Das Christkindl von Pöttmes: Alle wollen Mutter und Baby helfen

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Pfarrer Thomas Rein fand das Neugeborene in der Krippe.

Sein Schicksal rührt tausende Herzen – das Christkindl von Pöttmes!

Von allen Seiten kamen am Mittwoch besorgte Nachfragen, gute Wünsche und auch sehr konkrete Hilfsangebote für die verzweifelte Mutter und ihren Bub. Kurz nach der Geburt hatte die 38-Jährige ihren Sohn in die Jesuskrippe der Pöttmeser Kirche St. Peter und Paul gelegt.

„Es bewegt die Leute sehr“, erzählt Pfarrer Thomas Rein der tz. Der 40-Jährige war am Dienstag gegen 13.30 Uhr in seine Kirche im Kreis Aichach-Friedberg gegangen, um ein stilles Gebet zu halten. Wie das Jesuskind in der Heiligen Nacht lag da das Baby in der Krippe, die leer für Weihnachten bereit steht. Während die Polizei die Mutter schnell ermittelte – eine 38-jährige Rumänin aus dem Landkreis – wurde der Bub vorsichtshalber in eine Klinik gebracht. Er war gottlob nur leicht unterkühlt. Diese Woche wird er noch in der Klinik bleiben, um alle notwendigen Untersuchungen durchzuführen und gesundheitliche Schäden auszuschließen.

„Viele Leute haben sich schon gemeldet, die spenden oder Pate werden wollen. Sogar Babykleidung wurde angeboten“, erzählt Pfarrer Rein. Auch Bischof Walter Mixa biete Unterstützung aus einem Hilfsfonds an. Und es gibt bereits Eltern, die sich sehnlichst wünschen, den Buben zu adoptieren! Ein Paar aus Peiting, das bereits vier Kinder hat, und ein kinderloses Paar aus Türkheim.

Pfarrer Rein würde gerne einmal selbst mit der Mama „seines Jesuskindleins“ sprechen. Aber: „Jetzt ist erst einmal wichtig, dass Mutter und Kind Ruhe haben, damit die richtige Entscheidung über das Schicksal des Babys getroffen wird.“

Zwei Mitarbeiterinnen des Jugendamts waren mittlerweile bei der Frau, berichtet Amtsleiter Eberhard Krug. „Wir wollen in Ruhe klären, wie es zu dieser Tat kam. Dann wird sich zeigen: Will die Frau ihr Baby wirklich weggeben oder doch behalten? Wie kann ihr geholfen werden?“ Die erste Wahl des Jugendamts sei, dass das Kind bei der Mutter bleibt. Krug hält sie auf keinen Fall für eine Rabenmutter: „Wir glauben, dass sie das Beste für ihr Kind wollte.“ Nun komme der Bub erstmal in eine Pflegefamilie. Wenn die Mutter ihn wirklich weggeben will, komme eine Adoption in Frage – aber frühestens in acht Wochen.

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Erwartet die Mutter eigentlich eine Strafe? „Momentan ermittelt die Polizei den genauen Sachverhalt“, so Sprecher Robert Göppel. „Die Staatsanwaltschaft entscheidet dann, ob der Straftatbestand der Aussetzung vorliegt.“ Dies sei der Fall, wenn jemand jemanden in einer hilflosen Lage zurücklässt und dessen Gesundheit und Leben in Gefahr bringt.

Jugendamtsleiter Krug glaubt, dass die Mutter womöglich eine sehr gläubige Frau ist. „Vielleicht dachte sie: In der Kirche ist mein Kind sicher!“ Das wäre möglich: Die Mutter möchte ihm laut Polizei den Namen Christian geben. Und der bedeutet bekanntlich Anhänger Christi.

Andrea Stinglwagner

Quelle: tz

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