Bilder von der kuriosen Kuhjagd

Blasmusik spielt, 45 Rindviecher rennen davon

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Einen so kuriosen Einsatz hatte die Mitterdarchinger Feuerwehr schon lang nicht mehr. Oder besser: kuh-rios. Am Sonntag sind einem Oberdarchinger Landwirt 45 Jungkühe von der Weide ausgebüxt. Elfriede machte es ihren Verfolgern besonders schwer, sie wieder einzufangen.

Darching - Kuriose Kuhjagd: Dass die Blasmusik beim Jubiläum des Burschenvereins am Sonntag gespielt hat, hat 45 Rindviechern offenbar gar nicht gefallen. Sie rannten geschlossen davon.

Wenn der Burschenverein Oberdaching Jubiläum feiert, spielt extra die Blasmusik beim Festumzug auf. So auch am Sonntag. Doch den etwa 45 Rindviechern, die auf einer Weide in der Nähe standen, gefiel das offenbar gar nicht. Sie hatten nur noch einen Gedanken: Weg! Gegen 12.15 Uhr brachen die Kühe aus und stürmten durch einen Bauernhof davon.

Bauer, Festbesucher und die örtliche Feuerwehr nahmen sofort die Verfolgung auf. Mehr als 30 Feuerwehrler aus Mitterdarching, Weyarn und Valley, dazu Nachbarn und Landwirts-Kollegen des Oberdarchingers waren auf den Beinen, um die Kühe wieder einzufangen.

Doch so schnell gaben sich die Rindviecher nicht geschlagen. Vor allem Zenzi und Elfriede, zwei besonders umtriebige Tiere, machten es ihren Verfolgern nicht leicht und hielten sie ein paar Stunden auf Trab. Zenzi gab als erste auf: Sie schaffte etwa zweieinhalb Kilometer Laufstrecke, bevor sie mit Seilen und Schlingen wieder eingefangen und an einen Viehanhänger gebunden werden konnte.

Bei Elfriede gestaltete sich die Einfang-Aktion schon schwieriger. Sie rannte einmal im Kreis über die Staatsstraße 2073 und dann wieder zurück zum Bauernhof. Doch als ihre Verfolger dort eintrafen, war das Tier schon wieder durch unwegsames Gelände abgehaut.

Deswegen musste die gesamte Rettungsmannschaft ran, um Elfriede Herr zu werden: Unter Aufbietung sämtlicher Kräfte gelang es den Oberdarchingern schließlich, Elfriede einzukesseln und mit einer Leine festzuhalten. Doch den Marsch in einen bereitstehenden Viehanhänger machte das Rindvieh seinen Verfolgern nochmal schwer - so dauerte es etwa vier Stunden, bis auch die letzte Ausreißerin wieder zurück im Stall war.

Bilder: Blasmusik spielt, 45 Rindviecher rennen davon

„Die Dorfgemeinschaft hat gut zusammengearbeitet“, lobte Bernhard Huber, Kommandant der Mitterdarchinger Wehr und Einsatzleiter, hinterher. Er mutmaßte, dass es möglicherweise tatsächlich die Musik war, die die Herde verschreckt hatte. Er entdeckte jedenfalls gegen 12 Uhr, dass die Kühe sich von dannen machten - und etwa die Hälfte ausgerechnet in Richtung der Bahnlinie trabte.

Deswegen waren auch ein Unfallmanager der Deutschen Bahn sowie die Bundespolizei vor Ort, denn die Bahnstrecke musste sicherheitshalber gesperrt werden, was zu Verspätungen bei der Bayerischen Oberlandbahn bis in den Abend hinein führte. „Die Kühe sind teilweise auf den Gleisen gestanden oder darübergelaufen“, berichtet Huber.  

ag

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