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Neue Regeln ab Freitag, doch noch viele Fragen offen: Bleiben Corona-Tests in Bayern kostenlos? 

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Von: Katrin Woitsch

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Für Corona-Tests in Bayern gelten ab Juli neue Regeln.
Für Corona-Tests in Bayern gelten ab Juli neue Regeln. © Peter Kneffel/dpa

Ab Freitag werden Corona-Tests nicht mehr für alle Menschen kostenlos sein. Viele Betreiber von Testzentren versuchen sich auf die neuen Regeln vorzubereiten. Doch dafür müssten sie die Details kennen. Und die hat der Bund noch nicht veröffentlicht.

Dieser Artikel stammt vom 29. Juni. Unsere aktuelle Recherche zum Thema Corona-Tests und -Regeln finden Sie hier.

München – Sohrab Taheri-Sohi muss dieser Tage viele Fragen beantworten. Und er wäre dankbar, wenn er die Antworten darauf hätte. Doch es geht dem BRK-Sprecher wie allen Betreibern von Corona-Teststationen: Sie warten ungeduldig auf die Formulierung der neuen Coronavirus-Testverordnung. Die alte läuft am Donnerstag aus.

Ab Juli gelten neue Regeln. Bekannt ist bisher nur, dass die Bürgertests nicht mehr für alle kostenlos sein werden. Viele Details sind offen – und die sind für die Betreiber relevant, um sich für die kommenden Tage rüsten zu können.

Coronavirus: BRK-Sprecher fürchtet hohe Dunkelziffer von Infizierten

Das Bayerische Rote Kreuz war der größte Betreiber von Corona-Teststationen in Bayern – einige werden eigenständig betrieben, einige im Auftrag der Kommunen. „Schon jetzt ist das Angebot nachfragebedingt auf ein Minimum zurückgefahren“, berichtet Taheri-Sohi. Mitte März wurden in den BRK-Zentren wöchentlich 100 000 Menschen getestet, mittlerweile sind es pro Woche rund 20 000.

Das liegt auch daran, dass fast nirgendwo mehr ein negativer Corona-Test vorgelegt werden muss – im März galten noch die 3G-Regeln. Gleichzeitig steigen die Infektionszahlen. Wie viele Menschen tatsächlich mit Corona infiziert sind, weiß niemand. Und Taheri-Sohi fürchtet, dass die Dunkelziffer noch größer sein wird, wenn das Testen drei Euro kostet.

Es ist nicht das Ende der Maskenpflicht im ÖPNV, welches das bayerische Kabinett am Dienstag beschlossen hat. Aber die FFP2-Maske ist keine Pflicht mehr.

Bleiben Corona-Tests in Bayern kostenlos?

Noch ist unklar, ob Bayern diesen Bürgeranteil übernehmen wird. Das hatte der Bund den Ländern freigestellt. Man werde die ausformulierte Testverordnung abwarten, betont ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums. Kostenlos bleiben die Tests in jedem Fall für vulnerable Gruppen: Kinder unter fünf Jahren, Schwangere, Menschen, die sich nicht impfen lassen können, sowie für Besucher von Pflegeheimen, Kliniken oder Behinderteneinrichtungen. Wie das künftig gehandhabt werden soll, weiß das BRK noch nicht.

„Denkbar wäre, dass die Pflegeheime Besuchsscheine ausstellen müssen“, sagt Taheri-Sohi. Oder die Infektionsschutzverordnung wird ebenfalls geändert und Tests sind für Heimbesuche nicht mehr erforderlich. Auch im Gesundheitsministerium ist lediglich bekannt, dass ein Nachweis nötig ist, um einen kostenlosen Test zu bekommen. „Immerhin hat Karl Lauterbach ein Formblatt angekündigt“, sagt der Sprecher. Auch darauf warten Länder und Testzentrumsbetreiber aber noch.

Corona-Bürgertests für alle sollen künftig drei Euro kosten

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Coronavirus: Herbst könnte unberechenbarer als im Vorjahr werden

Im Herbst hatte die Bundesregierung die Tests für alle Ungeimpften kostenpflichtig gemacht. Damals stiegen die Infektionszahlen rasant an, sodass sie die Regelung nach wenigen Wochen wieder änderte. Taheri-Sohi fürchtet, dass das noch einmal passieren könnte. „Natürlich können wir dann wieder hochfahren“, sagt er. „Aber es wird schwerer denn je, Personal zu gewinnen.“ Für ihn ist der Herbst in diesem Jahr noch unberechenbarer als im Vorjahr. „Wir fordern schon lange einen weitsichtigen Pandemie-Plan für den Herbst“, sagt er. Die neue Testverordnung fühle sich aber eher so an wie eine Reise in die Vergangenheit. Zu alten Fehlern.

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