wimmer, geschäftsführender Gesellschafter von 16 Edeka-Märkten in der Region.

Coronavirus in Oberbayern: Dachau

Im Landkreis Dachau gibt es weiterhin keinen bestätigten Coronavirus-Fall. Über die Zahl der Kontakt- und Verdachtspersonen will das Landratsamt auf Nachfrage aber keine Auskunft geben. Die FOS Karlsfeld, die am Freitag wegen eines positiv getesteten Mädchens aus München den Unterricht ausfallen ließ, will am Sonntagnachmittag entscheiden, ob sie am Montag wieder öffnet.

Coronavirus in Oberbayern: Erding und Flughafen

In Erding selbst hat sich erst ein Bürger angesteckt – ein Familienvater aus Dorfen. Seine Frau und Kinder konnten am Freitag aufatmen: Sie wurden negativ getestet, werden aber weiterhin vom Gesundheitsamt betreut. Alle waren am Gardasee gewesen.

Der Lufthansa-Konzern berichtet von „drastischen Buchungsrückgängen“, das Flugangebot ab und nach München wird stark reduziert, in den nächsten Wochen um bis zu 50 Prozent. Es gilt ein sofortiger Einstellungsstopp. Darüber hinaus soll die gesamte A380-Flotte „temporär außer Dienst gestellt“ werden, so das Unternehmen am Freitagabend. In München sind derzeit fünf A 380 stationiert, in Frankfurt neun. Eigentlich sollten im Sommer zwei der Riesenflieger vom Main ins Erdinger Moos wechseln. Dieser Plan ist wohl hinfällig.

Coronavirus in Oberbayern: Traunstein

Das Landratsamt meldet derzeit keinen Fall, die Behörden haben auch noch keine Veranstaltung verboten. Die Entscheidung liege bei den Veranstaltern. Das Starkbierfest, ausgerichtet vom Hofbräuhaus Traunstein, fand statt. Gestrichen wurde der Jahresempfang der Wirtschaftsverbände, ausgerichtet vom Gewerbeverband. „Viele Unternehmen haben internationalen Kontakt“, sagt Geschäftsführer Jürgen Piperhoff. „Wir wollen keine künstliche Plattform für Viren schaffen.“

Coronavirus in Oberbayern: Ebersberg

Im Kreis Ebersberg wurden drei weitere Infektionen gemeldet, insgesamt nun vier. Beim ersten Betroffenen handelt sich um einen Geschäftsmann (52) mit beruflichen Kontakten nach Italien. Er hatte keinerlei Symptome und sich rein vorsorglich untersuchen lassen. Laut Behörden gibt es keinen Zusammenhang zwischen den vier Infizierten. Zwei der neuen Fälle haben sich über Kontakte in München infiziert, einer beim Karneval in NRW.

Coronavirus in Oberbayern: Fürstenfeldbruck

Im Kreis Fürstenfeldbruck befinden sich derzeit vier Personen vorsichtshalber in häuslicher Quarantäne. In den Supermärkten kommt es weiter zu Hamsterkäufen von haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Landrat Thomas Karmasin erklärt, übertriebene Vorratskäufe seien unnötig. In Fällen von Quarantäne würden Bürger von Behörden oder sozialen Organisationen versorgt. Karmasin: „Entspannen Sie sich.“

Coronavirus in Oberbayern: Garmisch-Partenkirchen

Auf ein Pestgelübde von 1633 gehen die Oberammergauer Passionsspiele zurück, die in diesem Jahr zum 42. Mal stattfinden (Premiere 16. Mai) und zu denen rund 500.000 Besucher aus aller Welt erwartet werden. Der bisherige Ticket- und Arrangementverkauf lässt derzeit auf eine Auslastung von 95 Prozent schließen. Die Entwicklung des Coronavirus hat bislang zu keinen negativen Auswirkungen geführt. Werkleiter Walter Rutz: „Wir haben keine Stornierungen, auch die Proben von Christian Stückl laufen ganz normal weiter.“ Eine Absage der Passionsspiele würde laut Rutz für das Dorf „einer absoluten Katastrophe und einem Mega-Gau“ gleichkommen. Doch Oberammergau hat vorgebaut – mit einer Ausfallversicherung bis zu 24 Millionen Euro. Für die Vorbereitung des Gelübdespiels hat der Ort bisher 15 Millionen Euro ausgegeben.

Coronavirus in Oberbayern: Freising

Jetzt hat es auch die erste Schule im mit 20 Fällen stark betroffenen Landkreis Freising erwischt. Neben einer Schule sind auch zwei Kindergärten in Marzling und in Nandlstadt geschlossen. Startklar sind hingegen wieder die „Kleinen Strolche“. Der Kindergarten in Zolling war geschlossen worden, da die Ehefrau des Erstinfizierten dort tätig ist.

Coronavirus in Oberbayern: Bad Tölz-Wolfratshausen

Noch keine bestätigte Infektion gab es bis Redaktionsschluss im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Doch um der Ausbreitung des Virus nicht Vorschub zu leisten, wurden am Freitag mehrere Großveranstaltungen abgesagt, darunter das Josefifest der Genossenschaftsbrauerei Reutberg in Sachsenkam. „Das tut mir im Herzen weh“, sagte Landrat Josef Niedermaier. Ebenfalls abgeblasen ist das „Electric Winter Festival“ mit Dr. Motte und anderen bekannten DJs am Brauneck.

Das Coronavirus beherrscht weiter die Schlagzeilen. Auch einige Schüler haben sich bereits infiziert. Zahlreiche Schulen werden geschlossen. Ein Überblick. 

Ein Arzt aus dem Landkreis München ärgert sich ebenfalls über den „Medikamenten- und Maskenirrsinn“* wegen des Coronavirus*. Mit seinem Facebook-Posting landete er einen Internet-Hit.

Wirbel um das Innen- und Gesundheitsministerium in Bayern. Grund ist eine frei zugängliche Videokonferenz. Dort war das Coronavirus Thema.

Das Coronavirus beherrscht weiter die weltweiten Schlagzeilen - auch in Bayern gibt es hunderte Infizierte. In einem Krankenhaus spielten sich jetzt unglaubliche Szenen ab.

Schweinebraten to go gibt‘s ab sofort beim Anzinger Kirchenwirt. Das bayerische Wirtshaus hat einen Drive-in-Schalter eingerichtet - als Antwort auf das Coronavirus*.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

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