Außergewöhnlicher Fall in Deggendorf

Mann seit 78 Jahren vermisst - Amtsgericht fordert: Er soll sich bis 2. Januar melden

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Ein kurioser Fall beschäftigt das Amtsgericht Deggendorf.

Der seit 1940 vermisste Johann Hartmann soll sich beim Amtsgericht in Deggendorf melden. Tut er dies nicht, hat das schwerwiegende Folgen.

Deggendorf - Johann Hartmann ist der älteste von sechs Geschwistern. Ein Soldat, der in der 7. Batterie des Artillerie-Regiments 157 diente, bis er 1940 in Russland verschwand. Seitdem fehlt jede Spur des Deggendorfer Soldaten. Der mittlerweile 98-jährige Niederbayer wurde aber nie für tot erklärt.

Suche nach Soldaten durch das Amtsgericht

78 Jahre später, könnte sich das ändern. Das Amtsgericht forderte Johann Hartmann diese Woche in einem Schreiben auf, sich bis zum 2. Januar 2019 zu melden, wie die Deggendorfer Zeitung berichtete. Zusätzlich schaltete das Amtsgericht in der genannten Zeitung eine Annonce, die das letzte lebende Geschwisterkind, sein Halbbruder Patrizius Wohlfahrt (88), beantragt hatte. In dieser wird der Vermisste, sowie Zeugen die etwas über Schicksal des Verschollenen wissen, aufgefordert, sich zu melden.

Die Suche hat einen bestimmten Grund

Für den Fall, dass sich der Gesuchte nicht meldet, würde er für tot erklärt werden. Außerdem würde damit sein Erbanspruch verfallen. Denn der Anstoß für die amtliche Suche kam durch den Tod seiner Schwester. Die 2017 Verstorbene hatte ihren Nachlass nicht geregelt, wodurch alle lebenden Angehörigen ein Anrecht auf das Erbe haben. Somit auch Johann Hartmann, der nach all den Jahren noch als vermisst gilt und nie für tot erklärt wurde.

Erbschaften sind unter Umständen eine komplizierte Angelegenheit. Lesen Sie dazu auch, wie sie Grundstücke im Testament an Erben verteilen.

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