Das Elefanten-Drama vom Kochelsee

Die Rettungsaktion kostete viel Zeit und Kraft.

Kochel am See - Alarm bei der Feuerwehr in Kochel am See (Kreis Bad Tölz/Wolfratshausen): Ein Elefant drohte am Samstag im Kochelsee zu ertrinken!

Heiß war’s am Samstagvormittag, so heiß, dass sogar die Elefanten des Zirkus Probst, der derzeit am Rande des Kochelsees sein Zelt aufgeschlagen hat, ins Schwitzen kamen. Also zog Tiertrainer Lars Hölscher gegen 11 Uhr mit seinen drei Dickhäuterdamen Dehli, Wana Bana und Sonja hinunter zum Ufer. „Elefanten suhlen sich gerne im Schlamm. Das ist wichtig für ihre Haut.“

Das Elefanten-Drama vom Kochelsee

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Ruckzuck tauchten die drei tonnenschweren Damen ins kühle Nass ein und genossen das außergewöhnliche Badevergnügen – bis es wieder nach Hause gehen sollte. Denn Delhi konnte einfach nicht mehr aufstehen! „Der Boden war glitschig und zu sumpfig. Das Tier fand einfach keinen Halt mehr mit den Hinterbeinen“, berichtet Florian Eberl, der 2. Kommandant der Feuerwehr. Hinzu kam, dass die 35-jährige Elefantendame Arthrose in einem ihrer Vorderbeine hat. 20 Zirkusleute, Spaziergänger und Badegäste hatten schon versucht, Dehli auf die Beine zu helfen, bis die Feuerwehr eintraf – aber vergebens.

Ein Kran musste her, dann wurde Delhi ein Gurt um den Bauch gelegt – und endlich, nach über einer Stunde des Hoffens und Bangens, wurde das Tier erlöst.

„Mit dem Kran haben wir ihr die nötige Schubkraft gegeben“, so Laurens Thoen, der Tourneeleiter des Zirkus. Denn Rest schaffte die Elefantendame alleine – und anschließend bestätigte eine Tierärztin, dass sie alles gut überstanden hat. „Bis auf eine kleine Schramme am Rüssel“, so Thoen erleichtert, „ist nichts passiert.“ Und so war Dehli am Nachmittag sogar schon wieder bei der nächsten Vorstellung dabei.

Es war übrigens nicht der erste Elefanten-Badeunfall in Kochel. „Vor 30 Jahren muss an der selben Stelle schon einmal ein Dickhäuter fast ertrunken sein“, so Eberl. Vielleicht sollte man ja Schilder aufstellen: „Für Elefanten Baden verboten.“

FN

Quelle: tz

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