Von wegen "höhere Gewalt"

BEG: Streckennetz der Bahn nicht wetterfest

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Ein Reparaturwagen der Bahn war am Mittwoch in Schäftlarn-Ebenhausen im Einsatz. Die Stromleitung der S-Bahnlinie war abgerissen.

München - Sturm, Schnee, Unwetter: Bei der Bahn bedeuten Wetterkapriolen oft Chaos für die Fahrgäste, weil Strecken blockiert sind und Züge nicht mehr fahren. Auf "höhere Gewalt" darf sich das Unternehmen jedoch nicht nur berufen.

Das zumindest sagt die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) laut eines BR-Berichts. Recherchen ergaben: "Die Bahn trägt häufig eine Mitschuld durch mangelnde Pflege der Strecken und ein zu ungenaues Management von Sturmwarnungen".

Johann Niggl, Geschäftsführer der BEG, kritisiert im BR: "Gerade in den Regionalnetzen, die durch Waldgebiete führen, stellen wir fest, dass wir nicht selten Streckensperrungen haben, weil ein Baum ins Gleis gefallen ist." Durch entsprechende Vorsorge, indem man etwa die Büsche und Bäume zurückschneidet, könne man das verhindern.

Zudem würden zu viele Sturm-Tempolimits für die Züge ausgesprochen und das, obwohl in Wirklichkeit gar kein Sturm sei. Nicht immer wütet ein Orkan wie am Mittwoch.

Weil die Sturmwarnungen zu häufig und zu ungenau seien, seien laut BEG diese seitens der DB Netz verhängten Sturm-Tempolimits inzwischen für bis zu 50 Prozent der extern verursachten Verspätungen im bayerischen Nahverkehr verantwortlich.

Die Deutsche Bahn hat auf BR-Nachfrage Nachholbedarf zugegeben. Ziel sei, alle Strecken in Bayern durch Baum-Rückschnitte sturmfest zu machen, sodass keine Sturm-Tempolimits mehr nötig sind, so Bahn-Sprecher Franz Lindemair gegenüber dem BR. Einen Termin, wann dieses Ziel erreicht sein soll, wollte er jedoch nicht nennen.

Gonzalo wütet in München: Bilder

Bilder: Gonzalo wütet in München

mm

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