16-jähriges Mädchen vor Kinderheim entführt

Das Martyrium der armen Sarah

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Der Polizei fahndet noch nach dem Täter.

Regensburg - Seit Heilig Abend beschäftigt eine mysteriöse Entführung Polizeidienststellen in Sachsen, Bayern und Österreich:

Gegen 5 Uhr früh hat ein unbekannter, dicklicher Mann die 16-jährige Sarah vor einem Regensburger Kinderheim gekidnappt, vergewaltigt und schließlich in Linz ausgesetzt. Aus dem Kofferraum heraus rief sie mit ihrem Handy verzweifelt die Polizei! Vergeblich. Dabei ist der Mann, der Sarah kidnappte, vermutlich auch noch ein Serientäter.

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Die 16-Jährige ist Mittwochfrüh auf dem Weg zum Bahnhof, von wo sie zur ihrer Ausbildungsstelle fahren will, als ein silberner Wagen neben ihr hält. Mit einem Messer zwingt der Fahrer das Mädchen, das in einem Kinderheim lebt, in seinen Kofferraum. Dann braust er über die A3 Richtung Österreich. Gegen 5.15 Uhr erreicht Sarahs Notruf die Polizei Regensburg: „Ich werde entführt!“ Doch ihr Handy ist nicht mehr zu orten. Erst fünf Stunden später taucht Sarah wieder auf – ausgesetzt am Linzer Hauptbahnhof. Obwohl der Unbekannte ihr gedroht hat, sie umzubringen, läuft sie zur nächsten Polizeiinspektion, um ihr Martyrium zu schildern. Sie sagt Beängstigendes: „Er hat mir gesagt, dass er wegen einer Vergewaltigung eh schon gesucht wird.“

Unfassbar: Trotz detaillierter Beschreibungen glauben ihr die Beamten in Österreich zunächst nicht. Alois Lißl, Sicherheitsdirektor für Oberösterreich: „Es gibt erhebliche Widersprüche in ihren Schilderungen.“ Einmal soll Sarah behauptet haben, ein Österreicher habe sie missbraucht – dann ein Regensburger. Auch habe eine medizinische Untersuchung keine Anhaltspunkte für Gewalt ergeben. Anders die Regensburger Kripo: „Wir gehen nach wie vor vom geschilderten Tatgeschehen aus und ermitteln wegen des Verdachts der Entführung und Vergewaltigung.“

Neben der präzisen Beschreibung des Täters (ca. 28 Jahre, 1,85 Meter groß, dicklich, Oberlippen- und Kinnbärtchen, dunkelbraune Haare) macht die Beamten ein Vorfall in Chemnitz nur vier Stunden vor der Entführung hellhörig: Hier hat gegen 0.50 Uhr ein Mann, auf den Sarahs Beschreibung zutrifft, versucht, eine 17-Jährige mit dem Messer in seinen Kofferraum zu zwingen. Das Mädchen floh. Von Chemnitz dauert die Fahrt nach Regensburg nur zweieinhalb Stunden.

Am Samstag fuhren die Linzer Ermittler mit Sarah und ihrer Mutter das Gebiet ab, wo die Vergewaltigung passiert sein könnte. Sarah erinnert sich, dass ihr Bairisch sprechender Peiniger rückwärts in eine Parkbucht stieß. Unmittelbar vor der Tat soll ein Jogger (rote Laufhose und Blouson, schwarze Mütze) den neben dem Wagen stehenden Täter und das Opfer passiert haben. In der Nähe soll sich eine OMV-Tankstelle befunden haben, an der der Täter eine Rast gemacht habe. Kurz vor der Autobahn fiel Sarah dann eine Lärmschutzwand mit Äpfeln und Birnen auf.

Sicherheitsdirektor Alois Lißl zur tz: „Das Mädchen erkannte Details von Schärding.“ Er geht allerdings davon aus, dass die Vergewaltigung auf bayerischem Boden geschah. Laut Sarah war im Kennzeichen des Fahrzeugs ein „M“. Lißl: „Es könnte sich beim Gesuchten um einen Münchner handeln.“ Er bat seine Passauer Kollegen nun, die Überwachungsvideos von OMV-Tankstellen im Grenzgebiet zu prüfen. Zugleich wird in Chemnitz und Regensburg fieberhaft an einem Phantombild des Sextäters gearbeitet.

Quelle: tz

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